Bands in Ostfriesland
Alternative-Rock-Coverband

Raketenrampe

Von "Bleed American" bis "Du schreibst Geschichte" - "Raketenrampe" ist alles andere als eine gewöhnliche Coverband.

Von Christian Zeiß

Emden. „Braucht ihr Watte für die Ohren?” fragt Holger - halb besorgt, halb augenzwinkernd - während seine Kollegen die Instrumente stimmen und schon mal andeuten, dass es gleich durchaus laut werden könnte.

„Raketenrampe” probt in einem kleinen Raum im Obergeschoss eines Einfamilienhauses. Es hängen Plakate und ein Kalender an der schrägen Wand - in der Ecke steht ein großes Bett mit einer Kuscheldecke darauf. Unserer Fotografin ist kalt, sie widersteht der Versuchung aber eisern.

Die Mitbewohner, wie auch die Nachbarn müssen tolerante Menschen sein, denn tatsächlich wird es jetzt ziemlich laut. Die Band spielt „Hate To Say I Told You So” (The Hives), „Bleed American” (Jimmy Eat World) und „Du schreibst Geschichte” (Madsen), danach noch „Boys Of The Summer” von Don Henley in einer rockigen Version - mitreißend, druckvoll und authentisch. Das sitzt erstmal!

Man merkt schon an der Songauswahl, dass „Raketenrampe” alles andere als eine gewöhnliche Coverband ist. Jan (Schlagzeug), Frank (Gesang), Marc (Gitarre), Holger (Bass) und Uwe (Gitarre) machen den jeweiligen Song zu ihrem eigenen, auch wenn sie sich sehr nahe am Original bewegen. Sie fühlen den Song und lassen sich mitreißen, und das wirkt sich auch auf den Zuschauer aus.

Die Band spielt seit 2015 zusammen. Den Bandnamen hat man ausgewählt, weil er „nach abheben und Gas geben klingt” so Jan. Und das passt dann ja auch ganz gut. „Westernhagen oder Bryan Adams hätten wir jetzt nicht gecovert,“ sagt Uwe. Und Jan ergänzt: „Uns geht es aber nicht darum, was andere Bands machen. Wir wollen uns selber nicht verbiegen.“

Man richtet sich hauptsächlich nach dem eigenen Musikgeschmack, und der ähnelt sich untereinander sehr. Favorisierte Songs kommen dann auf eine der zahlreichen Vorschlagslisten. „Wir wollen natürlich etwas spielen, das nach vorne geht,“ erklärt Marc. Einige Songs gehen ganz leicht von der Hand, an anderen arbeiten sie länger, vor allem Jan ist da sehr ehrgeizig und penibel.

Ihr Repertoire wächst ständig. Heute umfasst es beinahe 40 Songs - darunter „Prayer Of The Refugee” (Rise Against), „21st Century Digital Boy” (Bad Religion), „Bubbles” (Biffy Clyro), „Hand In Hand” (Beatsteaks), „Drive“ (Incubus) und „Rockin' In The Free World” (Neil Young). Das sind allesamt Songs, die live gespielt werden wollen. Nur gut, dass „Raketenrampe” es liebt, auf der Bühne zu stehen.

„Nur hier für uns im Proberaum … das wäre zu wenig,“ sagt Jan, und Uwe ergänzt: „Auftritte sind der Treiber. Man ist motivierter und klüngelt nicht herum.“ Die Bandmitglieder freuen sich schon auf ihren nächsten Auftritt am 23. Dezember in der Stadthalle Aurich. Die Band ist durch die Konzerte erst so richtig zusammengewachsen. Alle mögen es, wenn das Publikum mittanzt und singt. „Wenn die Leute abrocken, ist man selber auch ganz anders drauf,“ erklärt Holger.

„Raketenrampe” hat mittlerweile schon einige Konzerte gespielt, darunter auch Akustik-Gigs. Von Routine wollen die Mitglieder aber nicht sprechen. Das würde zu ihnen auch nicht passen. Die fünf machen alle schon lange und permanent Musik, und das soll sich so schnell auch nicht ändern. „Das ist eben eine Leidenschaft, die sitzt so drin,“ sagt Holger.

„Raketenrampe” trifft sich einmal die Woche. Das ist manchmal stressig, wegen der Arbeit und dem Familienleben, verzichten will darauf aber keiner mehr. „Songs spielen, quatschen, Bier trinken, Runterkommen,” fasst Frank die Abende zusammen. Hört sich nach Spaß an.

Diese Serie wird präsentiert von: Musikhaus Ahrends

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