Landkreis Aurich
Medizinische Versorgung in Ostfriesland

Schmerztherapie ist ein wichtiges Standbein für Norder Klinik

Das Angebot ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Klinik in der Region Ostfriesland.

Norden. Wer unter lang anhaltenden Schmerzen leidet und eine Lösung sucht, kann sich an die Schmerzstation der Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) in Norden wenden. Die Klinik bietet eine multimodale Schmerztherapie an. „Norden besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal in Ostfriesland“, sagt Astrid Gesang, medizinische Geschäftsführerin der UEK Aurich-Norden, im Rahmen eines Pressegesprächs. „Das gibt es in der Region nicht oft und in Ostfriesland nur ein Mal.“ Die nächste stationäre Behandlung wird in Delmenhorst geboten.

Sollte es in Zukunft zu einer gemeinsamen Großklinik in der Region kommen, sei es wichtig, den Klinikstandort in Norden so lange wie möglich zu erhalten, um die Station zu sichern. Eine Integration der Station in eine größere Klinik sei allerdings kein Problem. „Norden ist für uns ein schwieriger Standort“, gestand Gesang ein. Es seien nur kleine medizinische Einheiten vorhanden, wie die chirurgische Station und die Innere Medizin. Die multimodale Schmerztherapie sei aus diesem Grund eine „Perle der medizinischen Versorgung“, die die UEK in Norden zu bieten habe. Eine sprudelnde Geldquelle stellt die Station nicht dar. „Unser Job kann nicht nur ökonomische Grundsätze haben“, betonte die Geschäftsführerin. Die multimodale Schmerztherapie gebe Patienten, die ihre Situation als ausweglos angesehen haben, eine neue Möglichkeit, ihren Alltag zu bewältigen.

Das Personal, das in dem Team arbeitet, ist eine spezialisierte Einheit. Zudem gebe es in der Therapie eine hohe Personalbindung an die Patienten. „Es findet ein ständiger Austausch zwischen Patienten und Therapeuten statt“, sagte Stationsleiter Nils Matzeit.

Insgesamt kümmern sich fünf verschiedene Therapeuten um die Patienten: Ein Schmerztherapeut, eine psychologische Psychotherapeutin, ein Ergotherapeut, ein Physiotherapeut und ein Algesiologischer Fachassistent. Letzterer koordiniert und organisiert den Ablauf der Therapie.

Patienten werden in Gruppen von maximal acht Personen behandelt. Die Therapie dauert zwölf Tage und in dieser Zeit sollen die Schmerzpatienten lernen, ihren Alltag trotz Schmerzen zu bewältigen. „Die Patienten stecken sich selbst ein Ziel, das sie am Ende der Therapie erreichen wollen“, erklärte Oberarzt Friedrich Pabst. Dabei sei es wichtig, dass diese realistisch sind. „Vollkommene Schmerzfreiheit wird dabei nicht erreicht“, sagte Matzeit deutlich. Es gehe darum, die Alltagskompetenz zu verbessern. Dabei spielt die Gruppe eine wichtige Rolle. „Die Menschen sehen, dass sie mit ihren Schmerzen nicht allein sind.“ Eine Voraussetzung, um für die stationäre Therapie infrage zu kommen, ist die Möglichkeit, an den Angeboten auch teilnehmen zu können. Diese beinhalten Bewegungstherapien wie Nordic Walking oder das Fahren auf einem Fahrradergometer. Patienten, die eine Amputation hinter sich haben und an Phantomschmerzen leiden, werden aufgenommen. Insgesamt werden jährlich rund 130 Patienten in Norden behandelt, die unter hartnäckigen Schmerzen leiden.

Die Schmerzen werden nicht durch Medikamente unterdrückt. Multimodale Schmerztherapie behandelt Schmerzen unterschiedlich. Bewegung ist ein wichtiger Teil davon. „Der Patient kommt vom Behan-deltwerden ins Selbstbehandeln“, sagte Astrid Gesang. Für einen dauerhaften Erfolg ist es notwendig, dass die Patienten das Erlernte auch zu Hause weiter fortführen. ⋌

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