Klasse!-Projekt
Nachwuchsreporter stellen neugierige Fragen

EZ-Minireporter besuchen das Tierheim

Wieder waren die angehenden Nachwuchsjournalisten unterwegs. Diesmal löcherten 
die Minireporter die Tierheim-Leiterin Jantke Tjaden mit ihren Fragen.

Emden. Es gibt diese Termine, darauf freuen sich nicht nur die EZ-Minireporter schon im Vorfeld. Auch die begleitenden Personen kommen nicht umhin, solche Treffen als besondere zu sehen, wie der im Tierheim in Emden. Nach den Fragen, die die Leiterin Jantke Tjaden bereitwillig beantwortete, ging es zu den Gehegen. Und nicht nur die Katzen waren für die Minireporter die Stars an diesem Nachmittag. Besonders die Kaninchen, allen voran Chaos und Hubert, der nicht in den Topf kam, hatten es den Minireportern angetan.

(Noch hat die Fragerunde gar nicht begonnen, da fachsimpeln die Grundschüler schon, welches Tier sie denn mitnehmen wollen. Da hatten die Eltern vorher schon still und heimlich geübt, dann doch nein zu sagen, wenn der eine oder andere Wunsch ihrer Sprösslinge nach einem Haustier nicht realisiert werden kann. Jantke Tjaden sagte mit einem Lächeln im Gesicht, dass sie nachher wohl alle Taschen kontrollieren müsse, wenn die Minireporter nach dem Termin das Tierheim-Gelände verlassen.)

Tarek Rashid, Grundschule (GS) Constantia: In welchem Jahr wurde das Tierheim gebaut und eröffnet?

Jantke Tjaden: Vor zwei Jahren haben wir hier an dieser neuen Stelle die Eröffnung gehabt. Die Bauphase war ungefähr genauso lang, aber deutlich länger, als das bei einem normalen Haus der Fall wäre.

Philipp Riklinks, GS Früchteburg: Wie groß ist das Gelände des Tierheims?

Die Antwort muss ich dir leider schuldig bleiben, das weiß ich nicht so genau. Wenn ihr aus dem Fenster schaut, seht ihr ja nur einen kleinen Teil. Ich werde eurem Redakteur die genaue Zahl nachher noch per E-Mail schicken. (Das hat sie getan: Das Gelände ist genau 6000 Quadratmeter groß.)

Leonie Schneider, GS Früchteburg: Wie werden die Tiere gehalten?

Ganz unterschiedlich nach ihren Bedürfnissen. Wenn ihr euch einmal umdreht, seht ihr draußen den Teich, da sind die Wasserschildkröten drin. Rechts ist das Katzenhaus, da gehen wir nachher hin, dann könnt ihr euch das anschauen. Wir wollen die Tiere so artgerecht wie möglich halten.

Mia Sophie Schuster, GS Cirksena: Gibt es auch ein Außengelände für die Tiere?

Ja, da draußen seht ihr unseren Trainingsplatz. Und links das Gartenhäuschen ist der Innenteil des Hühnerstalls.

Jonah Immanuel Schmidt, GS Früchteburg: Wie viele Tiere können Sie aufnehmen?

Also, wir können 15 Hunde, 50 bis 70 Katzen aufnehmen (Was, so viele?, kommt es da von den Minireportern.) Ja. Weiter haben wir fünf Wasserschildkröten, sechs bis acht Kaninchen, Vögel und wir haben fünf Terrarien. Mehr Tiere geht dann nicht.

Marina Jäckel, GS Loppersum: Wie viele Tiere sind momentan bei Ihnen untergebracht?

