Bands in Ostfriesland
Indie-Pop

8 Seasons

„8 Seasons” aus Leer spielen leichtgängigen Indie-Pop mit Ohrwurmpotenzial

Von Christian Zeiß

Emden. Kommen „8 Seasons” einmal in Schwung, vermitteln sie umgehend Leichtigkeit und Spaß, selbst bei dieser Band- Probe. „Kommt da nicht noch eine Strophe?” merkt Rieke an, kurz nachdem der Song endet. Sie ist sich ziemlich sicher, fragt aber trotzdem mal in die Runde. Die anderen Bandmitglieder blicken sich kurz an, müssen dann aber bestätigend nicken. „Nicht so nice” befindet Rieke, allerdings mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Als Zuschauer hätte man den Verspieler gar nicht erst bemerkt, die jungen Musiker sind aber sehr akribisch und spielen den Song einfach nochmal. Dieses Mal natürlich so, wie er erdacht wurde, und auch die weiteren Stücke sitzen ansatzlos.

Die Leeraner Band besteht neben Rieke (Gesang) aus Luisa (Keyboard), Leonie (Harfe), Angelina (Geige), Patrick (Bass), Sven (Schlagzeug) und Dennis (Gitarre). Entstanden ist sie 2014, aus einem Projekt zwischen Stadt und Musikschule. Die Songs erarbeitete man zunächst noch sehr organisiert mit einem Coach. Seitdem Rieke dazu kam, kann und muss man „8 Seasons” aber als eigenständige Band ansehen.

Rieke schreibt alle Songs von „8 Seasons”. Sie komponiert am Klavier und singt dazu mit klarer Stimme über ihr Leben, ihre Freunde und alles, was ihr so passiert. Woher Texte und Musik kommen, das weiß sie nicht. „Das kommt aus mir heraus“, sagt sie, „manchmal fühle ich mich von mir selber ertappt“.

Riekes Songideen werden dann im Kollektiv weiterentwickelt und auf die anderen Instrumente ausgeweitet. Jeder soll seine Freiräume bekommen, denn neben den klassischen Instrumenten einer Pop-Band geben Harfe und Geige den Songs ein besonderes Klangbild.

„8 Seasons” haben ihren eigenen Stil gefunden

Auf ihrer EP „No Regrets”, die in Kooperation mit dem Landkreis Leer aufgenommen wurde, ist zweifelsohne zu erkennen, dass „8 Seasons” längst ihren eigenen Stil gefunden haben. Sie spielen Indie-Pop: bezaubernd, leichtgängig und melancholisch, durchdacht, aber nie verkopft - mit rockigen Noten und Ohrwurmpotenzial.

Als die EP ankam, setzten sie sich umgehend in ihre Autos und legten sie in den CD-Player. „Es war richtig krass für uns, die fertige EP zu hören,“ erinnert sich Rieke, „wir hatten so etwas schließlich noch nie gemacht”. „Es sind auch viele Erinnerungen damit verbunden”, ergänzt Leonie, „einige Songs sind entstanden, als wir noch 14 waren - jetzt gehen wir auf die 20 zu“.

„8 Seasons” kommen einmal im Monat für eine lange Probe zusammen. Sie würden sich gerne häufiger treffen, aber einige Mitglieder studieren mittlerweile oder arbeiten, zudem wohnen sie auch nicht mehr in der gleichen Gegend. Ganz darauf verzichten können und wollen sie aber nicht. Schließlich haben sich „8 Seasons” vorgenommen, mal ein Album zu produzieren. Und auch die Live-Auftritte werden immer wichtiger: „Die Songs müssen raus und den Leuten gezeigt werden,“ findet Rieke.

Unmittelbar vor den Konzerten macht sich immer noch eine gewisse Nervosität bemerkbar. Sie ist aber längst nicht mehr so groß wie bei dem ersten Auftritt. Da haben sich die Musiker noch Gedanken darüber gemacht, was sie anziehen wollen, waren von der Situation beeindruckt. Heute gehen alle recht locker damit um. Sie vertrauen einander und finden Halt in der Gruppe, zudem beherrschen sie mittlerweile ihre Instrumente richtig gut.

Auf der Bühne gelingt es „8 Seasons” sogut wie immer, ihre eigene Freude an der Musik auf das Publikum zu übertragen. Als kleiner Hit hat sich dabei „Whatever Comes“ herausgestellt, das lauthals mitgesungen wird. „Wir können den Song mittlerweile nicht mehr nicht spielen,“ so Rieke, auch wenn sie ihn teilweise etwas nervig finden und zumindest bei den Proben nicht mehr spielen. Live macht er ihnen dann aber auch wieder Spaß.

Die Frage, ob man die Band zusammenhalten wolle und könne, beantwortet Leonie recht forsch: „Auf jeden Fall!“ „Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, die anderen länger nicht zu sehen,“ ergänzt Luisa. „8 Seasons” haben sich diese Frage nie wirklich gestellt. Für alle ist es ganz selbstverständlich in dieser Band zu spielen. Sie mögen sich, haben viel Spaß miteinander und sind nicht nur als Band zusammengewachsen. „Wir sind eine Familie geworden“, so Rieke. Und dieses Mal nicken alle umgehend.

Diese Serie wird präsentiert von: Musikhaus Ahrends 

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