Landkreis Aurich
Europa-Wahl

SPD trommelt für Europa

Der EU-Abgeordnete Tiemo Wölken und Landrat Harm-Uwe Weber diskutierten mit Genossen in Ostgroßefehn.

Von Gerd-Arnold Ubben

Großefehn. Die Zukunft Europas entscheidet sich am 26. Mai. Davon ist Tiemo Wölken, EU-Abgeordneter der SPD, überzeugt. Der 33-jährige Jurist aus Cuxhafen war vor zweieinhalb Jahren für den heutigen Leeraner Landrat Matthias Groote (SPD) ins Europäische Parlament gezogen. Gemeinsam mit Aurichs Landrat Harm-Uwe Weber (SPD) diskutierte Wölken jetzt auf einer gemeinsamen Veranstaltung der SPD-Ortsverbände Ihlow und Großefehn sowie des Ortsverbandes Wiesmoors. 35 Genossen waren zu der Diskussion gekommen.

Am 26. Mai werde sich entscheiden, wie Europa in Zukunft aussehe, ist Wölken sicher: sozialer oder marktradikaler, solidarischer oder nationalistischer. Wölken befürchtet, dass so viele Nationalisten im neuen EU Parlament sitzen wie nie zuvor. Es sei kein Vergnügen, mit Abgeordneten zu arbeiten, die eigentlich das Europäische Parlament abschaffen wollen. „Von diesen Populisten lassen wir uns aber die EU nicht wegnehmen“, sagte Tiemo Wölken und sagte, dass er ein Europa wolle, dass solidarischer, sozialer und digitaler ist.

Es sei fahrlässig zu denken, Europa sei überflüssig. In der EU sei Solidarität vonnöten, um auf der Weltbühne mitspielen zu können - etwa gegen das selbstbewusste China oder die USA. Im Hinblick auf den Brexit hoffe er, dass es ein zweites Referendum gäbe, denn die Briten gehören seiner Ansicht nach in die EU. „Ich möchte nicht darauf wetten, dass der Brexit bald vollzogen wird“, meinte der SPD-Politiker.

Wölken forderte unter anderem für Europa einen Mindestlohn, den die CDU nicht wolle, und ein Jugendarbeitslosigkeitskonzept. „Wir müssen Geld in die Hand nehmen, damit junge Menschen eine Zukunft in Europa haben“, meinte der Abgeordnete und wies auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen europäischen Ländern hin.

Ein weiteres Thema war für Wölken der Klimawandel. Die Reduzierung der C02-Emissionen und die Autokrise dürften jedoch nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden, sagte der Sozialdemokrat. Der Wandel sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Etwas bodenständiger in der Themenwahl präsentierte sich der Landrat. Weber stellte sich deutlich zu den Plänen einer Umgehungsstraße für Aurich. Die Stadt brauche die Umgehung dringend. Ein immer wiederkehrendes Thema war auch in Ostgroßefehn der Bau der Zentralklinik in Georgsheil. Der Landrat ist nach wie vor ein Verfechter des Standortes in Südbrookmerland: Dort sei die politische Mitte, sagte Weber.

Kritik an der Zusammenführung der ehedem eigenständigen Landkreise Aurich und Norden ließ der Landrat nicht gelten. Zuvor hatte ein Genosse gefragt, ob aktuell Aurich oder Norden „die Hosen anhabe”. Weber habe kein Problem damit, stellte der Landrat klar. Auch für junge Leute sei das überhaupt kein Thema mehr.

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