Da hole ich mal mein schlaues Board. (Jantke Tjaden geht in den Flur, und die Minireporter unterhalten sich wieder darüber, wer nachher welches Tier mit nach Hause nimmt.) So, hier steht es drauf. Wir haben 14 Hunde, 24 Katzen, das sind nur die Alttiere, wir haben auch Katzenbabys, die dürft ihr nachher sehen (Oooh, wiiiiiie süüüüüüß!). 14 Kleintiere haben wir noch im Tierheim und neun Exoten, dazu zählen auch die Schildkröten. (Da müssen die Minireporter erst einmal zusammenzählen. Was, 61 Tiere, so viele?)

Finnja Pahlow, GS Loppersum: Werden viele Tiere in der Urlaubszeit abgegeben?

Meint ihr zur Pflege oder ob die ausgesetzt werden? Ich beantworte einmal beides. Wir bieten hier auch eine Tierpension an. Wenn jemand wegfährt und sein Tier nicht mitnehmen kann, auch niemanden hat, der sich darum kümmert, kann er das Tier zu uns bringen. Wir haben eine gewisse Anzahl von Plätzen. In Emden werden zum Glück nicht viele Tiere ausgesetzt wie in den Großstädten. (Leonie Schneider möchte natürlich wissen, wie teuer so ein Pensionsplatz ist.) Also, für einen Hund kostet das 15 Euro pro Tag.

Thilko Vißer, GS Larrelt: Welche Tierart wird bei Ihnen am häufigsten abgegeben?

Eindeutig die Katzen.

Tomma Borkowski, GS Larrelt: Werden auch Wildtiere bei Ihnen abgegeben?

Ja, bis vor ein paar Wochen hatten wir noch zwölf Igel. (Oooh, wie süüüüüüß!) Wir nehmen auch verletzte Tauben auf, ansonsten ist für Wildtiere die Station in Norden zuständig. Wir hatten nämlich auch einmal einen Schwan hier, aber das können wir nicht leisten.

Irma Kolasinac, GS Grüner Weg: Nehmen Sie auch Reptilien im Tierheim auf?

Ja, Kornnattern, Strumpfbandnattern und hinten haben wir etwas ganz Schönes für euch, einen Leguan. (Oooh, dürfen wir den sehen? Fragen die Minireporter.) Ja, dürft ihr. Die Reptilien müssen alle gesondert untergebracht werden. Dafür gibt es beispielsweise die Terrarien in diesem Raum.

Rieke Visser, GS Westerburg. Haben Sie auch kranke Tiere?

Das gibt es bei uns auch. Wir haben zwei Quarantänestationen, wo die Tiere isoliert werden, damit sie die anderen nicht anstecken. Dort werden die Tiere auch gewaschen bei einer bestimmten Krankheit. (Jetzt entbrennt eine Diskussion, welcher Hund der Minireporter wasserscheu ist und das auf keinen Fall mit sich machen lassen würde und welcher Hund gerne ins Wasser geht. Tarek wirft ein, dass das nicht schön ist, wenn so eine Katze eine Spritze bekommt, dann kratzt die ordentlich. Die Minireporter werden die Quarantänestation noch sehen, für einige Nasen der Grundschüler keine tolle Erfahrung, denn dort sind auch nicht kastrierte Kater untergebracht – es riecht sehr streng. Anfassen, das hat Jantke Tjaden ausdrücklich gesagt, ist hier nicht erlaubt, auch wenn die Kater miauen und an die Gittertür kommen.)

Waleria Machold, GS Grüner Weg: Welche Krankheiten treten am häufigsten auf?

Viele haben Giardien, davon bekommen sie Durchfall. Auch Schnupfen kommt immer wieder vor.

Christina Melles, GS Westerburg: Wurde bei Ihnen schon einmal ein außergewöhnliches Tier abgegeben?

Wir hatten einmal ein Schaf, das musste geschoren werden. Die kleine Emmy hier (Jantke Tjaden zeigt auf einen kleinen braunen Pudel, der schon die ganze Zeit um die Minireporter rumwuselt) kommt aus einer Beschlagnahmung. Sie musste auch geschoren werden. (Oooh, der ist soooooo süüüüüüß, kann man den haben?, fragen die Minireporter.) Nein, das ist meiner, der gehört jetzt zu meinem Rudel.

