Ostfriesland

OB und Landrat wollen Gegner überzeugen

Stadt Emden und Landkreis Aurich halten trotz Auricher Widerstand an dem Plan eines Zentralklinikums in Georgsheil für alle drei Krankenhausstandorte fest.

Hannover/Emden. Von Verunsicherung ist weder beim Emder Oberbürgermeister Bernd Bornemann noch beim Auricher Landrat Harm-Uwe Weber etwas zu spüren. „Das war doch klar, dass die Resolution im Auricher Stadtrat gegen das Zentralklinikum verabschiedet wird. Ich bin nur positiv überrascht, dass es doch so viele im Stadtrat gibt, die eine Zentralklinik befürworten”, sagte Weber gestern auf Anfrage der Emder Zeitung.

Sowohl Weber als auch Bornemann wollen an ihrem Plan, ein Zentralklinikum für den Landkreis und die Stadt Emden in Georgsheil zu bauen und dort drei Krankenhäuser zu vereinigen, festhalten. „Für mich ist diese Resolutionsverabschiedung, die wirklich absehbar war, ein Ansporn, weiter zu versuchen, die Gegner mit unseren Argumenten zu überzeugen”, sagte Bornemann.

Es mache ihm „keinen Spaß, ein Krankenhaus zu schließen”, sagte er nachdrücklich. „Wir sehen aber keine langfristige Perspektive mehr, unsere Häuser noch in sechs oder zehn Jahren so zu betreiben, dass die Menschen hier vor Ort eine gute Gesundheitsversorgung haben.” Die jüngst veröffentlichten Prognosen zum Bevölkerungsrückgang unterstützten die Zusammenlegungspläne.

Bornemann wies auch darauf hin, dass die Stadt Aurich nicht das Krankenhaus in Aurich betreibt, sondern der Landkreis: „Das ist eine von mehreren Gebietskörperschaften, die sich dagegen ausgesprochen haben. Der Rat der Stadt Emden hat das Zentralklinikum mit einer Gegenstimme befürwortet.”

Überhaupt hält auch Weber die Gegner für nicht so potent, wie sie erscheinen: „Wenn wirklich alle unsere Pläne ablehnen würden, dann wären bei den Info-Veranstaltungen zum Zentralklinikum sicherlich viel mehr als jeweils 350 Menschen erschienen.” Bei den 21 000 Unterschriften gegen den Zusammenschluss müsse man „erst einmal prüfen”, wie viele Unterschriften überhaupt übrig blieben.

Weber betonte noch einmal, dass die Stadt Aurich nicht für die Ubbo-Emmius-Klinik zahlt, sondern der Landkreis: „Wir haben sogar noch in diesem Jahr eine Million Euro an die Stadt Aurich zurückgezahlt.” Von diesem Geld sollte ein Kreißsaal renoviert werden. Etwas ketzerisch meinte Bornemann, dass die Stadt Aurich ja ein eigenes Krankenhaus bauen könnte, wenn sie es bezahlen würde. „Wir müssen sehen, dass wir auch in Zukunft für Patienten wie auch für Ärzte ein gutes Klinikum in der Region anbieten können. Und da ist das Zentralkrankenhaus eine Lösung.”

Wie die niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt den Widerstand gegen die Klinikzusammenlegung wertet, dazu gab das Ministerium gestern keine Auskunft. Dort hieß es: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.” Diese soll Anfang Juli getroffen werden. Dann soll festgelegt werden, ob das Land für einen Klinikneubau Geld zur Verfügung stellt. Ohne die finanzielle Unterstützung des Landes würde der Plan platzen.

In der zweiten Junihälfte wird es ein Treffen aller Beteiligten aus dem Landkreis Aurich und der Stadt Emden geben, die gemeinsam mit dem Staatssekretär im Gesundheitsministerium über die zukünftige Krankenhausstruktur diskutieren werden. Dann kämen sicherlich auch die Resolution und die Gegenstimmen zum Zentralklinikum zur Sprache, betonte eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber der Emder Zeitung.

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