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Fotografieren erlaubt?

Wie es die EZ mit dem "Recht am eigenen Bild" hält

Verkaufsoffener Sonntag in Emden. Es geht im diesen Bild um die ganze Szene, es soll zeigen, wie voll die Stadt war. Einzelne Me

Seit Ende Mai gilt die neue Datenschutz-Grundverordnung, und seitdem stöhnen Unternehmen über die neuen Regelungen. Privatleute bekommen seitdem täglich Einverständniserklärungen am Computer angezeigt - und Fotografen wissen manchmal gar nicht mehr, was und wen sie überhaupt noch fotografieren dürfen. Das geht auch der Redaktion der Emder Zeitung manchmal nicht anders. Dabei ist das "Recht am eigenen Bild", wie es juristisch heißt, gleich geblieben. Die Datenschutzgrundverordnung hat daran kaum etwas geändert. Aber was ist denn nun erlaubt in der Zeitung, und was nicht? Um diese Frage drehten sich jetzt einige Gespräche mit Lesern. Geregelt ist das alles im Kunsturhebergesetz. Hier einmal zur Orientierung die Regeln, allerdings auf gut deutsch, und nicht in Juristendeutsch:

Die Grundlage ist einfach: Niemand muss sich fotografieren und veröffentlichen lassen, wenn er es nicht will. Deswegen fragen wir im Zweifel lieber nach. Oftmals ist unsere Pressefotograf aber auch klar als solcher zu erkennen, so dass man Gelegenheit hat, nein zu sagen. Doch es gibt auch Ausnahmen:

Prominente, beispielsweise Otto, gelten als Person der Zeitgeschichte. Sie dürfen in der Öffentlichkeit fotografiert werden, ohne dass sie zustimmen müssen. Aber natürlich nicht in Badehose am privaten Pool. Man muss nicht sonderlich prominent sein. Der Geschäftsführer eines großen Unternehmens in Emden ist eine "relative Person der Zeitgeschichte" - und muss deshalb auch nicht gefragt werden.

Wer zu einer Demonstration (der Jurist würde sagen: Zu einem öffentlichen Aufzug) geht, muss in Kauf nehmen, fotografiert zu werden. Deshalb hat der pöbelnde LKA-Beamte, der in Dresden an einer Pegida-Demo teilgenommen hat, juristisch schlechte Karten. Wer im Stadion Fußball schaut, am Delft den Drachenbooten zuguckt, bei den Matjestagen durch die Stadt läuft, der muss mit Pressefotos, auf denen er auch klar zu erkennen ist, rechnen.

Doch auch, wer nur durch die Stadt geht, kann auf Fotos in der Zeitung erscheinen. Die Regel lautet: Auf dem Foto muss klar ersichtlich sein, dass die Stadt - oder die Straßenszene oder auch der Park - fotografiert werden sollte, und nicht die einzelne Person. Juristen wenden die Grundregel an: Würde man die Person aus dem Bild wegretuschieren, hätte das Bild dann noch die gleiche Aussagekraft? Wenn ja, dann ist die Person nur "Beiwerk" und muss das Foto dulden. Damit ist es beispielsweise erlaubt, bei einem verkaufsoffenen Sonntag eine menschengefüllte Straße zu fotografieren. Die Menschen dürfen erkennbar sein - aber niemand darf besonders groß und exponiert im Bild erscheinen.

Und wie ist das mit Kindern? Schwieriger. Man kann sie nicht fragen, ob sie mit einem Foto einverstanden sind. Denn nicht das Kind entscheidet, sondern die Eltern. Deshalb sind viele Kitas und Schulen inzwischen dazu übergegangen, direkt bei der Einschulung den Eltern einen entsprechenden Fragebogen zu geben.

Wer ein Event veranstaltet, an dem auch die Presse eingeladen ist, kann sich einfach behelfen. Statt jeden einzelnen Gast zu fragen, ob er mit Pressefotos einverstanden ist, kann er einen gut sichtbaren Hinweis an den Eingang hängen auf dem erklärt wird, dass Presse anwesend ist und man mit dem Besuch der Veranstaltung damit einverstanden ist, abgelichtet zu werden.

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