Landkreis Wittmund
Mix von Dauer- und Ferienwohnungen angestrebt

Wittmund nimmt "schwarze" Ferienwohnungen ins Visier

Der Landkreis will 2020 verstärkt kontrollieren, ob Regelungen der Bebauungspläne eingehalten werden.

Wittmund. Wer privat oder gewerblich Wohnungen an Feriengäste vermietet, der braucht hierfür eine entsprechende Baugenehmigung – auch wenn er nur eine Umnutzung vorhat und gar nicht groß investiert. Weil dies zunehmend nicht beachtet wird, finden ab nächstem Jahr verstärkt Überprüfungen gegen die Besitzer sozusagen „schwar­zer“ Ferienwohnungen statt. Das hat die Kreisverwaltung Wittmund kurz vor Beginn des neuen Jahres angekündigt.

Nachdem in den vergangenen Jahren kontinuierlicher Zubau von Ferienwohnungen angestrebt worden sei, um die Nachfrage zu decken, trete jetzt der Erhalt von Dauerwohnungen für normale Mieter verstärkt in den Vordergrund – gerade in den touristischen Zentren im Kreisgebiet, heißt es weiter in der Pressemiteilung. Mehrere Gemeinden hätten ihre Bebauungspläne bereits dahingehend geändert, um Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Es werde hingegen ein gesunder Mix des Nebeneinanders von Dauer- und Ferienwohnungen angestrebt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ganze Straßenzüge nur noch aus Ferienwohnungen bestehen, sich so genannte „Rolladensiedlungen“ ausbilden. Selbst Zweitwohnungen können von Gemeinden rechtlich sauber über Regelungen in Bebauungsplänen ausgeschlossen werden.

Die Einhaltung der Pläne soll nun verstärkt überwacht werden. Im Fokus der Kontrollen der Bauaufsicht des Landkreises Wittmund stehen dabei ungenehmigte Ferienwohnungen. Wird eine zu Dauerwohnzwecken genehmigte Wohnung an ständig wechselnde Gäste vermietet, stellt dieses eine nach Baurecht genehmigungspflichtige Nutzungsänderung dar. Darauf weist der Landkreis noch einmal ausdrücklich hin.

Von besonderer Bedeutung sei dieses in den Bereichen, die per Bebauungsplan von der Gemeinde als „allgemeines Wohngebiet“ ausgewiesen worden sind. Hier soll überwiegend dauerhaft gewohnt werden; Ferienwohnungen sind in diesen Bereichen nur ausnahmsweise zulässig. Nach der derzeit geltenden Rechtsprechung bedeutet dies, dass Ferienwohnungen nicht mehr als ein Viertel aller Wohnungen in dem Gebiet ausmachen dürfen. Ist diese Grenze erreicht und eine ungenehmigte Ferienwohnung vorhanden, besteht somit auch keine Aussicht auf eine nachträgliche Genehmigung. Es droht eine kostenpflichtige Nutzungsuntersagung, drauf weist die Bauordnungsbehörde hin.

Aus Sicht des Landkreises Wittmund geht es auch um eine Gleichbehandlung der Bürger vor dem Gesetz. Diejenigen, die sich an geltendes Baurecht halten, sollen nicht schlechter gestellt werden als die, die dagegen verstoßen.

Nähere Auskünfte zu dem Themenfeld kann das Bauamt des Landkreises unter 0 44 62 / 86 12 72 während der üblichen Bürozeiten erteilen.

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