Landkreis Aurich
Züchter-Wettbewerb

Sieger-Kürbis kommt aus Hagermarsch

Kevin Ratay ist Niedersächsischer Landesmeister: Bei ihm wuchs eine 568 Kilogramm schwere Frucht. Erst 2016 hat der Hagermarscher mit dem Züchten von Riesen-Kürbissen angefangen.

Hagermarsch. Kevin Ratay aus Hagermarsch ist mit seinem Riesen-Kürbis Niedersächsischer Landesmeister 2019 geworden. Ratays Kürbis-Koloss brachte 568 Kilogramm auf die Waage – der Zweitplatzierte 418 Kilogramm. Zehn Kürbis-Züchter haben an dem Wettbewerb, der kürzlich im Schloss Ippenburg in Bad Essens stattfand, teilgenommen. Im Vorjahr war Ratay mit einem 513-Kilo-Kürbis bereits Vizemeister geworden. Jetzt hat er den Titel nach Hagermarsch geholt.

Schon als Kind hat sich der 25-Jährige für Obst- und Gemüseanbau interessiert. Seit seinem Umzug auf einen Gulfhof im Breiten Weg im Jahr 2016 hat der gelernte Gärtner genug Platz, um seinem Hobby nachzugehen. Vor drei Jahren hat Ratay mit dem Züchten von Riesen-Kürbissen angefangen: „Das hat mich gereizt. Im Internet habe ich die ersten Samen bestellt. Ein paar Gramm ‚Atlantic Giant‘ aus den USA für 17 Euro.“

Aller Anfag ist auch bei Kürbissen schwer

Aller Anfang ist schwer, das gilt vor allem in der Kürbis-Zucht. Ratays erstes Riesen-Ding brachte es auf 360 Kilogramm. Zu wenig für seine großen Ziele. Jahr für Jahr hat er dazugelernt und seine Zuchtergebnisse verbessert: „Riesen-Kürbisse sind Starkzehrer“, erklärt er.

500 Liter Wasser in zwei bis drei Tagen

„Die brauchen viele Nährstoffe und viel Wasser.“ Das kann man wohl sagen: In seiner Wachstumsphase verschlingt ein „Cucurbita maxima“, so die lateinische Bezeichnung der Pflanzen, alle zwei bis drei Tage 500 Liter. In den 90 Tagen, die ein Riesen-Kürbis wächst, kommen ungefähr 15 000 Liter Wasser zusammen – pro Pflanze.

Für den Hagermarscher kein Problem. Kostengünstiges Wasser gibt es in Ostfriesland genug. Jedes Jahr hat der 25-Jährige bisher drei Kürbisse großgezogen, denn nur makellose Exemplare werden zu den Wettbewerben zugelassen: „Wenn einer einen Riss hat, ist er schon draußen.“

„Wir haben hier sehr lehmhaltige Erde”

Auf einen einzigen großen Wurf will er sich daher nicht verlassen. Der gute Boden in Hagermarsch kommt dem neuen Niedersachsen-Meister entgegen: „Wir haben hier sehr lehmhaltige Erde. Die ist ein guter Wasserspeicher!“ Zum Düngen mischt er im Frühjahr Pferdemist unter und in der Wachstumszeit der Kürbisse alle fünf Tage Flüssigdünger.

Das Wachstum seiner Schützlinge verfolgt Ratay mit Getränkedosen. „Etwa drei Zentimeter neben jedem Kürbis stelle ich morgens vor der Arbeit eine Dose ab. Wenn ich abends nach Hause komme, sehe ich nach, wie nah die Pflanzen dran sind. Manchmal haben sie schon Kontakt mit der Dose.“

Zwischen zehn und 15 Kilo tägliche Zunahme

Unglaublich, aber wahr: Zwischen zehn und 15 Kilo legt ein Riesen-Kürbis täglich zu. Ihre Aufzucht verlangt viel Zeit und Disziplin. Ein bis zwei Stunden täglich wendet der Gärtner für Bewässerung, Beschnitt und Pflege auf.

Mit dem Sattelzug hat Ratay seinen schwersten Brocken nach Bad Essens zur Landesmeisterschaft transportiert. Dort werden die Exponate auf einer Kranwaage gewogen. „Ich habe dieses Jahr gleich gesehen, dass ich einen Gewinner habe“, sagt der erfolgreiche Züchter. „Trotzdem waren die letzten fünf Minuten vor dem Wiegen die Hölle.“

Nächstes Jahr will er seinen Titel verteidigen. Und was wird aus seinem preisgekrönten Stück von diesem Jahr? Ratay: „Essen kann man ihn schon – aber Riesen-Kürbisse sind eher geschmacklos. Ich nehme die Samen raus und dann kommt er irgendwann auf den Kompost.“ Ein schnöder Abgang für einen Champion. Aber Kürbis-Kenner Ratay denkt schon an das nächste große Ding 2020. Er möchte in der niedersächsischen Kürbiszucht ein Schwergewicht bleiben.

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