Ostfriesland
Prozess um 31-Jährigen mit Fetisch

Sieben Jahre Haft für Sexualtäter

Das Landgericht in Aurich hat einen 31-jährigen verurteilt, der zum wiederholten Male Kinder missbrauchte.

Von Martina Ricken

Aurich. Der 31-jährige Wiesmoorer, der zum wiederholten Male Kinder sexuell missbraucht hat, wird sehr lange Zeit im Gefängnis verbringen müssen. Die Jugendschutzkammer des Landgerichts Aurich verurteilte ihn für 15 Fälle sowie eines versuchten schweren Missbrauchs und Verstoß gegen Weisungen der Führungsaufsicht zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und ordnete die Sicherungsverwahrung an. Der Angeklagte hatte sich in die Einliegerwohnung eines früheren Arbeitskollegen eingemietet und sich an dessen elfjährigen Sohn vergangen.

Nach langer Beweisaufnahme war für das Landgericht Aurich klar, dass der 31-jährige Wiesmoorer erneut Kinder sexuell missbraucht hat. Wie schon im früheren Verfahren spielte wieder sein besonderer Fetisch eine Rolle: Es erregt ihn besonders, wenn seine Opfer weiße Socken tragen. Auf diesen Fetisch wird er sehr lange verzichten müssen. Das Gericht verurteilte ihn zu sieben Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Im September 2017 hatte er seine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten, zu der er 2013 wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war, abgesessen. Nur zwei Monate später, das ergaben Handyauswertungen, war er wieder im Chatkontakt mit Pädophilen und lud kinderpornographische Dateien herunter.

Er fand eine Arbeitsstelle und machte sich an den 13-jährigen Sohn des Arbeitgebers heran. Auch dieser Junge sollte weiße Socken anziehen, was er aber strikt verweigerte. Ob der 13-Jährige missbraucht wurde, ist nicht geklärt. „Aber Sie haben hier schon Straftaten begangen“, betonte Richter Jan Heinemeier. Denn der Angeklagte stand nach der Haftentlassung unter Führungsaufsicht und wurde im Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter. Eine Auflage der Führungsaufsicht: Er durfte sich Kindern nicht nähern, allein mit ihnen sein oder sie in seine Wohnung einladen.

Aber genau das tat er schon, als er noch in Wirdum lebte. Denn er hatte sich mit dem Vater der Missbrauchsopfer, einem damaligen Arbeitskollegen angefreundet. Die beiden neun und elf Jahre alten Jungen durften bei ihm übernachten. Im Juni 2017 zog er sogar in die Einliegerwohnung ein. Die Jungen gingen bei ihm ein und aus. Es kam zu Übergriffen.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige
Anzeige