Landkreis Aurich
Aus dem Gericht

Panik-Attacke im Prozess um Missbrauch

Ein 39-Jähriger muss sich vor dem Auricher Landgericht verantworten.

Von Martina Ricken

Aurich. Verstörende Einblicke in die Zerstörungskraft, die Kindesmissbrauch für die Opfer, aber auch für ganze Familien haben können, gab der zweite Verhandlungstag vor dem Landgericht Aurich preis. Auf der Anklagebank sitzt ein 39-jähriger Mann aus Südbrookmerland, der bestreitet, seine Nichte mehrere Jahre in dem Haus, das er mit seiner Mutter bewohnt, missbraucht zu haben.

Drei Familienmitglieder des heute 15-jährigen mutmaßlichen Opfers sowie ihre beste Freundin und deren Mutter legten am zweiten Prozesstag Zeugnis ab. Richter Jan Heinemeier ging so behutsam wie möglich bei der Befragung vor. Doch er konnte nicht verhindern, dass der Bruder des Mädchens seine Aussage abbrechen musste. Der 21-Jährige hat mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen. Er selbst war vom Bruder des Angeklagten missbraucht worden. Als er darüber berichten sollte, was seine Schwester ihm über den Missbrauch durch den Angeklagten erzählt hatte, kam vieles hoch. „Aus heutiger Sicht glaube ich meiner Schwester. Die ganzen Details, die sie geschildert hat - das kann nicht gelogen sein. Ich habe es auch erlebt.“ Dann war es mit seiner Widerstandskraft vorbei. Aufgrund einer Panikattacke wurde die Vernehmung abgebrochen. Vor der Saaltür kollabierte der Zeuge und musste in die Norder Klinik gebracht werden. Er hat mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie hinter sich.

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