Landkreis Aurich
Pfingsttreffen des Friesischen Forums

Wieken in schlechtem Zustand

Beim traditionellen Pfingsttreffen an der Versammlungsstätte Upstalsboom in Rahe wurde über das Kulturgut diskutiert.

Von Gerd-Arnold Ubben

Rahe. Die Wieken in Ostfriesland sind in einem schlechten Zustand. Das machte Torsten Bruns, Vorsitzender des Wiekenvereins und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Friesischen Forums, am Dienstagabend auf dem traditionellen Friesentreffen nach Pfingsten an der historischen Versammlungsstätte Upstalsboom in Rahe deutlich.

Wieken seien ein charakteristisches Kulturgut der friesischen Minderheit, deren Schutz ein gemäß der Minderheitencharta verbrieftes Recht sei. „Minderheitenrechte sind Menschenrechte”, betonte Bruns. „Politik und Verwaltung haben über viele Jahre die Füße still gehalten und dadurch ökologischen und kulturellen Komplettabstürzen den notwendigen Raum gegeben”, kritisierte Bruns. Deshalb gründete er 2018 den Wiekenverein, dessen vorrangiges Anliegen die Erhaltung der Fehnkultur beziehungsweise deren Wiederherstellung ist.

„Was mich wütend macht, ist die Tatsache, dass gesetzliche Regelungen und Verordnungen eigentlich einen besseren Zustand zulassen und auch fordern“, erklärte Bruns. Er hoffe, in den Köpfen der Anwesenden mit seinen Worten etwas verändert zu haben und ein Bewusstsein für das im Sterben liegende Kulturgut, insbesondere die Wieken als Keimzellen und Geburtsorte der Fehnkultur, zu schaffen. Seine 53-seitige Ausarbeitung zu dem Thema sei zuvor bei der Politik und dem Naturschutzbund (Nabu) auf wenig Interesse gestoßen.

Das Friesische Forum knüpft mit dem Pfingsttreffen an die mittelalterlichen Treffen an, bei denen sich die Vertreter der freien friesischen Landgemeinden (,,sieben Seelande”) einmal jährlich am Dienstag nach Pfingsten am Upstalsboom trafen, um über den Rechtsfrieden zu beraten und sich zu besprechen. Auf dem ,,höchsten gesamtfriesischen Feiertag” spannen Hauptredner den Bogen von der Vergangenheit zur Frage nach dem Vermächtnis der Friesischen Freiheit für die Gegenwart.

In einer szenischen Vorstellung erzählte Gräfin Theda alias Herma C. Peters von der Ländlichen Akademie Krummhörn-Hinte aus ihrem Leben mit ihrem Ehemann Ulrich Cirksena im 15. Jahrhundert. Peters machte an der Person von Gräfin Theda deutlich, dass die Frauen in der ostfriesischen Geschichte eine wichtige Rolle gespielt hätten.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von „jank frison“ mit Liedern wie „Fräi is die Moanske“, „Litje Toale“ oder „Do Fräizen hiere Soang“.

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