Tarek Rashid. Hat ein Tier bei Ihnen schon einmal Nachwuchs bekommen?

Ja, so ziemlich alle Tiere. Vor allem die Katzen und Kaninchen, aber auch die Hunde. (Auch Schlangen?) Nein, die nicht. Aber wir haben Katzenbabys (Oooh, wie süüüüüüß?), die dürft ihr gleich sehen. (Jetzt? Können wir jetzt da hin? Wie süüüüüüß!) Nach der Fragerunde gehen wir ja noch über das Gelände, dann seht ihr auch die Katzenbabys.

Philipp Riklinks: Was passiert, wenn Tiere ausbrechen?

Ich hoffe, dass unser Zaun hoch genug ist und keiner ausbrechen kann. Ein Hund ist einmal abgehauen, der kam aber nicht weit.

Leonie Schneider: Wie finanziert sich das Tierheim?

Also, ein Beispiel, wie das Tierheim finanziert wird. Wir nehmen Fundtiere auf, dafür bekommen wir, je nachdem, wo das Tier aufgegriffen wurde, von der Stadt Emden oder den umliegenden Gemeinden Geld.

Mia Sophie Schuster: Kann man sich ein Tier einfach so aussuchen und mitnehmen?

Nein, da haben wir ganz strenge Auflagen. Bei Hunden gucken die Tierpfleger genau, ob der Hund in die Familie passt, wie groß die Wohnung ist, ob jemand zu Hause ist oder den ganzen Tag auf der Arbeit, ob der Vermieter einverstanden ist. Ihr seht, da gucken wir genau hin.

Jonah Immanuel Schmidt: Darf man zu Ihnen kommen und die Tiere streicheln oder ausführen?

Wir haben einmal Gassigeher, die müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Und wir haben Katzenkrauler, das darf man schon ab zwölf Jahre mit einer gültigen Tetanusimpfung und der Einverständniserklärung der Eltern. (Oooh, wie gemein, da muss ich ja noch warten, sagen einige der Grundschüler.)

Marina Jäckel: Nehmen sie auch Praktikanten?

Ja.

Finnja Pahlow: Könnte man bei Ihnen auch einen Ausbildungsberuf erlernen?

Ja, wir haben aktuell zwei Auszubildende, die werden Tierpfleger. (Das wollen einige der Minireporter auch, Tierpfleger werden.)

Dann ging es zu den Gehegen. Und dort erzählte Jantke Tjaden, dass die kleinen Kaninchen alle eine Handaufzucht wären. Und weil der, den sie auf dem Arm hat (Oooh, wiiiiiie süüüüüüß!), bei der zuständigen Pflegerin zu Hause alles auf den Kopf gestellt hatte, bekam er den Namen Chaos. Hubert, ein Nutzkaninchen, war eigentlich für den Kochtopf bestimmt, was die Minireporter natürlich richtig blöd finden, wie man so ein kuscheliges Kaninchen essen könnte. Hubert nahm nur nicht mehr zu und entkam damit seinem Schicksal. Schuld daran war eine Zahnfehlstellung, so Jantke Tjaden. Da waren die Minireporter aber froh, dass so etwas den armen Hubert vor dem Topf gerettet hat. Schließlich sagte die Tierheim-Leiterin zum Schluss noch, dass sie jetzt die Taschen kontrollieren müsse. Da zeigten alle Minireporter bereitwillig ihre Beutel vor. Nein, das wäre doch nur ein Spaß von ihr gewesen, sie bräuchten die Taschen nicht vorzuzeigen.

Dokumentiert von Dirk de Vries (0 49 21 / 89 00-442).

Eine Bildergalerie gibt es hier

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN

DER EZ-PODCAST

Aktuelles und Hintergründiges aus Emden und umzu.