Klasse!-Projekt
Aktion der Emder Zeitung

„Ohne Schule war es doof“

Die EZ-Minireporter mussten sich viel zu Hause beschäftigten. Und waren auf der Suche nach ihrem dicksten Baum.

Emden. Es sind mitunter Fragen, die auch eingefleischte Redakteure in Erstaunen versetzen: Wenn die EZ-Minireporter, Grundschüler der vierten Klassen der teilnehmenden Schulen, ihre Fragen stellen, dann muss der Interviewpartner nicht selten schmunzeln, oder er antwortet lieber nicht darauf. Denn manche Fragen sind sehr direkt. Vor allem wollen die Minireporter immer sehr viel wissen.

In Zeiten der Corona-Pandemie, in der der Schulbetrieb ruht, war auch die Durchführung des EZ-Klasse!-Projektes nicht durchführbar. Damit die angehenden Nachwuchsjournalisten aber ein wenig in der Zeitung stattfinden, durften sie mitteilen, wie ihnen die Zeit ohne Schule bekommen ist. Und bei den Spaziergängen mit den Eltern und Geschwistern sollten sie darauf achten, ob sie am Wegesrand einen richtig dicken Baum sehen und uns davon ein Foto schicken.

Freyja Martje Hüsing, Grundschule Petkum/Widdelswehr: Seit die Schule zu Ende ist, bin ich zu Hause mit meinem Bruder Thore. Er ist acht Jahre alt. Wir sind viel draußen und spielen. Aber ohne die Schule ist es schon langweilig. Mit meinen Freunden telefoniere ich. Meiner besten Freundin habe ich auch eine schöne Postkarte geschrieben. Am Vormittag mache ich etwas für die Schule und spiele Flöte. Am Nachmittag spielen wir meistens im Garten oder machen eine Fahrradtour. Ich freue mich schon sehr auf die Schule. Dann kann ich meine Freunde wieder sehen. Wir haben auch schon Nistkästen gebaut. Und seit ein paar Tagen bringt Papa uns Gitarre spielen bei.

Heute waren wir in Widdelswehr unterwegs und haben einen Baum gefunden. Der ist 3,90 Meter dick im Umfang und hat einen Durchmesser von 1,24 Meter.

Jesse Richarz, Grundschule Früchteburg: Ohne Schule war es doof, weil ich meine Freunde nicht gesehen habe. Ich habe immer mit meinen Freunden telefoniert. Bei schönem Wetter spiele ich viel mit meinem Vater oder alleine im Garten Fußball und/oder mache Sport in der Garage. Mein Vater hat, in der Corona-Zeit, ein paar Trainingsstationen dort aufgebaut. Ich spiele auch gerne auf der Playstation, wenn meine zwei Geschwister mich lassen, oder baue Lego. Ich freue mich auf meine Freunde. Meine Tipps sind: Sport machen, Anton- App, draußen sein, Ostfriesenkiesel anmalen und suchen.

Wir haben einen alten Baum (siehe großes Bild) gefunden auf dem Friedhof meiner Uroma, beim Krankenhaus. Wir glauben, dass es eine Erle ist. Sie hat einen Umfang von 467 Zentimeter und ist ca. 211 bis 233 Jahre alt. Außerdem haben meine Großeltern einen alten Baum im Garten. Eine Blutbuche mit einem Umfang von 257 Zentimetern. Sie ist wohl ca. 135 bis 154 Jahre alt. Dieser Baum heißt Matthias und wurde von meinem Ur-Uropa gepflanzt. Bei der Bestimmung des Alters hat uns das Internet geholfen, die Ergebnisse waren aber immer sehr unterschiedlich.

Johanna Hiskea Jürgens, Grundschule Constantia: Es war eigentlich sehr schön. Man konnte lange aufbleiben und am nächsten Tag lange ausschlafen oder liegen bleiben. Aber ich habe auch die Schule vermisst und natürlich meine Freunde. Schulaufgaben haben wir aber nach den Osterferien bekommen, man konnte sie abholen.

Mit meinen Freunden habe ich mich verständigt. Wir haben mit dem Handy uns gegenseitig Nachrichten geschickt oder Video-Anrufe gemacht. Zum Glück darf man noch spazieren gehen, da habe ich nämlich einige Freunde gesehen und mich unterhalten.

Lange ausschlafen: Das ist mit das Wichtigste für mich in den „Ferien“. Dann frühstücken wir zusammen. Danach mache ich mich fertig und übe etwas für die Schule oder Flöte. Nachmittags machen wir eine Inliner- oder Fahrradtour und basteln oder spielen Spiele (zurzeit am meisten Skyjo). Nach dem Abendbrot gucke ich noch ein bisschen Fernsehen und gehe dann ins Bett, lese vorher noch und höre CD. Ich habe schon 3 Harry Potter Bücher geschafft.

Ich freue mich sehr auf die Schule. Ich habe nur ein klitzegroßes Problem: Ich kann nicht mehr ausschlafen! Hier noch ein paar Tipps gegen die Langeweile: etwas Backen/kochen, joggen gehen, ein Instrument spielen, auf einen Baum klettern, malen/basteln, Ostfriesenkiesel bemalen, verstecken und suchen.

In unserer Umgebung (Constantia-Viertel) habe ich zwei ältere Bäume entdeckt. Einen Kastanienbaum und eine Silberweide stehen unten am Steg des Kanu-Clubs. Silberweide (vermuten wir), Umfang 267 Zentimeter und 99 Jahre alt (laut Internet), die Rosskastanie hat einen Umfang von 208 Zentimeter und ist 59 Jahre alt (laut Internet).

Hanna Schreiber, Grundschule Früchteburg: Ohne Schule war es etwas komisch, aber auch cool. Doof ist es aber, dass ich meine Freunde nicht sehe. Meine Freunde und ich haben mehrere Whatsapp-Gruppen, in denen wir uns schreiben. Und wir telefonieren, auch per Videochat. Ich verbringe den Tag so: Morgens lerne ich. Nachmittags spiele ich mit meinem Bruder Linus. Wir sind viel draußen im Garten. Im Stadtwald haben wir eine tolle Höhle und Tipis gebaut. Jetzt gehe ich alle zwei Tage zur Schule. Ich habe mich sehr auf die Schule gefreut, vor allem auf die Lehrer, Freunde und die Klasse. Mein Tipp für Kinder die zu Hause sind: Buntes Papier drucken. Dafür benötigt man Filzstifte, eine Klarsichtfolie, ein Blatt Papier und etwas Wasser. Zuerst male ich auf die Klarsichtfolie bunte Flecken mit den Filzstiften. Dann bespritze ich sie mit Wasser. Jetzt drücke ich das Blatt darauf. Wenn das bunte Blatt getrocknet ist, schreibe oder male ich noch etwas darauf.

Im Garten unserer Nachbarin steht eine große Weide. Auf diese Weide ist schon mein Opa als Kind geklettert. Die Weide hat einen Umfang von 3,45 Meter. Im Internet habe ich auf www.baumportal.de die Maße eingegeben. Die Weide ist ca. 124 Jahre alt.

Dokumentiert von Dirk de Vries.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN