Bands in Ostfriesland
Alternative-Rock

Apollo Circus

Am Freitag veröffentlicht die Band „Apollo Circus“ in der Alten Post ihr neues Album „Let The Feeling Fly“

Von CHRISTIAN ZEISS

Emden - „Geiler Song“ sagt Morena Barbe am Ende von „Everyway“, mit einem breiten Grinsen im Gesicht - der Bass hängt wie immer lässig an ihr herunter. Kurz zuvor hat sie mit ihrem Instrument noch den Song angetrieben, während Gitarrenriffs die Luft zerschnitten und sich die Stimme von Martin Kurtenbach überschlug - der Rest war Rauschen und Brodeln. Barbe hat Recht: geiler Song.

Die Stimmung ist gelöst im Proberaum von Apollo Circus. Martin Kurtenbach (Gesang), Tim Altesellmeier (Gitarre), Kai Rüst (Gitarre), Morena Barbe (Bass) und Menko Diekmann (Schlagzeug) scherzen miteinander, albern herum und machen ungelenke Bewegungen hinter der Kamera. Man spürt die Zufriedenheit und die Erleichterung, jetzt wo das Album endlich fertig ist. „Let The Feeling Fly“ heißt es, und erscheint am 6. März.

Aufgenommen wurde das Album im Zeitraum von Juli bis Dezember 2019 bei mehreren Sessions im „Ducklake“-Studio in Hesel, unter der Regie von Daniel Holtz. Die fünf Musiker haben diese Songs in letzter Zeit ziemlich häufig gespielt und gehört, sie im Studio in ihre Einzelteile zerlegt und wieder zusammengesetzt. Man muss sie dann auch schon mal zur Seite legen, um Abstand zu gewinnen. Was in dieser Zeit indes nie verloren ging, ist ihre innige Liebe zu diesen Songs. Die Band „Apollo Circus“ ist wahnsinnig stolz auf ihr neues Album. Und das zu Recht!

„Let The Feeling Fly“ wächst mit jedem Hören - die Songs sind straffer und direkter als sonst, melodischer, ausgefeilter komponiert und ausdrucksstärker. Das prägnante und sphärische Intro des Titelstücks zieht einen in dieses Album hinein. Der Song steigert seine Dramaturgie sekündlich und mündet in einen mitreißenden Refrain. „Tune Without A Sound“ hat fantastische Gitarrenpassagen und eine entspannte Pop-Melodie. „Ice Queen“ fegt mit U2-Gitarren los, der Refrain ist dann alte Oasis-Schule. „Living In A Dream“ atmet mit seinen Power-Akkorden deutlich den Geist der 80er. „All I Ever Wanted“, die Ballade des Albums, erinnert in den Strophen an den Brit-Pop von The Verve. „Soul Wizard Woman“ hat einen Kumpel-Punk-Refrain, in dem man laut „We Belong To The Other Side“ skandiert, und der treibende Rocksong „Hey You“ geht nach dem Gitarrensolo in einen großen Stadionchor über.

Die Idee zu dem Album entstand für Kai Rüst auf ganz natürliche Weise: „Das ist die logische Konsequenz aus der Band-Arbeit. Wir haben in dieser Besetzung zusammengefunden und natürlich arbeitet man dann auch an neuen Songs.“ Als sie zehn Songs zusammenhatten, war schnell klar, dass die auf eine Platte gehören. Da man in jüngerer Vergangenheit zwei Band-Contests gewonnen hatte, war zudem das nötige Kleingeld vorhanden, um sich ein gutes Studio auszusuchen.

Daniel Holtz erwies sich dann auch als die richtige Wahl. „Daniel hat bei vielen Dingen seine Meinung eingebracht“, erklärt Barbe. „Er war der richtige Einfluss für uns und mitverantwortlich dafür, dass das Album so klingt, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Mit seiner Geduld und seinem Fachwissen hat der Produzent alles zusammengehalten, denn fünf Musiker in einem Studio - das ist nicht immer einfach. „Natürlich gab es auch Meinungsverschiedenheiten“, gibt Altesellmeier zu, „aber die waren immer produktiv. Das war ein positiver Stress.“ Kurtenbach ergänzt: „Daniel hat die Fähigkeit, noch mal alles aus einem herauszukitzeln. Und zuletzt ist ein gutes Werk dabei herausgekommen.“

Das Album einfach nur digital zu veröffentlichen, kam für die Band nicht in Frage. „Wir wollten unbedingt eine CD machen. Da hat man etwas Festes in der Hand, das man den Leuten mitgeben kann“, erklärt Altesellmeier. Auch das kreative Design und das Logo gehören zum Gesamtprodukt - „das ist schon etwas Feines.“

Für die Band bedeutet das Album aber auch das Ende einer Phase. „Wir haben als Band eine richtig geile Gemeinschaft gefunden, die noch nie so bestanden hat. Es macht richtig Bock, immer wieder zur Probe zu gehen und neue Sachen zu machen“, so Kurtenbach. „Natürlich machen wir weiter, aber wir müssen schon auch neue Wege bestreiten, basierend auf dem, was wir jetzt erschaffen haben“.

Zunächst aber steht für Apollo Circus erstmal das CD-Release-Konzert am kommenden Freitagabend in der Alten Post an. „Das wird ein richtig guter Abend“, sagt Kurtenbach voller Vorfreude. Auch die Gäste lassen dies vermuten: Als Vorbands konnte man „Die Fliesenleger“ und „Rawkinson“ gewinnen. Es könnte also laut werden!

Das Video zu dem Gespräch samt Live-Musik kann man auf der Facebook-Seite „Bands in Ostfriesland” anschauen.

Diese Serie wird präsentiert von: Musikhaus Ahrends

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