Landkreis Leer

Niederländer kommen mit Containerbergung gut voran

Nach der Container-Havarie eines Frachters in der Nordsee haben sich zahlreiche Metallobjekte auf dem Meeresboden verstreut. Das betrifft auch die Fischerei.

Das Containerschiff MSC Zoe hatte auf dem Weg nach Bremerhaven in der Nacht zum 2. Januar über 291 Container verloren. Foto: Nlc

Den Haag/Emden. Gut einen Monat nach der Havarie des Containerschiffes „MSCMSC Zoe“ kommen die Bergungsarbeiten in der Nordsee gut voran. Die Erforschung mit Sonargeräten vor der Emsmündung sowie nördlich der niederländischen Wattenmeerinsel Terschelling sind abgeschlossen. Alle Objekte auf dem Meeresboden seien verortet, teilte das niederländische Ministerium für Verkehr und Wasserwirtschaft in Den Haag auf Anfrage mit. In der Fahrrinne der Ems seien keine Container gefunden worden, sagte ein Behördensprecher in Emden.

Der Frachter hatte am 2. Januar auf dem Weg nach Bremerhaven fast 300 Container verloren. Das deutsche Havariekommando in Cuxhaven geht von 286 Containern aus, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen wie giftigen Chemikalien und Batterien. Diese beiden Boxen wurden bisher nicht geortet. Auch Greenpeace-Taucher hatten danach vergeblich gesucht. Fast 450 Container aus beschädigten Boxenreihen waren nach Einlaufen des Schiffes in Bremerhaven von Bord gebracht worden. Der Frachter war dort nach der Reparatur Mitte Januar wieder ausgelaufen.

Die meisten Container brachen nach dem Sturz im Wasser auseinander. Das sei erwartet worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Den Haag: „Der Fall der Container vom Schiff auf den Meeresboden ist mit einem Sturz vom 12. Stock eines Hochhauses vergleichbar.“ In der Folge war tonnenweise Müll an die Strände der ostfriesischen Inseln und der Knock angespült worden, darunter Kriegsspielzeug, Plastikschrott und Verpackungsreste.

Bislang wurden 23 große Stücke von Containern geborgen sowie auch zahlreiche Stücke der Ladung wie Autoteile. Der Großteil der Container und der Fracht liegt nach Angaben der Behörden in der Fahrrinne nördlich von Terschelling. Zunächst soll die Ladung und der Müll vom Meeresboden geborgen werden. Dabei werde auch ein Unterwasser-Roboter eingesetzt, sagte der Sprecher. „Zwei Bergungsschiffe sind Tag und Nacht im Einsatz.“ Die Bergungsaktion werde voraussichtlich noch mehrere Monate dauern.

Auch auf deutscher Seite sorgen sich die Fischer um eine unkontrollierte Verteilung der Bruchstücke. Das könnte zu gefährlichen Situationen beim Schleppen der Netze führen. Immerhin seien die Hauptfahrrinnen der Ems frei, für die Schifffahrt bestehe keine Gefahr, sagte am Mittwoch Helmut Olthoff vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden. Eine unbekannte Zahl von verdächtigen Objekten soll aber noch vor Borkum in der Nähe des Offshore-Windparks Riffgat liegen. Die deutschen Behörden wollten daher die niederländischen Berger um erneute Hilfe bitten, ein Bergungsschiff in dieses Gebiet zu schicken.

Die in Genf ansässige Reederei ist für die Bergung verantwortlich und trägt auch die Kosten. An der Aktion sind auch Schiffe der niederländischen Marine und der Küstenwache beteiligt sowie Fischerboote zum Aufsammeln von Müll aus dem Wasser. Bei stürmischer See und einer Wellenhöhe von zwei Metern werden die Arbeiten unterbrochen.

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