Landkreis Aurich
Fahrrad-Demo geplant

Vorrang für den Radverkehr

Die Initiative LuMA will am Samstag, 22. Juni, mit einer Fahrrad-Demo für die zügige Umsetzung des Masterplans Radverkehr demonstrieren. Das Auricher Orga-Team der „Fridays for Future”-Bewegung zeigt sich solidarisch.

Von Heike Arends

Aurich. Aurich soll fahrradfreundlicher werden, das hat sich die Stadt Aurich schon seit Längerem auf die Fahnen geschrieben und ist schon vor einigen Jahren Planungen angegangen, um die Situation für den Radverkehr zu verbessern. Dabei stand auch die Entwicklung des Masterplans Radverkehr 2030 an, dessen Verabschiedung nun endlich bei der nächsten Sitzung des Stadtrates am 27. Juni auf der Tagesordnung stehe, stellte jetzt Gerald Fiene, Sprecher der Initiative „Lebensqualität und Mobilität für Aurich“ (LuMA) in einem Pressegespräch heraus.

„Wir hoffen nicht nur auf die Beschlussfassung, sondern fordern eine zügige Umsetzung des Masterplans”, sagten Fiene und LuMA-Mitglied Klaus Reisgies. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Forderungen. So soll zum einen ein hauptamtlicher Radverkehrsbeauftragter eingestellt werden, der die Umsetzung des Masterplans begleitet. Zudem sollten jährlich 500 000 Euro in den städtischen Haushalt für Investitionen für den Radverkehr eingestellt werden.

Um bezüglich der Umsetzung des Plans Druck zu machen, ruft die Initiative für Samstag, 22. Juni, zu einer Fahrraddemo auf. Der Treffpunkt hierfür ist um 10.30 Uhr auf dem Schlossplatz. Von dort aus geht es auf eine rund acht Kilometer lange Tour rund um die Innenstadt, die um 11.30 Uhr mit einer Abschlusskundgebung am Rathaus enden soll.

Fiene hofft auf mindestens 100 Teilnehmer und freut sich zudem, dass sich das Auricher Orga-Team der „Fridays for Future”-Bewegung solidarisch zeigt: Man ziehe an einem Strang. „Wir werden in den Sozialen Netzwerken auf die Fahrrad-Demo hinweisen”, sagten Eloise Altmikus und Laureen Dreesch. Beide sind Schülerinnen am Ulricianum und im Orga-Team aktiv. Sie betonten, dass eine Teilnahme an der Fahrrad-Demo jedoch unabhängig von der „Fridays”-Bewegung als Privatperson erfolge.

Bei einem der wöchentlichen Treffen hatte dort Klaus Reisgies die Initiative LuMA und deren Ziele vorgestellt. Darunter solche, die auch die Schüler bewegen, schließlich geht es im Zuge der von LuMA angestrebten Verkehrswende auch um die Reduzierung von Schadstoffen und damit um den Klimaschutz.

Darüber hinaus wissen die 16-jährige Altmikus und die 17-jährige Dreesch, die von Haxtum beziehungsweise Wallinghausen aus mit dem Rad zur Schule fahren, aus eigenen Erfahrungen, dass es um die Qualität der Radwege in Aurich nicht immer zum Besten bestellt ist. Sie könnten schon nachvollziehen, warum im Winter Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder Familien es allgemein in der Freizeit nutzen, sagten sie mit Blick auf zum Beispiel vereiste beziehungsweise auf zu schmale oder gar nicht vorhandene Radwege.

Wenn jetzt der Masterplan beschlossen werde und erste Maßnahmen bezüglich Infrastruktur und der Behebung von Mängeln angegangen werden, sei das schon ein guter Anfang, befanden Fiene und Reisgies. Doch selbst wenn Aurich den Plan zu einhundert Prozent umsetze, hätte man noch nicht den Standard, den zum Beispiel viele niederländische Städte bezüglich des Radverkehrs schon haben, merkte Fiene an.

Bereits im September vergangenen Jahres hatte LuMA erstmals eine Fahrrad-Demo organisiert. An deren Ende stand die Übergabe eines Zeugnisses an die Stadt, das dieser schlechte Noten in der Radverkehrswegeplanung attestierte. Auch dieses Mal hat sich die Initiative etwas Besonderes einfallen lassen. Mehr wollten Fiene und Reisgies jedoch nicht verraten. Außer, dass die Übergabe im Vorfeld der Ratssitzung erfolgen wird.

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