Landkreis Leer
Interview mit Vereinsvorsitzenden

Leukin: 20 Jahre Kampf gegen den Blutkrebs

Anna Fennen und der Verein Leukin organisieren seit 1996 Typisierungen.

Ostfriesland. Gemeinsam mit dem Verein Leukin kämpft die Vorstandsvorsitzende Anna Fennen seit 1996 gegen den Blutkrebs und organisiert Typisierungen.  

EZ: Frau Fennen, seit mehr als 20 Jahren kämpft der Verein Leukin gegen Blutkrebs. Wird man da nicht irgendwann müde?

Anna Fennen: Das Gegenteil ist der Fall. Ich brenne immer noch für die gute Sache.

Am 28. Mai war Weltblutkrebstag. Braucht man solche Gedenktage überhaupt?

Unbedingt. An solchen Gedenktagen berichten die Medien besonders über diese Krankheit. Dadurch erhöht sich die Zahl der Typisierungen, und das Bewusstsein der Menschen wird besonders gefördert.

Sie haben gut 79 000 Menschen für die DKMS typisiert und so 810 Lebensretter gefunden. Haben Sie eine Erklärung, warum Leukin immer noch so erfolgreich ist?

Ich glaube, dass die Bevölkerung genau weiß, wie wichtig unsere Arbeit ist. Das zeigen auch unsere Zahlen. In Ostfriesland sind wir in einigen Orten bei einer Typisierungsquote von 20 Prozent, im Bundesdurchschnitt sind es nur etwa sieben Prozent. Die Menschen sehen, dass Leukin immer noch sehr aktiv und überall im Einsatz ist. Das führt automatisch zum Erfolg.

Nicht immer gehen die Fälle gut aus, auch Leukin hat in den vergangenen Jahren Menschen an die Leukämie verloren. Wie gehen Sie damit um?

Es ist sehr schwer, und es berührt uns immer sehr. Wir trauern mit den Angehörigen. In den meisten Fällen lernen wir ja die Betroffenen und ihr Umfeld auch persönlich kennen. Den Kampf gegen die Leukämie zu verlieren ist hart, gerade wenn man alles Mögliche versucht hat. Es gehört aber leider auch zum Leben dazu, Abschied zu nehmen. Wir müssen diesen Verlust dann annehmen und weitermachen.

Nachdem Leukin zunächst im südlichen Ostfriesland aktiv war, weiten Sie Ihr Engagement zunehmend auch auf den nördlichen Bereich aus. Warum?

Ganz einfach, weil im nördlichen Bereich noch nicht so viele Menschen typisiert sind.

Ihr Verein ist komplett ehrenamtlich organisiert. Wie schaffen Sie es, stets genügend Helfer für Ihre Aktionen zu haben?

Bei Aktionen mit einem Betroffenen haben wir immer eine Helfergruppe aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis. Aus diesen Gruppen bekommen wir oft ganz großartige neue Helfer. Außerdem haben wir natürlich einen festen Stamm an Menschen, die sich bei uns engagieren.

Jede Registrierung bei der DKMS kostet 35 Euro. Da kommen schnell hohe Rechnungen auf den Verein zu. Woher nehmen Sie das Geld?

Bisher konnten wir immer unsere Rechnungen bezahlen, da uns die Bevölkerung mit Spenden unterstützt. Ohne die Spenden wäre vieles gar nicht möglich. Unsere Spardosen stehen in vielen Geschäften und wir freuen uns über jeden Cent. Auch viele Firmen und Geschäftsleute spenden Geld, Schulen organisieren Aktionen. Wir bekommen auch Unterstützung anlässlich von runden Geburtstagen oder Trauerfällen. Dafür sagen wir herzlichen Dank.

Es gibt in der Region soziale Initiativen, die als gemeinnützige GmbH firmieren, bei denen also auch Gehälter fließen. Ist das für Leukin auch eine Option?

Noch brauchen wir darüber nicht nachzudenken. Solange wir es so schaffen, bleiben wir ehrenamtlich.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten ...

…dann wünsche ich mir, dass sich jeder gesunde Mensch typisieren lässt, dass wir immer genügend Helfer haben und dass meine Familie und ich gesund bleiben.

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