Landkreis Aurich
Schauriger Fund

Schädel an Norderneyer Strand angespült

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Von Imke Cirksena

Norderney. Spaziergänger haben am Nordstrand von Norderney einen Schädel gefunden. Der Knochen wurde bereits am vergangenen Donnerstag angespült. Nach bisherigen Erkenntnissen ist er menschlich, bestätigte Polizeisprecherin Wiebke Baden auf Nachfrage. "Das ist aber nichts ungewöhnliches", machte sie deutlich. Dass Schädel an Stränden angespült werden, komme öfter vor.

Dr. Jan Kegler vom Archälogischen Dienst der Ostfriesischen Landschaft bestätigte das. Er schätzt, dass im Schnitt einmal jährlich ein Schädel angespült wird. Er konnte sich im Gespräch mit dem Heimatblatt an Fälle aus 2016 und 2018 erinnern. Damals sind an ostfriesichen Inseln Schädel aufgetaucht, die aus der Steinzeit stammen. Denn in der Nordsee herrschen für die Konservierung von Knochen durchaus gute Verhältnisse. Als Beispiel nannte Kegler den Luftabschluss. Durch Gezeiten,  Sturmfluten und andere Bewegungen können sich Strömungen ändern und der Boden abgetragen werden. "Es ist ein dynamisches System", erklärte Kegler. Auch die Erwärmung des Wassers spiele dabei eine Rolle.

Generell wandern die ostfriesischen Inseln seit Jahrhunderten nach und nach von Westen nach Osten. Was einst Siedlungsland war, gehört heute wieder zum Wattenmeer. So wäre es eine mögliche Theorie, dass der Schädel von einem Friedhof abgetragen wurde, der sich vor Jahrhunderten an einer Stelle befunden hat, die nun zum Meer gehört. "Knochen sind leicht", bemerkte Kegler. Daher können sich leicht weggespült werden.

Die Polizei geht der Sache auf den Grund. "Die Untersuchungen laufen", so Baden. Es soll ausgeschlossen werden, dass ein Gewaltverbrechen hinter dem Fund steckt. An dem Schädel fehle außerdem der Unterkiefer.

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