Landkreis Wittmund
Mehr Exemplare gesichtet

Immer mehr Kegelrobben leben im Wattenmeer

Nach ihrem Verschwinden wanderten erste Tiere aus britischen Gewässern wieder ein.

Wilhelmshaven/Ostfriesland. Immer mehr Kegelrobben bevölkern das Wattenmeer. Von 2018 bis 2019 haben Experten im dänisch-niederländisch-deutschen Wattenmeer und rund um Helgoland 6.538 Tiere gezählt. Dies entspreche einem Wachstum um sechs Prozent im Vergleich zu den Vorjahreszahlen, sagte Sascha Klöpper vom Gemeinsamen Wattenmeer-Sekretariat am Dienstag in Wilhelmshaven. Zehn Jahre nach der Ernennung des Wattenmeeres zum Unesco-Welterbe sei vor allem der Anstieg der Kegelrobben-Bestände im dänischen Wattenmeer ein besonderes Geburtstagsgeschenk.

Vor Dänemark wurden demnach 408 Tiere gegenüber 228 im Vorjahr gesichtet. Die Experten schließen daraus, dass die Robben ihr Verbreitungsgebiet über das gesamte Wattenmeer ausdehnen. Seit der Rückkehr der Kegelrobbe in das Wattenmeer Mitte des 20. Jahrhunderts wächst insgesamt der Bestand stetig, ergibt die Zählung der Expertengruppe aus den drei Ländern.

Auch in den Niederlanden leben vier Prozent und damit 4.760 Kegelrobben mehr als noch ein Jahr zuvor, in Niedersachsen und Hamburg sind es 18 Prozent und 451 Tiere. Erstmals wurden auch im Hamburger Wattenmeer regelmäßig Kegelrobben gesichtet. Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer wurden mit 155 Robben 18 Prozent weniger als im Vorjahr beobachtet. Auf Helgoland war der Rückgang mit zwei Prozent (764) gering. Die Experten begründeten die Unterschiede zwischen den Gebieten unter anderem mit einem schwankenden Nahrungsangebot, einem Wechsel der Sandbänke oder lokalen Störungen.

Bei den Zählungen werden sowohl ausgewachsene Kegelrobben als auch Jungtiere erfasst. Im Winter 2018/19 wurden im Wattenmeer und auf Helgoland insgesamt 1.684 Jungtiere beobachtet - ein Wachstum von 22 Prozent. Die meisten von ihnen wurden im niederländischen Wattenmeer geboren.

Zu früheren Zeiten waren Kegelrobben im Wattenmeer wahrscheinlich zahlreich, bis sie aufgrund exzessiver Bejagung verschwanden, hieß es. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wanderten erste Tiere aus britischen Gewässern wieder ein. Der im Wattenmeer häufig anzutreffende Seehund stehe unter besonderem Schutz. Davon profitiere auch die Kegelrobbe. Seit den 1970er Jahren steht der Großteil des Wattenmeeres unter Naturschutz. 1991 wurde das Abkommen zum Schutz der Seehunde geschlossen. 2009 hat das Unesco-Welterbekomitee das Wattenmeer zum Weltnaturerbe erklärt.

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