Landkreis Aurich
Japanische Lesung

Reise ins Land des Lächelns

Im Rahmenprogramm zur Keiko-Sadakane-Ausstellung im Auricher Kunstpavillon hat am Sonntag eine Lesung des Vereins Lesetoll stattgefunden.

Von Maike Thien

Aurich. Der Auricher Kunstverein, mit Sitz im Pavillon am Ellernfeld, unternimmt in seiner aktuellen Ausstellung eine Reise ins Land des Lächelns, oder genauer gesagt nach Japan. Um tiefere Einblicke auch in die japanische Geschichte und Kultur zu ermöglichen, ist ein buntes Rahmenprogramm zur Ausstellung konzipiert worden. Am Sonntag stand eine Lesung auf der Tagesordnung, die einlud, unter anderem Haikus (traditionelle japanische Gedichtform), Märchen oder Kurzgeschichten zu lauschen.

„Sehr fantasievoll”, zeigte sich die dritte Vorsitzende des Auricher Kunstvereins, Sabine Klotter, begeistert von den Haikus, vorgetragen von der Lesetoll-Vorsitzenden Heidrun Weber. Diese Gedichtform gilt als kürzeste der Welt und wirft quasi ein „Spotlight” auf ein bestimmtes Bild und betrachtet dieses dann genauer. „Schließen Sie die Augen und lassen Sie das Bild auf sich wirken”, forderte dann auch Weber auf, als sie von fallendem Regen oder einem Mann berichtete, der gebeugt wie eine Sichel stand. „Eine sehr bildreiche Sprache”, so Klotter.

Es folgte ein Schlenker in die Welt der japanischen Märchen mit der Geschichte „Falke und Schlange” und auch einige Zengedichte und -geschichten wurden vorgelesen, die nicht selten für den einen oder anderen Lacher sorgten, waren sie doch mit einem gewissen Augenzwinkern geschrieben.

Für Begeisterung sorgte auch die Kurzgeschichte „Das hundertprozentige Mädchen” von Japans „Kult-Autor” Haruki Murakami, „der immer wieder heiß diskutiert wird, ob seine Geschichten nicht einen Literatur-Nobelpreis bekommen sollten”, erklärte Vorleserin und Lesetoll-Mitglied Britta Gerdes. „Eine wirklich tolle Geschichte”, und „Ich würde auch gerne mal ein Buch von ihm lesen”, war dann auch aus den Reihen der Zuhörenden zu vernehmen.

Zweistündige Lesung

Ihren Abschluss fand die knapp zweistündige Lesung in einem weiteren Haiku sowie in der Geistergeschichte „Das Bild in der Teetasse”, die von einem Mann erzählte, der das Bild eines Samurai in seinem Tee sieht und mit dem Trinken mehr oder weniger seinen Geist in sich aufnimmt. Daraufhin hat er mehrere geisterhafte Erscheinungen. Der Clou: Die Geschichte um den Samurai wird ab einem bestimmten Punkt nicht weiter erzählt, sodass es an dem Zuhörer selbst liegt, sich Gedanken über den möglichen weiteren Verlauf zu machen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Musik von Agnes Waehneldt und Martin Fooken. Während Fooken das E-Piano bediente, war Waehneldt an verschiedenen Flöten zu hören. Sie gaben traditionelle japanische Lieder und Eigeninterpretationen zum Besten und überbrückten damit die Lesepausen.

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