Landkreis Aurich

Zwei Teebeutel, Kluntjes und ein Leuchtturm

In Grundy Center wird kräftig geworben. Besucher werden aus mehreren Bundesstaaten erwartet.

Grundy Center/Pewsum. Zwei Teebeutel, zwei Kluntjes - und mittendrin der Pilsumer Leuchtturm. Mary Schmidt aus Grundy Center in Iowa hat sich einen netten Werbegag einfallen lassen, um ihre Landsleute neugierig auf den Besuch der Krummhörner zu machen. Und nicht nur sie ist aktiv: In Grundy Center, der künftigen amerikanischen Partnerstadt der Krummhörn, wird schon kräftig für den bevorstehenden Besuch der Krummhörner geworben, erklärt der Amerika-Experte Helmut Fischer aus Norden.

Wie berichtet, wird am Sonnabend, den 16. Oktober 2010, im Rathaus von Grundy Center (Iowa) eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Krummhörn und dem Grundy County unterzeichnet. Mitglieder der Ländlichen Akademie Krummhörn und Helmut Fischer werden dann ein kulturelles Programm anbieten.

„Achter de Sünn an”

Vor einigen Tagen besuchte Fischer aus Norden auf Einladung der Eastfrisian Heritage Society (EHS) bereits den Ort Grundy Center im mittleren Westen der USA. Mit im Gepäck waren fast 100 alte Zeitungsausgaben der „Ostfriesischen Nachrichten und Ostfriesenzeitung” (wir berichteten).

Vor 15 Jahren besuchte die Ländliche Akademie Krummhörn zum ersten Mal den beschaulichen Ort Grundy Center, und führte das Auswanderermusical „Achter de Sünn an” auf. In diesem Herbst soll nun ein zweiter Besuch erfolgen, und dieser Besuch wird für die Mitglieder der EHS der Höhepunkt sein, spürte Helmut Fischer bereits deutlich.

Mary Schmidt stellte bereits federführend für das örtliche Organisationskommitee einen Veranstaltungsplan vor, der noch in seinen Einzelheiten mit dem technischen Leiter der Ländlichen Akademie Krummhörn (LAK), Hans-Jürgen Tabel, abgestimmt wird. „Es wird alles unternommen wird, um den Besuch so interessant und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten”, stellte Fischer fest.

Rund um die offizielle Vertragsunterzeichnung der Partnerschaft sind Farmbesichtigungen oder Exkursionen durch die Amana-Colonies und Kirchenbesuche geplant. Der Chor der LAK macht Musik und ein großes Konzert ist im Auditorium in dem neu aufgebauten Ort Parkersburg geplant. Wie berichtet, war Parkersburg erst 2008 durch einen schweren Tornado fast total zerstört worden.

Für den Bürgermeister der Gemeinde Krummhörn, Johann Saathoff, ist vor allem ein Jugendaustauschprogramm von großer Bedeutung. Währen zweier Schulbesuche will er amerikanische Schüler auf die gemeinsame Geschichte hinweisen, während Helmut Fischer mit Archivmaterial aus dem Medienzentrum Norden des Landkreises Aurich den historischen Aspekt vorführen will. Integriert sind Lesungen aus Auswandererbriefen, die in den Jahren 1849 bis 1853 in den USA geschrieben und in die Heimat Ostfriesland geschickt wurden.

Wendell Kurr, ein pensionierter Lehrer des Highland-College in Freeport (Illinois) übersetzt gegenwärtig fast 200 verschiedene Briefe in die englische Sprache. Damit liegt zum ersten Mal eine Dokumentation einer Auswanderung in drei Sprachen vor, plattdeutsch, hochdeutsch und englisch, ein mit Spannung erwartetes Projekt.

Junge Amerikaner

Dennis Hippen und Warren Lindaman, Mitglieder des örtlichen Organisationskommitees, ist es wichtig, in der jüngeren Generation das Bewusstsein für die gemeinsame Herkunft der eingewanderten Ostfriesen und der kommenden Besucher aus der Krummhörn zu wecken. Daher wird sehr viel Wert darauf gelegt, in den örtlichen Highschools aufzutreten.

Stolz werden Dennis Hippen und Warren Lindaman auch ihre neue Bibliothek in der Stadt präsentieren, wo viele Dokumente über ostfriesische Familien aufbewahrt sind, stellt Fischer fest. Und dann heißt es vielleicht: „Moin, kumm man rin, een Tass Tee hier in Grundy Center könnt wi ok maken, nee blot ji in Ostfreesland.”

hf/ggm

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