Finanzbranche hat Probleme mit neuem Verbraucherschutz
Beraterin und Kundin in einer Bankfiliale: Privatanlegern ist derzeit der Zugang zu Tausenden Wertpapieren versperrt, die sie im Vorjahr noch kaufen konnten. Foto: Patrick Pleul

Berlin (dpa) – Die Finanzbranche hat Probleme bei der Umsetzung der seit Jahresbeginn geltenden neuen Richtlinien zum Verbraucherschutz im Wertpapierhandel. Deshalb ist Privatanlegern derzeit der Zugang zu Tausenden Wertpapieren versperrt, die sie im Vorjahr noch kaufen konnten, wie die «Welt am Sonntag» berichtet.

Bei der Direktbank ING-Diba stehen rund 80.000 Wertpapiere nicht zur Verfügung, wie das Unternehmen bestätigt habe. Auch die Online-Anbieter Comdirect und Consorsbank räumten demnach Lücken ein, ohne genaue Zahlen zu nennen. Insgesamt könnten Anleger hierzulande aus mehr als 1,5 Millionen Produkten wählen, hieß es.

Hintergrund der Probleme sind gesetzliche Vorgaben mit dem Kürzel «Mifid II», die Anfang 2018 in Kraft traten. Danach müssen Anbieter von Finanzprodukten unter anderem schriftlich festlegen, zu welchem Anlegertyp ihr Fonds oder ihr Zertifikat passt. Denn der Bankberater muss in einer «Geeignetheitserklärung» festhalten, warum er einem Kunden ein bestimmtes Produkt empfohlen hat und warum die Bank es angesichts der persönlichen Risikobereitschaft und der Kapitalmarkterfahrung des Kunden für geeignet hält. Liegen den Banken nicht alle notwendigen Informationen vor, können sie das Wertpapier nicht vertreiben.

Laut «Welt am Sonntag» sind es keineswegs nur Nischenanbieter, die bislang nicht lieferten. Auch ETF Securities als einer der größten Indexfondsanbieter in Europa habe Probleme mit der Umsetzung der neuen Vorgaben. Seit Anfang Januar könnten deutsche Anleger keinen der 733 Fonds der Briten kaufen. Anfang der neuen Woche wolle man die fehlenden Informationen liefern, teilte die Fondsgesellschaft mit.

13.01.2018, 19:15 Uhr
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