Landkreis Aurich

”Wir schreiben alles auf!”

Auftakt für das Projekt

Krummhörn. Unglaublich viele Geschichten hat die Krummhörn. Jetzt sollen sie erzählt werden. ”Sie reichen bis zu 500 oder gar 1000 Jahre zurück”, stellte der Krummhörner Pressesprecher Frank Baumann am Dienstag während des ersten Treffens zum neuen Projekt ”Dörfer erzählen Geschichte” fest. 17 Interessierte hatten sich zum Runden Tisch in der angenehm kühlen Pewsumer Mühlenscheune eingefunden. Weit mehr jedoch sprachen Projektleiterin Christine Schmidt von der Ländlichen Akademie Krummhörn (LAK) an, weil sie zwar Geschichten zu erzählen haben, dieses aber nicht in großer Runde tun möchten. ”Das brauchen sie auch nicht. Wir kommen zu Besuch und schreiben die Geschichte auf”, sagte Schmidt.

Zunächst sollen die Geschichten aus den Krummhörner Dörfern gesammelt werden, ergänzte Gerd Brandt. Dabei ist es gleichgültig, ob es ein persönliches Erlebnis, eine Anekdote oder eine historische Begebenheit ist, die man nur vom Hörensagen kennt.

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Alle Geschichten werden dokumentiert und möglicherweise später in einem Buch herausgegeben. Eine Jury, die noch gebildet werden muss, wird aus der Fülle fünf Dorfgeschichten aussuchen. Sie sollen im Sommer nächsten Jahres von den Erzählern vorgetragen werden, die ab September von der LAK ausgebildet werden. ”Es kann sein, dass wir dann fünf verschiedene Erzählformen haben”, deutete Schmidt an. Sie könnte sich auch vorstellen, dass der Stoff für ein Musical-Theater darunter ist. Aber noch ist alles offen.

Auch etliche Krummhörner Lieder dürften zu Tage gefördert werden, meint Baumann. Er erzählte von einem Manslagter, der 1963 in einer Kneipe ein Lied mit 25 Strophen in völlig falschem, von Platt beherrschtem Deutsch gedichtet hatte. Das Lied ”Wenn ich aus der Kneipe geh” trägt Baumann in seiner Rolle als Spaßmacher ”Harm Drög” immer wieder vor - allerdings nicht in der Kirche.

Ein Besucher des Runden Tisches fand das schade: Er war extra wegen des Manslagter Kneipenliedes gekommen. Aber auch das Pewsumer Fußball-Lied sei es wert, der Nachwelt erhalten zu bleiben - das wäre aber Stoff für ein weiteres Projekt.

Unter den Teilnehmern waren potenzielle Geschichtenerzähler wie der 36-jährige André Freimuth aus Manslagt, aus dem spannende Geschichten über sein Dorf nur so heraussprudelten.

Baumann und Ludger Kalkhoff, der Geschäftsführer der Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel, indessen hatten bei einem Besuch in Riga eine Führung mit einem Koffer voller Bücher erlebt, aus denen an markanten Punkten vorgelesen wurde.

Andere Teilnehmer lernten Leer durch die Geschichten eines Nachtwächters kennen oder ließen sich von einem (weiblichen) Deichgrafen in die Vergangenheit von Langeoog entführen. Auch diese Anregungen wurden mit Interesse aufgenommen.

H Nach den Sommerferien wird mit dem Sammeln der Geschichten begonnen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Christine Schmidt unter

S 01 60 / 92 31 17 46 melden.

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