Landkreis Aurich
Klassiker neu interpretiert

Schulgeschichte mit doppeltem Happy End

Der Autor Werner Jürgens und der Zeichner Nicolaus Hippen waren „backstage“ bei Roger Hodgson. Die beiden Auricher haben dessen „Supertramp“-Song „School“ einer künstlerischen Weiterverwertung unterzogen.

Aurich. „I can see you in the morning when you go to school...“ Mit dieser Zeile beginnt „School“, einer der wohl bekanntesten Hits der Gruppe „Supertramp“. Natürlich durfte der nicht fehlen, als dessen Komponist Roger Hodgson am vergangenen Samstag mit seiner Band in der Auricher Sparkassen-Arena auftrat. Darüber, dass sein Klassiker ausgerechnet in Ostfriesland quasi eine künstlerische und literarische Weiterverwertung erfahren hat, zeigte sich der Sänger durchaus positiv überrascht. Deswegen ließ er es sich nicht nehmen, die beiden Urheber dieser Aktion aus Aurich, nämlich den Autor Werner Jürgens und den Zeichner Nicolaus Hippen, zu einer Backstage-Visite einzuladen.

Mit der eingangs erwähnten Zeile beginnt auch eine der zwölf Geschichten aus Jürgens' jüngstem Buch „Monsterkühlschrank“. Das enthält diverse kurzweilige Erzählungen, die allesamt auf realen Geschehnissen basieren und zum Teil in Ostfriesland passiert sind, so wie jene Begebenheit, in der der Supertramp-Song „School“ eine Rolle spielt. „Das war nach einer wilden Fete, als irgendwer eines Morgens diese Platte auflegte“, erinnert sich Jürgens. „Als wir das Chaos sahen, das wir angerichtet hatten, haben ich und ein Kumpel uns lieber schleunigst aus dem Staub gemacht, weil wir keine Lust hatten, beim Aufräumen zu helfen. Der Schulunterricht erschien uns wesentlich erträglicher.“ Allerdings hatten sich die nach wie vor stark alkoholisierten Jugendlichen gewaltig verkalkuliert. Zunächst liefen sie in ihrem desolaten Zustand ausgerechnet ihrem Direktor über den Weg und mussten dann auch noch völlig unvorbereitet, da sie den Termin schlicht vergessen hatten, eine wichtige Klassenarbeit schreiben.

Im Zuge der Besprechung zur Illustration der Geschichte mit Nicolaus Hippen entstand die Idee, das Cover-Motiv der „Crime of the Century“-LP, auf der „School“ mit drauf ist, zu verwenden und im Sinne der Erzählung leicht zu verfremden. Während sich auf der Original-Vorlage zwei Hände an ein schwebendes Gitter klammern, greift in der „Monsterkühlschrank“-Version eine Hand durch die Gitterstäbe nach einer Flasche Wodka. „Roger hat sich köstlich über diese Idee amüsiert und uns daraufhin gefragt, ob wir nach dem Konzert bei ihm hinter der Bühne vorbeischauen möchten“, erzählte Nicolaus Hippen, der in der Zwischenzeit zusätzlich weitere Porträtzeichnungen des Sängers angefertigt hatte und ihm diese stolz bei seinem Backstage-Besuch präsentierte. „Das war eine wunderbare Erfahrung, zumal Roger ein echt netter Kerl ist, der sich Zeit für uns genommen hat“, ergänzte Werner Jürgens. „Nicht einmal beim Schreiben der Geschichte hätte ich je im Traum daran gedacht, dass ich diesem Mann später irgendwann tatsächlich Auge in Auge gegenüber stehen und ihm die Hand schütteln würde. Insofern haben sich mein Brummschädel und die umständehalber logischerweise nicht sonderlich gute Note für die Klassenarbeit von damals nachträglich für mich irgendwie doch mehr als gelohnt, auch wenn die Erzählung in dem Buch ebenfalls ein Happy End hat. Aber das werde ich an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten.“ 

Weitere Informationen über das Buch „Monsterkühschrank“ von Werner Jürgens mit den Zeichnungen von Nicolaus Hippen siehe: www.monsterkühlschrank.de.

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