Landkreis Wittmund
Artenschutz

Nabu dokumentiert Brutgeschäft mit Drohne

Beobachtet wid die Kolonie der Trauerschwalben am Ewigen Meer.

Eversmeer. Die Kolonie der Trauerseeschwalben am Ewigen Meer steht unter besonderer Beobachtung: Unter Einsatz einer Drohne wird derzeit von Mitarbeitern der Ökologischen Nabu-Station Ostfriesland (ÖNSOF) das Brutgeschäft dokumentiert und die Nahrungsgebiete erkundet. Die Ergebnisse sollen helfen, die Rahmenbedingungen für ein langfristiges Überleben der seltenen Vögel am Ewigen Meer zu verbessern.

Die Trauerseeschwalben am Ewigen Meer gehören zu den Vogelarten, die zur Ausweisung als EU-Vogelschutzgebiet führten. „Die Kolonie ist eine von nur noch vier Vorkommen in Niedersachsen und die heutzutage einzige in Deutschland, die in einem Hochmoorgebiet liegt“, erläutert Regina Kuklok-Grimm von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund. Daher sei die Verantwortung für den Erhalt der Art hoch. Zudem sei es eines der wenigen Vorkommen, das bislang nicht auf künstliche Nisthilfen angewiesen ist und natürliche Brutplätze nutzt.

Das Aussterberisiko bei der kleinen Kolonie wird aber als relativ hoch beurteilt, weswegen die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund und die in der Gebietsbetreuung unterstützende ÖNSOF besondere Aufmerksamkeit auf das Vorkommen legen. Wichtige Voraussetzungen für die Konzipierung von Schutz- und Fördermaßnahmen des in Aufstellung befindlichen Managementplans für das Schutzgebiet sind eine gute Kenntnis des Zustands der Brutkolonie, ihrer Nahrungsgebiete und möglicher Gefährdungen. Daher wurden ergänzend zu bereits in Vorjahren durchgeführten Untersuchungen weitere unter Einsatz moderner Technik in den Arbeitsplan der ÖNSOF aufgenommen. Die Untere Naturschutzbehörde erteilte jetzt die Genehmigung für das Fliegen im Naturschutzgebiet.

Geflogen wird die Drohne von Rewen Tölge, der über eine Sondererlaubnis zum Fliegen vom Land Niedersachsen und die notwendige Ausbildung verfügt. „Aus der Vogelperspektive kann ich ohne nennenswerte Störung wichtige Informationen über die Zahl der Gelege, ihre genaue Position, Gelegegrößen, Schlupf und Bruterfolg in Erfahrung bringen, die sonst nur unter großer Störung und beträchtlichem Aufwand zu ermitteln wären“, erläutert Tölge.

Mit einer an der Drohne befindlichen hochauflösenden Kamera kann durch Fotos oder Videos jeder Kontrollflug aufgezeichnet werden. Sogar eine Begleitung der Nahrungsflüge zur Erkundung der Nahrungsquellen ist möglich. Diese Daten lassen sich dann im Nachhinein am Computer in Ruhe auswerten und legen oft noch weitere Details offen, die während des Einsatzes nicht sofort erkennbar waren, schwärmt der Wissenschaftliche Mitarbeiter der ÖNSOF. Durch Kombination mit Beobachtungen zur Dokumentation der an die Küken verfütterten Nahrungstiere lassen sich dann Analysen zur Herkunft der Nahrungstiere sowie zur Bedeutung bestimmter Nahrungsquellen durchführen.

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