Bands in Ostfriesland
Irish/Scotish-Folk

Frisian Bones

Frisian Bones spielen traditionellen Irish/Scotish-Folk mit einer eigenen, rockigen Note.

Von Christian Zeiß

Emden. An einem der wärmsten Tage des Jahres stehen „Frisian Bones” in ihrem Proberaum, einer umgebauten Werkstatt, und spielen einige Songs. Es dauert dann auch nicht lange, bis alle nassgeschwitzt sind. Aber die Band steht kurz vor ihrer Jubiläumsveranstaltung, da wird eben jede Möglichkeit zum Proben genutzt.

„Frisian Bones” gibt es seit mittlerweile zwanzig Jahren, die Besetzung ist stets die gleiche geblieben: Jonny Ströver (Mandoline, Gitarre, Bodhran, Gesang), Gerd Oberdick (Schlagzeug, Gesang), Sascha Euteneier (Bass, Gitarre, Gesang) und Victor Deitche (Akkordeon, Keyboard, Bass, Gesang). Kennengelernt haben sie sich also im Jahr 1999 - lediglich Deitche kam etwas später in die Band. Ströver gab ihm damals einige CDs von den Dubliners und anderen irischen Bands in die Hand und erteilte gleichzeitig den Auftrag: „Das musst du in vier Wochen können“. Deitche konnte und ist seitdem dabei.

Alle vier haben vorher in anderen Bands gespielt. Als „Frisian Bones” hatten sie aber eine ganz klare Vorstellung: „Wir wollten Irish/Scotish-Folk machen, aber anders, als man das kennt. Halt mit anderen Instrumenten und rockiger als beim traditionellen Folk,” erinnert sich Oberdick, „so wie es vorher keiner gemacht hat.“

Unter den Songs von „Frisian Bones” finden sich viele Traditionals aus dem Irish/Scotish-Folk. Oberdick erklärt dies wie folgt: „Wenn man diese Songs hört, stellt man sehr schnell fest, dass man sich in sie verlieben kann“. Und Ströver ergänzt: „Das ist einfach schöne Musik”. Die Songs sollen aber nicht einfach nur nachgespielt werden. „Frisian Bones” wollen zur Essenz des Stückes vordringen und ihm etwas ganz Eigenes abgewinnen. Dies funktioniert indes nicht immer so, wie man sich dies erhofft. „Manchmal hat man die Harmonien zusammen, aber es klingt eben nach nichts, weil irgendwas fehlt,” sagt Deitche. Dann sind die Musiker rigoros: „Entweder es klappt oder nicht. Wenn es nicht klingt, fliegt der Song raus,“ so Oberdick.

Ströver, Oberdick, Euteneier und Deitche machen auch außerhalb der Band einiges zusammen, die Musik ist aber natürlich der Ausgangspunkt für vieles. „Was uns antreibt, ist die Liebe zur Musik,“ so Oberdick. „Das ist wie eine Droge, die dich dein Leben lang verfolgt. Man hat mal kurz keinen Bock mehr, kann aber nie ganz damit aufhören.”

Einige Male im Jahr drängt es „Frisian Bones” auch auf die Bühne. „Live spielen ist das Wichtigste in dem ganzen Prozess,“ erzählt Deitche. Und weiter: „Man übt und hat etwas erreicht - und das will man zeigen. Außerdem hat man somit auch ein Ziel vor Augen.”

Am 3. August fand die Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Frisian Bones - Die Party geht weiter” in der Gaststätte „Mutter Janssen” in Wallinghausen statt. Vor ihrem Konzert war schon eine leichte Anspannung zu spüren. Sie machten sich Gedanken, ob alles so funktionieren würde, wie man es gewohnt ist. Diese Sorge erwies sich allerdings als unbegründet. Von kleinen Tonproblemen zu Beginn, die man sehr charmant überbrückte, mal abgesehen, gelang es „Frisian Bones”, das Publikum zu begeistern und mitzunehmen.

Mehrere Hundert Fans sorgten für gute Stimmung. Sie sahen den mitreißenden Auftritt einer entspannt, aber stets mit dem nötigen Nachdruck agierenden Band, die vor allem durch ihr feines Zusammenspiel überzeugte. Das Konzept der „Frisian Bones” ging dabei vollkommen auf: traditionellen Irish/Scotish-Folk mit einer eigenen, rockigen Note zu versehen.

Diese Serie wird präsentiert von: Musikhaus Ahrends

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