Bands in Ostfriesland
Plattdeutsche Akustik-Songs

Riff-Gatt-Band

Die Riff-Gatt-Band hat eine Vorliebe für die plattdeutsche Sprache. Musikalisch kennt sie kaum Grenzen.

Von Christian Zeiß

Emden. Ursprünglich wurde die Riff-Gatt-Band mal als vierköpfige Kapelle erdacht die Hardrock machen wollte. Weil ihnen die Musik im Proberaum dann aber doch zu laut wurde, und 2017 auch noch der Schlagzeuger erkrankte, versuchten sie es fortan mit akustischen Instrumenten. Neben den Musikern Lord Lotzi (Akkordeon, Percussion, Gesang), Dr. Theodosius Drocksky (Gitarren, Gesang) und Tante Portas (Bass, Mundharmonika, Percussion, Gesang) gehören zu der Riff-Gatt-Band noch Hinni Osram (Licht und Illumination) sowie „Desaster-Master” und „Die acht Köstlichkeiten“ (Sound-Mixing). „Wir sind fünf Leute, alles Dilettanten, aber jeder kann etwas spezielles. Und das ist für diese Band ein Riesengeschenk” stellt Lord Lotzi während des Gesprächs mit der Emder Zeitung fest.

Ihre Vorliebe für die plattdeutsche Sprache entstand aus einer Blödelei heraus. Sie wussten untereinander zunächst gar nicht, ob überhaupt alle plattdeutsch sprechen können. Die Riff-Gatt-Band erkannte aber schnell die Vorteile. „Die plattdeutsche Sprache ähnelt von der Sprachmelodie und der Metrik her sehr dem englischen” erklärt Lord Lotzi, „Plattdeutsch ist eine Erzählsprache mit der man viel umschreiben kann”. Die Texte sind humoristisch und sarkastisch, haben häufig aber auch einen ernsthaften Hintergrund. Ein Song handelt etwa von Leuten die nur wenig Selbstachtung und Selbstwertgefühl haben. „Dies sind nicht unbedingt Alltagsthemen, aber wir singen eben das, was alle denken“ so Lord Lotzi.

Musikalisch kennt die Riff-Gatt-Band kaum Grenzen. Außer Schlager und Volksmusik spielen sie alles: Rock, Pop und Folk, sogar Techno und HipHop. So gehört etwa Coolios' „Gangstas Paradise“ zu ihrem Repertoire, was sie indes selber als fast schon unverschämt empfinden. Für die Songs gibt kein Arbeitsschema, sie entstehen in der Gemeinschaft. „Es gibt keine Vorbehalte, keine Idee wird grundsätzlich verworfen” so Lord Lotzi. „Wir haben 30 Songs im Repertoire, und noch etwa 20 weitere in der Hinterhand”.

Humor spielt eine große Rolle in dieser Band, wie man unschwer auch an den Künstlernamen erkennen kann. Im Gespräch teilen sie aus, stecken ein und haben viel Spaß miteinander. „Wenn Riff-Gatt proben oder auftreten, hat das was von einer Klassenfahrt von 14-jährigen” fasst Lord Lotzi zusammen. Sie können sich aber auch tiefsinnig über wichtige Themen unterhalten. „Wir sind keine Spaß-Band” mahnt Dr. Theodosius Drocksky. „Wenn wir an den Songs arbeiten nehmen wir das sehr ernst.”

Dies alles will die Riff-Gatt-Band auch beim Zuhörer auslösen. Wer ein Konzert der Band besucht, der muss sich schon auf sie einlassen und ihr konzentriert zuhören. Aufgebrochen wird diese Konzentration allerdings durch den Humor und allerlei Mitmach-Aktionen. „Die Reaktionen der Leute zu beobachten ist ein super Gefühl. Wir machen uns im Proberaum lange Gedanken über die Songs und die Setlist. Wenn dann alles klappt und man merkt, dass die Leute mitmachen und begeistert sind, bestenfalls auch noch mitsingen, das gibt einem eine Menge mit” fasst Dr. Theodosius Drocksky die Live-Erfahrung zusammen. „Wir haben uns aufgrund von Familie und Beruf auf zehn Auftritte im Jahr reduziert” so Tante Portas. Die Riff-Gatt-Band verzichtet auf aggressive Werbung. Sie hofft eher, dass sich die Live-Qualitäten der Band herumsprechen.

Lord Lotzi, Dr. Theodosius Drocksky, Tante Portas, Hinni Osram und „Die acht Köstlichkeiten“ finden Halt in dieser Gemeinschaft. Für sie ist die Riff-Gatt-Band längst mehr als nur ein kleines Hobby. „Es macht Spaß gemeinsam an Songs zu arbeiten. Wir verstehen uns aber so gut, dass wir nicht nur unser Musikprogramm machen, sondern auch danach häufig noch zwei Stunden zusammensitzen und reden. Manchmal ist es fast schade den Proberaum zu verlassen” erzählt Dr. Theodosius Drocksky.

„Unter uns herrscht viel Respekt und Zuneigung” ergänzt Lord Lotzi , ehe er von Dr. Theodosius Drocksky recht rüde unterbrochen wird: „Was für'n Respekt denn?“. Die Antwort von Lord Lotzi lässt nicht lange auf sich warten: „Klappe! Mann, damit hast Du jetzt alles verarscht!”. Sie brechen in lautes Gelächter aus. Haben wir das auch geklärt.

Diese Serie wird präsentiert von: Musikhaus Ahrends

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