Landkreis Wittmund
Corona-Krise und Bundeswehr

Wittmunder Alarmrotte bleibt trotz Corona-Krise aktiv

Auch bei der Bundeswehr wird das Personal in den Dienststellen reduziert. Mitarbeiter arbeiten im Home Office und Schichtdienst.

Wittmund. Im Zuge der Corona-Krise musste auch das Taktische Luftwaffengeschwader 71 in Wittmund seinen Betrieb etwas herunterfahren und anpassen. Zunächst wurden bis auf weiteres alle Besuchergruppen abgesagt. Weiterhin arbeiten viele Mitarbeiter von Zuhause aus. „Die Corona- Krise hat auf uns alle Auswirkungen.“, heißt es in einer Pressemitteilung. Man reduziere das Personal in den Dienststellen, wo es nur geht. Flugstunden finden unterdessen weiter statt, auch die Alarmrotte bleibt weiter aktiv.

Die Richtlinien der Bundesregierung in Bezug auf die Corona- Pandemie müssen auch bei der Bundeswehr umgesetzt werden. Beim den Richthofenern stehe aber weiterhin die Erfüllung des Auftrages im Fokus. Das Geschwader stellt die Alarmrotte, die sogenannte Quick Reaction Alert (QRA). Damit wird nicht nur de nördlichen Luftraum Deutschlands abgesichert, sondern auch zur integrierten NATO- Luftverteidigung beigetragen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. „Auch in der Corona- Krise“, machte das Geschwader deutlich.

Daneben findet ebenfalls der Ausbildungs- und Übungsflugbetrieb statt, um sowohl den Technikern wie auch den Piloten ausreichendes Training zur Erfüllung ihrer anspruchsvollen Aufgabe zukommen zu lassen. Aktuell stehen Übungs- und Ausbildungsflüge an den Nachmittagen und in den Abendstunden auf dem Programm. „Gerade die Flüge in den Abendstunden bzw. die Nachtflüge müssen regelmäßig trainiert werden, da besondere Einsatzverfahren geübt werden müssen“, erklärten die Richthofener.

Neben dem Training für die QRA bereitet sich das Geschwader derzeit schon auf die anstehende Übernahme des Einsatzes beim Verstärkten Air Policing im Baltikum ab August diesen Jahres vor. Hier werden die Richthofener mit etwa 200 Frauen und Männern für vier Monate den nördlichen Luftraum der NATO überwachen.

Trotz all dieser Aufgaben wurden auch im Richthofengeschwader verschiedenste Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona- Virus getroffen. So wurde beispielsweise das Personal „entzerrt“. Dadurch konnte der Personalbedarf in allen Bereichen, die von der Fliegerei direkt aber auch indirekt betroffen sind, deutlich reduziert werden. Personal, welches in Telearbeit von zu Hause aus arbeiten kann, tut dieses. Soldaten und Mitarbeiter, denen dies nicht möglich ist, arbeiten in einer Art Schichtsystem, um sich „gelinde gesagt, aus dem Weg zu gehen.“ Somit wurde der direkte Kontakt zu anderen Menschen laut Bundeswehr auf ein absolutes Minimum reduziert. Die Auszubildenden der Ausbildungswerkstatt zum Beispiel arbeiten im Home Office an ihren durch das Ausbildungspersonal geschnürten Lernpaketen. „Die Azubis werden also ihre Ausbildungsziele erreichen“, ist das Geschwader überzeugt. Das inzwischen gut eingestellte Fernstudium sei eine praktikable Lösung, um den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten, wenngleich persönlicher Kontakt und Austausch zwischen Ausbildern und Azubis grundsätzlich notwendig ist.

„Auch wenn aufgrund der dreiwöchigen Nachtflugphase der Eindruck entstehen könnte, dass der Flugbetrieb zugenommen hätte, wurde dieser doch auf ein Minimum reduziert“, erläuterten die Richthofener. Kommodore Oberst Kai Ohlemacher bittet die Bevölkerung entsprechend um Verständnis und Unterstützung auch in dieser für alle schwierigen Zeit: „Mein Personal braucht dieses Training und zwar tagtäglich, um unseren Auftrag – die Sicherheit im Luftraum – letztendlich für die Bevölkerung sicherzustellen.“ In einem Informationsschreiben an die Angehörigen seines Geschwaders appellierte Kommodore Ohlemacher an seine Frauen und Männer.

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