Landkreis Aurich
Schicksal in Ostfriesland

Schicksal der Hunde noch ungewiss

Der Tod von Werner Bodeit berührt viele Menschen.

Von Hans-Ulrich Meyer

Forlitz-Blaukirchen. Vor dem ehemaligen Hof der Familie Harm van der Harst am Woldenweg in Forlitz-Blaukirchen steht noch ein Teil der sieben Anhänger des Obdachlosen Werner Bodeit. Mit seinem auffälligen Gespann und den Hunden zog der 57-Jährige durch Ostfriesland und zog dabei die Blicke auf sich. Am 5. August starb Werner Bodeit kurz nach seinem 57. Geburtstag. Was mit seinen vier Hunden geschieht, ist noch nicht geklärt.

Die zuletzt vier Hunde waren seine „Familie”, wie er selbst immer betonte. Mit ihnen zog er in den vergangenen 17 Jahren und 500 Kilogramm Gepäck, verteilt auf sieben Anhängern, durch Ostfriesland und Norddeutschland. Seit einem Jahr hatte Bodeit mit seinen Tieren ein festes Dach über dem Kopf. Er kam in einem Zimmer des verlassenen Hofes der Familie van der Harst, die im hinteren Teil des Grundstückes in einem Neubau wohnte, unter. „Es gab für ihn jeden Tag von uns ein warmes Mittagessen“, erinnert sich Harm van der Harst auf Nachfrage der Emder Zeitung.

„Die Kinder brachten ihm Eier vorbei, Werner half bei den Schafen und hat auch sonst mal mit angepackt, zu Weihnachten gab es für unsere Zwillinge Nienke und Remko von Werner Süßigkeiten, er war ein lieber Mensch, unsere Familie ist traurig, es fehlt was“, erinnert sich van der Harst. Die Haustür des leerstehenden Gebäudes ist durch die Polizei versiegelt worden, die niedergelegten Blumen am Anhänger zeugen von der Beliebtheit des Obdachlosen und auf einem Schild steht „Gute Reise, lieber Werner … Leb wohl!”.

Durch seine bescheidene, freundliche Art hatte der Obdachlose mit seinem Tross aus Hunden und Anhängern in der Vergangenheit viele Menschen in Ostfriesland berührt, die ihm wohlgesonnen waren. Dazu gehörten auch Gaby und Hermann Bartling aus Ihlowerfehn. „Das erste Mal sahen wir Werner mit seinen Hunden am 15. November 2005, als er in der hölzernen Bushaltestelle vor unserem Haus Schutz vor der Kälte suchte. Wir kamen ins Gespräch, er war dankbar für eine Hühnersuppe, seit dieser Zeit kam er meistens zweimal im Jahr vorbei, hatte Zugang in unsere Werkstatt, um seine Hänger zu reparieren, blieb ein paar Tage und zog weiter, er war immer grundehrlich“, erinnert sich Gaby Bartling.

Vor einigen Jahren gab es eine Kleinanzeige im Heimatblatt, darin suchte eine Witwe in Plaggenburg für ihren Schäferhund gute Männerhände, erinnert sich Gaby Bartling. „Wir fuhren mit Werner nach Plaggenburg, eine Schenkungsurkunde wurde ausgestellt und Hund „Max” hatte mit dem ehemaligen Polizeihundeführer Werner Bodeit aus Ostberlin ein neues Herrchen und für seine Hündin 'Luna' war es Liebe auf den ersten Blick“, betont Gaby Bartling.

Jedes Jahr im November fuhr Werner Bodeit mit den Hunden in das Tierheim Hage, um die Tiere bei einer tierärztlichen Sozialsprechstunde impfen zu lassen (wir berichteten). Nach dem Tod von Bodeit wurden die vier Hunde „Max”, „Luna”, „Anka” und „Jeronimo” zunächst in den Tierheimen Hage und Aurich untergebracht.

Die EZ besuchte Tierheimleiterin Maren Molle vom Tierheim Hage. „Wir haben derzeit aus Platzgründen nur einen Hund des Verstorbenen, er frisst zwar, aber ist noch traumatisiert und vermisst sein Herrchen. Die drei anderen Hunde sind im Tierheim Aurich untergebracht“, sagte die Leiterin. Nach Auskunft des Tierheims Aurich wurde der Hund aus Hage Mittwoch ins Auricher Tierheim gebracht, so dass alle vier Hunde wieder zusammen sind.

Nach EZ-Informationen soll für den Obdachlosen gesammelt werden, um ihn in seiner letzten Heimat Forlitz-Blaukirchen zu beerdigen.

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