Landkreis Aurich
Förderung von Erdgas

Protest gegen Gasbohrung

Das Umweltministerium informierte sich in Engerhafe. Dort geht es seit Jahren um die Förderung von Gas.

Von Theo Gerken und Günther Gerhard Meyer

Engerhafe. Kann eine Wiederaufnahme der Erdgasförderung am ehemaligen Bohrplatz im Südbrookmerlander Ortsteil Engerhafe verhindert werden? Diese Frage konnte Staatssekretär im Niedersächsischen Umweltministerium, Frank Doods (SPD), nicht beantworten, der sich vor Ort über eine mögliche Erdöl- und Gasbohrung am Trinkwasserschutzgebiet in Engerhafe informierte.

Die Bürgerinitiative gegen solche Bohrungen in Südbrookmerland und Brookmerland sowie Anwohner und Landwirte begleiteten den Besuch des Staatssekretärs vor dem Zaun der abgeschlossenen Anlage am Engerhafer Loog. Doods hatte sich zuvor mit Politikern und Verwaltungsmitarbeitern des Landkreises Aurich und der Gemeinde Südbrookmerland im Rathaus der Gemeinde in Victorbur getroffen, um anschließend das Gelände in Engerhafe zu besuchen. Wiard Siebels (SPD, MdL) hatte Staatssekretär Doods eingeladen, der dort auf weit über 100 Menschen traf, die mit Traktoren und Plakaten gegen eine eventuelle Erdgasförderung protestierten. „Ich versuche, zu helfen“, versprach Doods. Die Firma Vermilion Energy habe bislang nur einen „Claim“ abgesteckt, um sich eventuell lohnende Förderungen zu sichern, mehr nicht. Vor einer Förderung gebe es Umweltverträglichkeitsuntersuchungen.

Wie berichtet, klagt Vermilion gegen den Landkreis Aurich, weil das Wasserschutzgebiet rund um das 1,3 Kilometer entfernte Wasserwerk um das Gelände der ehemaligen Bohr- und Förderstätte in Engerhafe erweitert wurde. „Das war alles, was wir von uns aus machen konnten“, sagte der Erste Kreisrat Frank Puchert. Die Bewilligung zur Erkundung der Bohrstelle für die Firma Vermilion sei ohne Einbeziehung der Mandatsträger entschieden worden. Nur wenn die Firma gravierende Fehler mache, könne die Bewilligung verweigert werden, fügte Staatssekretär Doods hinzu. Welche Möglichkeiten das Land Niedersachsen habe, gegen eine eventuelle neue Erdgasförderung vorzugehen, werde geprüft, versprach Doods. Er machte aber auch deutlich, dass nicht auf Erdgas als Energieträger verzichtet werden könne.

Am Zaun informierten Thomas und Ilona Puhan von der Bürgerinitiative den Staatssekretär. Südbrookmerlands Ratsherr Abbo Schön (Bürgerliste) wies auf Probleme mit korrodierenden Rohrleitungen in Emlichheim hin. Schäden durch Lagerstättenwasser seien nicht auszuschließen. „Es ist unverantwortlich, wenn das Bergamt die Erdgasförderung zulassen würde“, sagte er. Siebels kündigte eine Anfrage an die Landesregierung an. Er sieht das Preußische Bergrecht aus den 1930er Jahren verbesserungswürdig. Anwohner Werner Sindermann wohnt mit Frau und Kind nur 100 Meter entfernt. „Ich habe Sorge wegen einer möglichen neuen Erdgasförderung“, sagte er.

Der Gemeinderat Hinte hatte sich bereits im Juni auf Antrag der Grünen gegen eine mögliche Erdöl- und Gasförderung durch Vermilion Energy ausgesprochen, weil auch Teile der Gemeinde sowie auch Emdens ihr Wasser aus Engerhafe beziehen. Hier wurde die Gefahr einer Vermischung von Trinkwasser, Gas und Öl gesehen, weil die Erdgas- und Erdölförderprozesse kleinere Erdbeben auslösen würden und somit eine Vermischung der einzelnen Lagerstätten möglich machten. Gegenstimmen gab es von den Freien Wählern, die befürchteten, mit der Resolution die Bevölkerung zu verunsichern. Ein Fracking sei in Engerhafe nicht geplant.

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