Landkreis Aurich
Bockwindmühle in Dornum

Reparatur soll zum Herbst fertig sein

Nach dem Mühlenunglück werden Kosten in Höhe von 60 000 Euro erwartet. Der Mühlenverein und die Gemeinde arbeiten Hand in Hand.

Dornum. Die Bockwindmühle Dornum soll so schnell es geht repariert werden. „Im Herbst soll die Mühle wieder hergestellt sein“, sagte Onno Poppinga, ehemaliger Vorsitzender des Mühlenvereins. Bis dahin steht aber allen Beteiligten noch ein Kraftakt bevor.

In einer Krisensitzung am Montagabend hat der Mühlenverein beschlossen, Unterstützung aus dem Mühlenfonds des Landkreises Aurich zu beantragen. Ein Drittel der Kosten, die sich nach derzeitigen Schätzungen auf 60 000 Euro belaufen werden, könnten damit gedeckt werden. Für ein weiteres Drittel habe man bei der Gemeinde Dornum angefragt. „Ich bin zuversichtlich, dass der Gemeinderat den entsprechenden Beschluss fassen wird“, sagte Bürgermeister Michael Hook. Er sei von der Unglücksnachricht am Sonntag total überrascht worden. „Sachschaden kann man irgendwie ersetzen. Hauptsache, kein Mensch ist zu Schaden gekommen“, betonte er.

Der Mühlenverein wird sich ebenfalls mit einem Drittel an den Kosten beteiligen. Um die Summe aufzubringen, ist der Verein jedoch auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. „Das ist ein Notfall, denn dieses Unglück hat uns völlig aus blauem Himmel getroffen. Wir sind auf die Unterstützung der Leute angewiesen“, so Poppinga. Dabei helfe jeder kleine Betrag. Gespendet werden kann auf die Konten des Mühlenvereins. Auf Wunsch wird auch eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Zudem gibt es eine dauerhafte Spendenbox an der Mühle.

Versicherung greift nicht

Dass eine Versicherung in diesem Schadensfall greift, glauben die Mitglieder des Vereins nicht. „Ich sehe das nicht und wir sind auch aus der Gewährleistung raus“, erklärte Poppinga. Dennoch prüfe man den Fall. Hook ergänzte, dass die Bockwindmühle natürlich gegen Sturm- oder Brandschäden versichert sei. „Alles was man versichern kann, haben wir auch versichert.“

Am Freitag wurden die verbliebenen drei Flügel aus Sicherheitsgründen abgenommen. „Dann werden wir ein Leistungsverzeichnis erstellen und die Angebote zur Wiederherstellung der Mühle einholen“, sagte Poppinga.

Nach der Demontage soll der Zustand der Mühle erneut beurteilt werden. „Erst dann können wir sehen, ob weitere Schäden entstanden sind“, sagte Mühlenfachmann Didi Schlachter. Durch das Weiterdrehen der drei Mühlenflügel und die dadurch wirkenden Kräfte könnte eine Unwucht der Mühle entstanden sein.

Als Ursache des Abbruchs wird ein morsches Stück des Lärchenholzbalkens, das als Bruststück die Flügel hält, vermutet. Das Holz wies an der Bruchstelle eine Astgabel auf, zusätzlich war das Holz durch Wassereintritt und nicht offenporige Farbe in diesem Bereich mürbe. „Dass das passiert ist, ist wirklich außergewöhnliches Pech“, machte Schlachter deutlich.

Die Gemeinde, seinerzeit Bauherr, und der damalige Architekt wurden vom Mühlenverein um weitere Ursachenklärung gebeten. „Wir prüfen natürlich auch, was wir besser machen können“, so Poppinga. Derzeit ziehe man vor, bei den neuen Flügeln – alle vier werden erneuert – Douglasie statt Lärche zu verwenden.

Bürgermeister Hook betonte noch einmal, dass es sich bei dem Unglück nicht um ein Verschulden des Vereins handle. Es gebe nur wenige Mühlen, die so gut in Schuss seien wie diese. Jährlich werde das Bauwerk überprüft. „Wir müssen nun gemeinsam nach vorn schauen“, gab sich Hook optimistisch. Das sehen die Mitglieder des Mühlenvereins ganz genauso. Für sie steht fest: „Die Mühle wird eine Zukunft haben und wir werden sie wieder aufbauen.“

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