Solidarisch mit wem?

Nach den Luftangriffen auf Syrien setzen die USA Russland unter Druck. Als Politiker darf man sich derzeit überhaupt nicht sicher sein, mit wem oder was man sich da solidarisch zeigt. Ein Kommentar von Jens Voitel.

Duma: Menschen stehen vor den zerstörten Gebäuden in Duma, dem Ort in dem es angeblich einen Giftgasangriff gegeben haben soll. Foto: Hassan Ammar

Die Luftangriffe der USA, Frankreich und Großbritannien auf Syrien werden von einer Mehrheit der Bundesbürger abgelehnt. Das hat eine aktuelle Umfrage ergeben. Dagegen stellt sich die Bundesregierung - diplomatisch und bündnisgemäß korrekt - hinter die Militäraktionen.

Seitdem Donald Trump die Geschicke im Weißen Haus und der nach wie größten Militärmacht der Welt leitet, ist es aber auch so eine Sache mit der Solidarität. Als Politiker darf man sich derzeit überhaupt nicht sicher sein, mit wem oder was man sich da solidarisch zeigt: Mit einem vom Wahnsinn nicht weit entfernten, im Kern völlig unpolitischen US-Präsidenten? Mit einem größenwahnsinnigen Anti-Demokraten, der zufällig Präsident geworden ist? Oder aber mit den NATO-Verbündeten, mit dem Kampf gegen menschenverachtende Diktaturen, die nicht einmal mehr vor Giftgas-Attacken zurückschrecken oder mit den Opfern eines fatalen, augenscheinlich nie enden wollenden Krieges? Darf man einem Donald Trump trauen, wenn er vorgibt, einen erneuten Gas-Angriff der syrischen Armee verhindern zu wollen? Es fällt sehr schwer.

16.04.2018, 15:56 Uhr
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