Bands in Ostfriesland
Punk-Rock

Punx'n Poets

Schmissige Punkrock-Songs mit Haltung: Das Emder Quartett Punx'n Poets überzeugt auf neuem Album

Von Christian Zeiß

Emden. Stolz reckt Matthias dem Besucher das neue, gerade veröffentlichte Album entgegen. „Überraschende News” heißt es. 16 Songs. 55 Minuten. Nichts als Punkrock. Druckvoll, schmissig, schlagfertig und eingängig, mit gelungenen Intros, beseelten Chorgesängen und mitsingbaren Refrains. Ein Querschnitt aus den letzten fünf Jahren Punx'n Poets.

Da sind der räudige Gesang, die kräftigen Gitarren, der treibende Bass und das Schlagzeug als Kraftwerk dahinter. Und da sind die vielen starken und ausgereiften Songs: die rasenden „Übermorgen“ und „Kriegdienstleister Nr. 1”, das brodelnde „Kellerwut“, „Nichts meinen” mit dem melodischen Gitarrenlauf und seinem stampfenden Refrain, „Von der Rolle” klingt wie die Die Toten Hosen, als die noch gut waren, und „Wenn”, das sich gegen Ende nochmals öffnet. Den abschließenden Titelsong zieht es gar zum Irish-Folk.

Simon Klaaßen (Schlagzeug), Perry Petersen (Gitarre/ Gesang), Marcel Peters (Gitarre/ Gesang) und Matthias Pohlmann (Gesang/Bass) hören und machen schon lange Punk-Musik. Sie wissen, was sie tun. Die Routine hat ihnen allerdings nicht ihr Feuer genommen.

Das Emder Quartett gibt es seit dem Mai 2012 in dieser Formation. Dass es Punkrock spielen würde, war damals schnell klar. „Ich kann auch nichts anderes” sagt Matthias, ohne jeglichen Anflug von Ironie. Das Debütalbum erschien noch im ersten Band-Jahr. „Untergang! Bald!” war eigentlich eher für das eigene Auto und nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Man nahm es für kleines Geld auf und veröffentlichte es bei Klabautermann Records.

Für den Nachfolger haben sich Punx'n Poets im Vorfeld viele Gedanken gemacht und sind wesentlich ernsthafter an die Sache herangegangen. Die Songs entstanden allesamt im Proberaum - mit einem Gitarrenriff oder einem Schlagzeug- Beat und Matthias schaute dann, welcher seiner Texte passen könnte. Letztendlich musste sich das richtige Gefühl einstellen, musste man warm werden mit dem Song. Alle sollten mit dem Endergebnis einverstanden sein.

Und weil das Album nicht, so wie „Untergang! Bald!”, den Charakter eines Demos haben sollte, gingen Punx'n Poets mit ihren fertigen Songs in das Dickfehler Studio zu Hanno Janssen, der das Album gewohnt gekonnt aufnahm. Er hat dem Album einen modernen Punkrock-Sound gegeben: klar aber kompakt, so wie bei Massendefekt oder Montreal. Verlegt wird das Album über „Winterzeitstudios” in einer Auflage von 1000 Stück.

Nach den Aufnahmen hatten sie erstmal „die Schnauze voll” von dem Album. Simon, Perry, Marcel und Matthias mussten Abstand gewinnen. Sie hatten zu viel Arbeit und Herzblut reingesteckt. Aber wenn sie „Überraschende News” heute hören, sind sie äußerst zufrieden damit und sprechen sogar von einem „Quantensprung”.

Dies gilt sowohl für die Musik wie auch für die Texte, die diesen Songs ihre aufrechte Haltung geben. Matthias schreibt seit dem 13. Lebensjahr über Dinge, die ihn bewegen und beschäftigen, und er hat mittlerweile ein Gespür dafür entwickelt, Dinge auf den Punkt zu bringen. Er positioniert sich etwa mehrmals klar gegen rechts, aber nicht plump oder plakativ, sondern beißend sarkastisch und mit cleveren Wortspielen.

Es ist Matthias wichtig, dass man ihm zuhört: „Wenn die Zuschauer einem die eigenen Texte entgegenbrüllen, ist das unglaublich”, erzählt er und ergänzt: „Es gibt sowieso nichts Besseres, als auf der Bühne zu stehen und Menschen mit der eigenen Musik mitzureißen.” Einige Male im Jahr trägt die Band dann auch ihre Songs raus aus dem Proberaum, hinaus auf die Bühne. Im August etwa spielen Punx'n Poets auf dem Großefehn Open Air. Die Vorfreude ist groß, da sie dort neben von ihnen geschätzten Bands wie Massendefekt und Rogers auftreten können.

Simon, Perry, Marcel und Matthias haben schon immer in Bands gespielt, aber Punx'n Poets ist für alle die beste bisher. Anfangs als Spaß und Ausgleich gedacht, hängt heute viel mehr daran. Die vier haben sich gemeinsam weiterentwickelt, sind alle gleichberechtigt und finden meistens einen Konsens. „Wir sind eine ehrenamtliche Konsens-Band”, sagt Perry im Spaß.

Ohne Musik würde ihnen etwas fehlen. Und es ist erneut an Matthias, dies auf den Punkt zu bringen: „Musik ist das geilste Hobby der Welt”.

Diese Serie wird präsentiert von: Musikhaus Ahrends

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