Landkreis Aurich

Stube im Landarbeiterhaus stand Pate für Museum

Für das Museum in der Mühle Wiegboldsbur nahm Mühlenverein Maß in Suurhusen.Von EZ-RedakteurGÜNTHER GERHARD MEYERTel. 0 49 21 / 89 00 418

Wiegboldsbur. Im Mühlenmuseum der Wiegboldsburer Mühle ist eine Landarbeiterküche entstanden. Der Mühlenverein hat dort vieles aus dem früheren Alltag der Ostfriesen zusammengetragen. Wenn Museumsbaas Albert Janssen im ersten Stock des Galerieholländers Besucher durch die Ausstellung führt, ist es jedes Mal eine Zeitreise durch die Vergangenheit. Akribisch hat Janssen die verschiedenen Themenbereiche zusammengetragen. Dort wird auf kleinstem Raum das Leben im Moor gezeigt, die Arbeit in der Schusterwerkstatt oder auch der Alltag auf den Baustellen und in den Tischlerwerkstätten. Zu jedem Stück kennt Janssen die Geschichte und die Menschen dahinter. ###STOP###

Als der Mühlenverein vor kurzem überraschend eine Feuerplatte des Kamins aus dem alten Müllerhaus fand, das vor 100 Jahren noch im Original neben der Mühle stand, wurde für Janssen ein alter Traum wach. ”Ich wollte immer Omas Köken nachempfinden.”

Unscheinbar fand sich die historische Feuerplatte in einem alten Schuppen, der für einen Neubau abgerissen werden sollte. Hochkant als Trennwand hatte sie die letzten Jahrzehnte überdauert und niemand wusste zunächst etwas damit anzufangen. Zuvor war sie Unterlage oder Bodenplatte für alle möglichen Arbeiten gewesen. Dann erkannte Gerd Freimuth den wahren Wert der unscheinbaren verdreckten Platte. Sie wurde geschrubbt und lackiert und bekam nun im Mühlenmuseum wieder ihre einstige Aufgabe zugewiesen, nämlich als Fundament, auf dem ein Kamin aufgebaut wurde. ”Es war das letzte Detail, das mir noch gefehlt hat”, so Janssen.

Doch einfach eine Fantasieküche zu bauen, kam für den ehemaligen Spölbaas der Niederdeutschen Bühne Aurich nicht in Frage.

”Dat mutt stimmen”, sagte sich Janssen und hatte gleich das Landarbeiterhaus Suurhusen im Visier. Er fuhr persönlich nach Suurhusen und traf dort zufällig auf Peter Timm, von der dortigen Geschichtswerkstatt, der auch den Garten vor dem Landarbeiterhaus pflegt. Timm holte den Schlüssel zum Landarbeiterhaus, dann wurde der Kamin vermessen und fotografiert. ”Und wir hatten schließlich die perfekte Vorlage”, erklärte Albert Janssen.

Die gelernten Zimmerleute Hinrich Djuren und Gerd Gerdes aus Wiegboldsbur haben als Handwerker den Kamin wieder aufgebaut. ”Ich war der Plegsmann und half”, war auch Janssen stets dabei, als der Kamin in der Mühle Gestalt annahm.

Alles ist wieder da ”Omas Sörg”, der Lehnstuhl, der in keiner Kammer fehlen durfte. Ein originalgetreuer Esstisch, der aus der ehemaligen Gaststätte Bertus Detmers stammt und zwei Stühle ”Mehr Platz ist da gar nicht. Aber es ist fast so, als wären Oma und Opa nur kurz aus dem Zimmer gegangen.”

Das besondere an der Arbeit im Mühlenverein, schwärmt Alber Janssen, ist, dass im Mühlenverein keine Idee - und sei sie noch so verwegen - auf die lange Bank geschoben wird. ”Alles wird irgendwie umgesetzt. Es sind immer Hände da, die mit anpacken.”

Zu sehen ist ”Omas Köken” am kommenden Wochenende erstmals rechzeitig und offiziell anlässlich des Wiegboldsburer Weihnachtsmarktes im Schatten der weihnachtlichen beleuchteten Mühle. Dann können auch die anderen Themenbereiche der liebevoll zusammengestellten Schau auf dem Kornboden bewundert werden. Und natürlich hat Albert Janssen dann auch die eine oder andere Geschichte parat, die bei den Besuchern Erinnerungen an frühere Zeiten in Ostfriesland wecken - und für die Jüngeren für ungläubige Gesichter sorgen wird.

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