Bands in Ostfriesland
Akustik-Pop

Frl. Sofa

Das akustische Pop-Trio „Frl. Sofa” genießt die neuen Freiräume.

Von Christian Zeiß

Emden. In vielen Coverbands spielt man die Musik, die den Leuten gefällt, also Party-Musik für ein Party-Publikum. Trotz der vielen schönen Momente als Musiker bekommt man insgesamt aber nur wenig zurück. Kaum einer hört richtig zu, gegen Ende wirst du noch von Besoffenen angemotzt. Dabei ist so ein Gig anstrengend und kostet viel Kraft. Eine gute Coverband spielt auf Stadtfesten oft bis lange nach Mitternacht.

Anita erlebte dies jahrelang mit Fearless, einer der bekanntesten Coverbands aus Emden. Als sie eines Abends nach einem Auftritt mal wieder erschöpft auf ihrem Sofa lag, hatte sie genug davon. Anita wusste allerdings auch, dass es so ganz ohne Musik auch nicht gehen würde. Es musste also eine eigene Band her, eine, in der sie das tun kann, was ihr Spaß macht. Einen Bandnamen hatte sie mit „Frl. Sofa” schnell gefunden. Auch der erste Bandkollege war mit Jens, den sie von Fearless kannte, schnell an Bord. Im Juni diesen Jahres stieß dann Heiko über ein Facebook-Casting hinzu.

„Frl. Sofa” wollen mit ihrer Musik ein Publikum ansprechen das bewusst zuhört, dem man die Geschichten nahe bringen kann. Der Kontakt soll direkter und näher sein, als sie es gewohnt sind. Ein Großteil ihres Repertoires besteht noch aus Coversongs: „Reckoning Song (One Day)” (Asaf Avidan), „Wie soll ein Mensch das ertragen” (Philipp Poisel), „With Or Without You” (U2), „Here Comes The Rain Again” (Eurythmics), „Good Love Is On The Way” (John Mayer) oder „Your Song” (Rita Ora). 

Man erkennt die Melodie in dem akustischen Pop-Gewand zwar wieder, die Songs werden aber auf das Wesentliche reduziert und bekommen Raum, um auszureißen. Jeder der Musiker vermag so Akzente zu setzen: Anita mit ihrer ausdrucksstarken, klaren Stimme. Heiko mit seinem variablen Gitarrenspiel und dem angenehmen Timbre. Jens, der mit seiner Percussion füllt und antreibt.

Bevor Frl. Sofa einen Song einspielen, schauen sie im Internet, was andere schon damit gemacht haben. Dann probieren sie so lange, bis er eine eigene Note bekommt. Über die Songauswahl ist man sich häufig schnell einig. Unter den dreien gibt es keine Querelen, der Umgang ist ehrlich. Schließlich soll auch der Song vor allem authentisch klingen. Da hilft es natürlich, dass sie erfahrene Musiker und mittlerweile bestens aufeinander abgestimmt sind.

Auch eigene Stücke passen in das Konzept

Zu den Coversongs kommen immer mehr eigene, von Heiko geschriebene Stücke, die sich bestens in das Bandkonzept einfügen. „Cabrio” etwa ist entspannter Songwriter-Pop, eindringlich gesungen, den man sich gut im Radio vorstellen kann. Deutschsprachig Gefühle auszudrücken, „ohne dass es peinlich wird”, das kann nicht jeder.

Heiko hat schon immer eigene Songs geschrieben, er verbindet viel mit ihnen. Früher war er einige Zeit im „Posaunenchor Visquard”, dann lieh er sich die Gitarre seiner Schwester und lernte das Komponieren und Singen. Als Heiko zuletzt einigeJahre gar keine Musik mehr machte, fehlte ihm etwas. Er freut sich, jetzt Leute gefunden zu haben, die seine Leidenschaft teilen.

Anita, die in jungen Jahren mit einer Haarbürste vor dem Spiegel posierte und ein Musical- Star werden wollte, stand erstmals mit 28 Jahren auf der Bühne. Musik bedeutet Anita alles und hilft sogar bei Krankheiten. Sie gibt ihr Zufriedenheit, Glück und Erfüllung. Jens lernte im Alter von acht Jahren zunächst auf einer Orgel zu spielen, ehe er sich, als Akt der Rebellion, dem Schlagzeug zuwandte. Häufig schickte ihn die Mutter direkt nach der Schule erstmal zum Abreagieren an das Instrument. Mit 14 Jahren spielte Jens in seiner ersten Rockband.

Frl. Sofa genießen die selbst erschaffenen neuen Freiräume. Sie musizieren gerne miteinander und harmonieren auch zwischenmenschlich ganz wunderbar. Frl. Sofa wollen in die Öffentlichkeit gehen, sich einen Namen machen. Zwar nicht auf Biegen und Brechen, aber mit einer gewissen Beharrlichkeit. „Musik zu machen, erfüllt einen” erzählt Anita, „sie live darzubieten steigert das nochmal”. Frl. Sofa wollen auf der Bühne „das, was einem selber Freude macht weitergeben” - nur dann bekommt man auch etwas zurück.

Irgendwann nehmen sie vielleicht mal ein Album auf. Anita, Heiko und Jens bleiben da aber ganz entspannt. „Wir lassen uns treiben” geben sie als Motto aus. Immerhin bestehen Frl. Sofa erst seit einem halben Jahr.

Diese Serie wird präsentiert von Musikhaus Ahrends.

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