Landkreis Aurich
Schnelles Internet in Ostfriesland

Vodafone will Landkreis Aurich versorgen

Der Breitbandausschuss gibt grünes Licht.

Von Peter Saathoff

Landkreis Aurich. Das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone wird zukünftiger Pächter des kreiseigenen Turbo-Internets. Die Briten hatten sich im Bieterverfahren gegen ihre fünf Mitbewerber durchgesetzt. Die Mitglieder des kreiseigenen Breitbandausschusses bestätigten am Dienstag die Entscheidung der Verwaltung zugunsten von Vodafone.

Gila Altmann (Die Grünen) stimmte als einzige gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Ihr Nein richtete sich allerdings nicht gegen Vodafone, sondern gegen das gesamte Verfahren, sagte die Grüne auf Nachfrage vom Sonntagsblatt. „Mir ist das zu viel Blindflug”, sagte Altmann. Sie bezog sich auf aus ihrer Sicht nicht ausreichende schriftliche Informationen im Vorfeld zu der Sitzung.

Damit ist nun auch klar, an wen sich Einwohner unterversorgter Gebiete zukünftig wenden müssen, um von den neuen Glasfaserleitungen, die der Landkreis in den nächsten Monaten verlegen will, zu profitieren. Die Entscheidung betrifft unter anderem die Ortschaften Canhusen und Cirkwehrum in Hinte. Dort will der Landkreis bis zu 138 Haushalte in 21 Straßen direkt mit Glasfaserkabeln ans Haus versorgen. Das betrifft unter anderem Haushalte an der Cirkwehrumer Straße, am Cirkwehrumer Ring, Am Duesterland und am Canhuser Ring. An allen Straßen weißt der Verfügbarkeitscheck des Landkreises die Möglichkeit zur Internetversorgung mit Breitband aus.

Breitband-Interessierte, die bereits beim Landkreis ihr Interesse an dem Ausbau bekundet haben, werden nun in den nächsten Monaten von Vodafone angeschrieben und über die Tarife informiert, kündigte Ingo de Vries, Leiter des kreiseigenen Breitbandbetriebs, am Dienstag an. Ortschaften und Straßenzüge, die sich bisher nur verhalten beim Landkreis gemeldet haben und förderfähig sind, sollen von Ortsvorstehern und Gemeinden auf die Ausbauoffensive hingewiesen werden.

Noch fehlen notwendige Zustimmungen der Bundesnetzagentur sowie des Bundes als Fördermittelgeber. Beide Zustimmungen gelten als Formalitäten, mit einer Ablehnung rechnet Landrat Harm-Uwe Weber (SPD) nicht. „Es gibt erheblichen politischen Druck, den Breitbandausbau voranzutreiben”, sagte Weber auf Nachfrage vom Sonntagsblatt. „Da rechnen wir nicht mit einer Ablehnung.”

Neues gibt es auch zu den Schulen, Gewerbegebieten und anderen unterversorgten Ortschaften. Aktuell sind 39 der 106 Schulen im Landkreis versorgt. Zwei weitere befinden sich in der aktuellen Förderrunde. Für die übrigen 65 Schulen würden individuelle Lösungen gefunden, sagte Frank Puchert, Erster Kreisrat.

Das betrifft unter anderem Schulen in den Städten Aurich und Norden. Da die Schulen in gut versorgten Gebieten liegen, plane der Kreis hier auf das Wirtschaftslückenmodell zu wechseln. Bei diesem System bezuschusst der Kreis den Ausbau privater Telekommunikationsunternehmen, für die sich der Ausbau ansonsten wirtschaftlich nicht lohnen würde.

Bei den Gewerbegebieten profitiert der Kreis von einer geänderten Förderrichtlinie. Bis dato war es so, dass Gewerbegebiete als versorgt galten, wenn nur ein Teil bereits mindestens 50 Mbit/s erreichte. Inzwischen gilt für die Gewerbegebiete eine umgekehrte Regelung. Sobald nur ein Bereich darunter liegt, darf der Kreis das gesamte Gewerbegebiet mit Glasfaserkabeln ausstatten.

Für die bis dato unterversorgten privaten Haushalte, die nicht in der aktuellen Förderrunde bereits versorgt werden, erstellt der Landkreis zurzeit eine neue Liste der sogenannten „weißen Flecken”. Das betrifft laut de Vries aktuell 7100 Haushalte im gesamten Kreisgebiet. Für die will die Verwaltung weitere Förderanträge stellen.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN