Landkreis Aurich
Turnusmäßiger Stammtisch in der Mühle

"Plattprooters" sind Vorbild in Ostfriesland

Der Stammtisch des Hinteraner Vereins hatte prominenten Besuch.

Von Nicole Frischlich

Ostfriesland. Großes Lob und prominenter Besuch für den Verein „De Plattprooters” beim Stammtisch in Hinte: Hans Freese, Vorsitzender im Verein „Oostfreeske Taal”, hatte für die Zusammenkunft die Schirmherrschaft übernommen. Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, lobte die Arbeit des Vereins.

„Die 'Plattprooters' sind etwas ganz Besonderes. Wir unterstützen das gerne“, so Mecklenburg. Der Landschaftspräsident wies auf das Plattdeutschbüro hin, das seit 1992 bei der Landschaft angesiedelt ist. Es sei einst ebenfalls als kleines Projekt gestartet. „Plattprooter”-Vorsitzende Sophie Lindner sei aktiv und erfolgreich beim Sammeln von Spenden, aber auch bei der Umsetzung des Vereinsziels, die plattdeutsche Sprache zu bewahren. „Es ist ein Modellprojekt und zeigt, wie man generationsübergreifend etwas für die plattdeutsche Sprache machen kann“, sagte Mecklenburg. Wie der Verein mit den Schulen zusammenarbeite, sei beeindruckend. Mecklenburg verriet seinen alten Traum, dass Plattdeutsch eines Tages ein festes Unterrichtsfach an den Schulen werden könnte. Zurzeit gibt es Initiativen in den Grundschulen, doch der Präsident denkt auch an die Jahrgänge ab Klasse 5.

Aktuell gehören dem Verein „De Plattprooters” 26 Mitglieder an. Man wünsche sich weitere Mitglieder, vor allem jüngere Leute, sagte Vereinsvorsitzende Sophie Lindner. Als „Frau der ersten Stunde” nannte sie die Bemühungen von Sandra Hylsky von der Sparkasse Aurich-Norden, ostfriesisches Brauchtum und die Sprache zu pflegen. Hylsky überreichte der Vorsitzenden Lindner einen Scheck als „kleine Überraschung“. „Man kenne sich schon sehr gut“, sagte Hylsky.

Bernd Grünefeld vom Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft betonte die Bedeutung des Hinteraner Projekts. „Es ist so wichtig, dass es Ehrenamtliche gibt, die sich an die Kinder wenden und mit ihnen Plattdeutsch reden“, dankte Grünefeld dem Verein. Lindner hob die „bewundernswert gute Zusammenarbeit mit der Grundschule Loppersum” und die gute Zusammenarbeit mit Schulleiterin Nicola Brüggemann hervor.

Diedrich Draeger, ehemaliger Vorsitzender der Verkehrswacht Emden, ging auf die gemeinsame Arbeit mit Vorschulkindern ein, die Verkehrsregeln im Projekt „Stapp för Stapp“ erlernen. Ein Mitmach-Musical wurde einstudiert und bisher von 15 000 Schülern gesehen. Nach Emden, Aurich, Norden und Leer werde es 2019 eventuell erstmals in Weener gezeigt. „Die Kinder lernen im Musical einen Tanz und einfache Reime auf Platt.”

Für den Lions-Club Hinte-Krummhörn sagte Pastor a. D. Dietrich Große Veldmann, dass der Lionsclub den Verein „Plattprooters” gerne unterstütze. Für das Landarbeitermuseum Suurhusen kündigte Johannes W. Saathoff eine neue Zusammenarbeit mit den „Plattprooters” an, nachdem man schon seit Jahren mit der Grundschule Loppersum kooperiere. Das 1991 eröffnete Museum wolle nach einer Renovierung/Umbau in diesem Jahr wieder durchstarten. „Nun sind wieder Aktivitäten mit den Kindern geplant, sieht Saathoff neben dem Landarbeitergarten auch Aufgaben aus dem Alltag der Landarbeiter, die von Kindern unter realen Bedingungen im Museum nachgestellt werden können. „Was Schweiß macht, macht auch Spaß“, sagte Saathoff.

Hildegard Neumann, Schriftführerin des Vereins, gab einen Einblick in ein neues Vorhaben der „Plattprooters“. In diesem Jahr findet in der Adventszeit ein Gottesdienst auf Platt mit Pastor Jürgen Hoogstraat statt. Am Schluss des Stammtisches referierte Schirmherr Hans Freese für den Verein Oostfreeske Taal über den wichtigen Stellenwert der plattdeutschen Sprache in Ostfriesland. „Ich bin beeindruckt, was hier in Hinte und in der Mühle passiert“, sagt er.

Der Verein Oostfreeske Taal wurde 1990 durch Johannes Diekhoff gegründet, um Ostfriesische Sprache und Kultur zu erhalten. „Wir sind Ostfriesen und das mit Stolz”, sagte Freese. Man habe sich „etwas den Stolz nehmen lassen”, als „die Leute gesagt haben, dass Platt nur für dumme Menschen” sei. „Man hat viele Jahre lieber mit den Kindern hochdeutsch geredet”, bedauerte Freese. Der Verein unterstütze nun Projekte, die dem Erhalt vom Platt dienen.

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