Landkreis Aurich
Wichtige Personalentscheidung

Professionalisierung schreitet weiter voran

Kliniken in Aurich, Emden und Norden bekommen neuen hauptamtlichen Ärztlichen Direktor. Dr. Christoph Schöttes war bis 2019 als Chefarzt in Emden tätig.

Von Werner Jürgens

Aurich. „Selbst wenn man noch keine Bagger sieht, laufen die Vorbereitungen für die Zentralklinik schon jetzt auf Hochtouren“, meinte die medizinische Geschäftsführerin der Trägergesellschaft der Kliniken Aurich, Emden, Norden Dr. Astrid Gesang während eines Pressegesprächs, das am Montag in der Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) in Aurich stattfand. Anlass war eine weitere wichtige Personalentscheidung mit Blick auf die zukünftigen Entwicklungen der Krankenhäuser: Nachdem mit Oliver Bungengstock bereits ein Pflegedirektor für alle drei Standorte eingeführt worden ist, gibt es seit Januar dieses Jahres nun einen ebenfalls übergreifend zuständigen Ärztlichen Direktor. Die Wahl fiel dabei auf Dr. Christoph Schöttes, der eigentlich seinen Ruhestand genießen könnte. „Ich wollte aber nicht kneifen“, begründete der 67-jährige Internist seine Zusage. Der Mediziner war zuletzt 22 Jahre lang Chefarzt am Emder Klinikum und ist von Beginn an ein vehementer Befürworter der Zentralklinik gewesen.

Bisher hatten Aurich/Norden und Emden jeweils einen eigenen Ärztlichen Direktor. Zuletzt waren dies Dr. Egbert Held (UEK) und Dr. Hendrik Faust (Emden). Dr. Schöttes seinerseits war zwischen 2008 bis 2014 Ärztlicher Direktor des Emder Klinikums und davor in den Jahren 2002 bis 2008 dessen Stellvertreter. Allerdings bekleideten sämtliche der drei eben genannten Funktionsträger ihre Position ehrenamtlich und waren stets gezwungen, diese Tätigkeit irgendwie mit ihrem regulären Job als Chefarzt in Einklang zu bringen. „Das ist auf die Dauer allein wegen des zeitlichen Aufwands einfach nicht mehr zu schaffen“, erläuterte Held am Montag. „Das Aufgabengebiet des Ärztlichen Direktors hat sich in den vergangenen Jahren extrem ausgeweitet und ist neben den alltäglichen Aufgaben in den Kliniken nicht mehr sachgerecht zu leisten“, wie Faust ergänzend hinzufügte. Als Beispiele nannten die Mediziner die ständig sich ändernden gesetzlichen Vorgaben unter anderem bei den Hygienevorschriften. Doch auch bei Stellenbesetzungen habe der Arbeitsaufwand, gute Leute zu finden und langfristig zu behalten, in Anbetracht des Fachkräftemangels stark zugenommen.

Wegen solchen und ähnlichen Herausforderungen „sind die meisten Krankenhäuser ohnehin längst dazu übergegangen, die Position des Ärztlichen Direktors zu professionalisieren“, wie Dr. Christoph Schöttes bestätigte. „Das hängt gar nicht einmal unmittelbar mit der Zentralklinik zusammen. Ich sehe das so schon als eine dringende Notwendigkeit für die Aufgaben, die unsere Krankenhäuser künftig zu bewältigen haben.“ Nichtsdestotrotz machte der Mediziner keinen Hehl daraus, dass ihm das „Leuchtturmprojekt Zentralklinik“ den entscheidenden Motivationsschub geliefert hat, um seinen Ruhestand nach relativ kurzer Dauer aufzugeben und den Posten des Ärztlichen Direktors dann auch tatsächlich anzunehmen. Ein bisschen „Nachhilfe“ habe er durchaus gebraucht, wie der neue Ärztliche Direktor offen einräumte. „Aber Dr. Held und Dr. Faust sind sehr überzeugend gewesen.“

Professionalisierung

Deren Überzeugung rührt nicht von ungefähr. Immerhin haben beide Mediziner in Abstimmung mit ihren Chefärzten ursprünglich überhaupt erst die Initiative ergriffen, um ihrer Geschäftsführung den Vorschlag zu unterbreiten, einen hauptamtlichen gemeinsamen Ärztlichen Direktor einzustellen. „Wir begrüßen es sehr, dass Dr. Schöttes für diese Aufgabe gewonnen werden konnte“, so die zwei scheidenden Ärztlichen Direktoren. „Er kennt die Herausforderungen im klinischen wie im Ambulanten Bereich und genießt unser vollstes Vertrauen. Die Geschäftsleitung ihrerseits bewertet die weitere Professionalisierung ebenfalls positiv. „Die Kombination aller Mediziner durch den Ärztlichen Direktor ist notwendig, um alle Kompetenzen bei der Lösung der bevorstehenden Aufgaben effizient einbringen und bündeln zu können“, betonte Dr. Astrid Gesang. „Gleichzeitig möchten wir uns ausdrücklich bei Dr. Faust und Dr. Held für deren besonderes Engagement bedanken. Gerade in der Konzeption der Zentralklinik waren beide sehr stark gefordert und haben einen außerordentlichen Beitrag geleistet, dass wir jetzt mit der Umsetzung dieses Projektes starten können.“

Der möglichst reibungslose Übergang der drei Kliniken in Norden, Emden und Aurich in die zukünftige Zentralklinik ist auch die vorrangige Aufgabe, um die sich der neue Ärztliche Direktor kümmern will. „Auf dem Weg dorthin müssen jedoch hier und heute wichtige Weichen gestellt werden“, erklärte Dr. Schöttes. „Es wird Veränderungen an den einzelnen Standorten geben müssen, um die Kliniken zu stärken und auf die Zentralklinik auszurichten. In dem Zusammenhang ist zum Beispiel die Verzahnung von ambulanten und stationären Leistungen vor allem im Hinblick auf die Notfallversorgung eine wichtige Aufgabe.“ Der Vertrag des neuen Ärztlichen Direktors ist einstweilen auf drei Jahre befristet. Ob er danach weitermachen wird, dazu mochte sich Dr. Schöttes am Montag nicht konkret äußern. Da müs­se er auch erst einmal abwarten, wie seine Gesundheit mitspiele. Die Eröffnung der Zentralklinik würde er aber natürlich auf jedem Fall gerne noch miterleben, so der Mediziner.

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