Landkreis Leer

Mehr Kontrollen an Ostern

Am Samstag dürfen keine Osterfeuer brennen. Ein neuer Termin für die Brauchtumsfeuer ist in der zweiten Jahreshälfte geplant.

Von Christoph Assies und Kornelia Sojka

Leer. Es werden mehr Streifenwagen als üblich unterwegs sein. Zusätzlich werden durch das Kreis-Ordnungsamt, die Ordnungsämter der Gemeinden und durch die Polizei Orte kontrolliert, wo Menschenansammlungen zu erwarten wären“, sagte Philipp Koenen, Sprecher des Landkreises Leer. Die Behörden werden gemeinsam mit der Polizei präsent sein. Denn weder öffentliche noch private Osterfeuer dürfen wegen der Corona-Krise abgebrannt werden. Wer trotz des Verbots ein Osterfeuer abbrennt, dem droht wegen illegaler Abfallbeseitigung ein Bußgeld zwischen 500 und 2000 Euro. Erlaubt werden soll das Abbrennen aber zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr. „Wir wollen uns zusammen mit unseren Städten und Gemeinden auf einen kreisweit einheitlichen Termin einigen, an dem die Brauchtumsfeuer nachgeholt werden können“, teilte dazu Landrat Matthias Groote mit.

Die Kontaktbeschränkungen haben auch an den Feiertagen Bestand. Darauf weisen der Landkreis und die Polizeiinspektion Leer/Emden nachdrücklich hin. Wer gegen die Niedersächsische Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Corona-Pandemie verstößt, muss ebenfalls mit einem Bußgeld und den Kosten für mögliche Einsätze von Polizei und Feuerwehr rechnen. In einer gemeinsamen Erklärung appellieren Polizei und Behörden an die Bürger, sich an die Regeln zu halten. Es wird kontrolliert, und am Samstag sogar mehr als üblich vorgesehen. Dies auch an Orten, die nach Ansicht der Behörden oft für Spaziergänge oder Radtouren genutzt werden. Einsolcher Ort ist erfahrungsgemäß der idyllische Hafen von Ditzum in der Gemeinde Jemgum. „Wir werden Ditzum an Ostern nicht sperren“, sagte Bürgermeister Hans-Peter Heikens. Man habe keinen gesetzlichen Ansatz, zu verhindern, dass Spaziergänger, Auto- oder Motorradfahrer sich von A nach B bewegen würden. „Es ist auch nicht verboten, sich in der Natur zu bewegen“, sagt Heikens. Der Bürgermeister mahnt, dass alle Regelungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, „die ich grundsätzlich für angemessen halte“, mit Augenmaß betrachtet werden müssten.

Geärgert hat sich Heikens nach eigenen Angaben über Äußerungen von Ditzumern in sozialen Netzwerken, „die sich auf übelste Weise über Gäste im Ort ausgelassen haben“. Er habe einen engen Kontakt mit der Polizei und habe dort auch darum gebeten, verstärkt Streife zu fahren, um Menschenansammlungen zu vermeiden. „Dennoch haben wir uns klar gegen eine Sperrung des Ortes ausgesprochen“, betont Heikens.

Darauf hat auch der Ditzumer Gastronom Stefan Burlager gehofft. Er betreibt das „Fischhaus“ direkt am Hafen des Ortes. „Wir hatten nach dem Start in die Saison am 10. März eigentlich nur eine Woche im Normalbetrieb geöffnet und dann war wegen Corona wieder Schluss“, sagt der Unternehmer im Gespräch mit unserer Redaktion. Er hat sein Team in Schichten eingeteilt; musste Kurzarbeit anmelden. „Der Tourismus, speziell jetzt zu Ostern, ist wichtig. Trotzdem sind wir positiv und machen das Beste daraus.“ Ein Außer-Haus-Geschäft mit Lieferservice im Umkreis von 15 Kilometern um Ditzum hat er nun eingeführt. „Das wollten wir im Laufe des Jahres ohnehin anbieten, jetzt haben wir es einfach vorgezogen.“

Am Karfreitag und am Ostersonntag hat Burlager sein Fischhaus im Ditzumer Hafen für die Abholung von Fischbrötchen, Frischfisch oder von Backfisch aus seinem Fischimbiss geöffnet. „Viele Menschen wollen gerade am Karfreitag frischen Fisch essen. Entsprechend viele Vorbestellungen liegen vor. Vielleicht holt sich der eine oder andere auch noch ein Fischbrötchen“, hofft Burlager, weil sein Laden direkt mit dem Auto angefahren werden kann. 

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