Landkreis Aurich
Interview

Polizist macht gute Erfahrungen auf Facebook

Seit fünf Jahren versorgt Johannes Lind seine Fans und Follower mit Informationen aus seinem Polizei-Alltag. Nun bahnt sich das Ende seiner Social-Media-Laufbahn an.

Von Linda Vogt

Leer. Nach Tausenden Beiträgen auf Facebook, Instagram und Twitter setzt sich der Polizeichef in Leer zur Social-Media-Ruhe. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erzählt Johannes Lind von seinen Erfahrungen.

Linda Vogt: Herr Lind, Sie sind Leiter einer Polizeiinspektion und posten persönlich auf Facebook - warum? 

Johannes Lind: 95 Prozent der polizeilichen Erfolge hängen zusammen mit einem Bürger oder einer Bürgerin. Es ist nun wahrlich nicht so, dass eine DNA-Analyse der häufigste Grund ist, warum man Kriminalfälle löst. Immer spielt der Bürger, die Bürgerin eine Rolle. Du willst, dass er Vertrauen in die Polizei hat und sich überhaupt meldet.

Als Sie vor fünf Jahren begonnen haben, wie waren die Reaktionen unter den Kollegen?

„Was machst denn du da im Netz? Das ist ja gar nicht nötig, das ist ja gar nicht unser Job.“ Bis hin zu einer Sitzhaltung bei Besprechungen, bei denen sich die Kollegen zurückgelehnt haben. Man konnte erkennen, dass die gar nicht interessiert, was ich zu erzählen habe. Und heute ist das anders, auch schon eine lange Zeit, weil ich habe nicht nachgelassen. Soziale Medien sind in jeder Besprechung ein Thema, so wie sie ja in Ihrem Leben eine Rolle spielen.

Haben Sie in der Zeit auch mal einen Shitstorm abbekommen?

Das ist nicht passiert, weil am Ende bin ich ja Polizei. Shitstorm in sachlicher Form mag ja möglich sein, aber häufig ist der auch mit beleidigenden Äußerungen verbunden. Ich würde auch einlenken und sagen: Leute, jetzt ist mal gut gewesen, schlaft noch mal eine Nacht drüber. Wenn ein Streifenwagen vor eurer Tür steht, dann ist der von mir entsendet worden, jetzt ist aber Schluss gewesen.

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