Landkreis Aurich

Strandbrüter fliegen auf die Krummhörn

Dank Gelegeschutz und Besucherinformation wurden die ersten Küken der Sandregenpeifer flügge - auch Seeregenpfeifer geschlüpft

Krummhörn. Die ersten Paare der vom Aussterben bedrohten Sandregenpfeifer führen in der Krummhörn wieder Junge. Die auch Strandbrüter genannten Vögel gehören zu den Küstenvogelarten, deren Brutbestände seit Jahren zurückgehen. Das erklärte der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen, der für die Landesregierung Artenschutz betreibt.

Strandbrüter benötigen vegetationsarme Schill- und Sandflächen, die frei von Störungen und für Beutegreifer wie Füchse unzugänglich sind. Solche ungestörten Flächen werden immer seltener, teilt der Nabu mit.

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An der Krummhörn befindet sich eines der bedeutendsten Vorkommen dieser gefährdeten Vogelart, allerdings schlüpften hier in den letzten Jahren keine Küken mehr. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer fand heraus, das schon wenig erhöhte Sommerfluten die Gelege zerstörten, andere wurden von Nesträubern geplündert.

In der Leybucht war Vertritt durch Weidevieh eine weitere Gefährdung. Um die Gelege künftig besser vor überflutungen zu schützen, hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dieses Jahr damit begonnen, an der Wasserkante erhöhte Schillflächen anzulegen.

Der Ornithologe Dr. Winfried Daunicht vom Nabu hat den Brutverlauf verfolgt und die Gelege mit Drahtkörben vor räuberischem Besuch, sei es aus der Luft oder zu Land, geschützt.

Die Vögel reagieren auf Störungen sehr empfindlich. Sie verlassen schon bei Annäherung auf 100 Meter Entfernung das Gelege und trauen sich nicht zurück, solange Menschen sich innerhalb dieser Distanz aufhalten. Verlassene Gelege können - je nach Witterung - erkalten oder überhitzen. Auch die kleinen, sich bei Gefahr still drückenden Küken sind durch Färbung und Musterung so an ihre Umgebung angepasst, dass ein falscher Schritt abseits des Weges ihr Ende bedeuten kann - ohne dass es bemerkt wird.

Deshalb weisen Informationsschilder am Wegesrand auf das Brutgebiet hin, mit der ausdrücklichen Bitte an Radfahrer und Spaziergänger, diese Orte zügig zu durchqueren und mitgeführte Hunde an kurzer Leine zu halten.

ggm/red

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