Landkreis Aurich
Beratungsangebot

Offenes Ohr für Erwerbslose

Die Arbeitsloseninitiative Aurich hilft, wenn es um die Themen Erwerbslosigkeit und Grundsicherung geht. Die Aktion „Tag des Bescheids” findet am 12. November.

Von Heike Arends

Aurich. Sich für die Interessen der Erwerbslosen einzusetzen, das hat sich die 2005 gegründete Arbeitsloseninitiative Aurich auf die Fahnen geschrieben. Der eingetragene Verein, der rund 30 Mitglieder hat, bietet Hilfesuchenden - wie Arbeitslosen und Sozialhilfeberechtigten, von Erwerbslosigkeit bedrohten Personen oder auch Rentnern - unabhängige Beratung und Begleitung an. Zugleich dient das Büro an der Großen Mühlenwallstraße 32, an der Ecke zum Georgswall, als Ort der Begegnung und des Informationsaustauschs. „Oder einfach nur zum Klönen. Wir legen großen Wert darauf, dass wir einfach auch ein Treffpunkt sind”, wie der Vorsitzende Jürgen Lüppen und Jörg Köhler und Margarete Mikat, zwei weitere der insgesamt fünf Vorstandsmitglieder, im Gespräch mit dem Sonntagsblatt erzählten.

Unterstützt und beraten wird zu Bereichen wie Arbeitslosengeld I und II, Grundsicherung, Wohngeld, Sozialhilfe, aber auch Kündigungen oder Bewerbungen. Der Verein bietet Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen an, überprüft Bescheide und begleitet nach Bedarf und Absprache die Personen auch zum Jobcenter. Mit diesem gebe es einen guten Austausch, so Lüppen. Ebenso wird mit anderen Organisationen kooperiert, denn der Verein legt Wert auf das Netzwerken. Regelmäßig ist auch ein Rechtsanwalt in den AIA-Räumen anzutreffen, der in Rechtsfragen berät.

Um die 1000 Beratungen sind bis jetzt durchgeführt worden, lautet das Resümee. Und: „Erwerbslosigkeit kann jeden treffen, dahinter stehen persönliche Schicksale. Die meisten Leute wollen nicht in Hartz IV bleiben”, machte Köhler klar. Entsprechend sei es auch ein Ziel, Ressentiments abzubauen.

Die Einführung des ALG II, auch bekannt als „Hartz IV”, sowie die Auswirkungen beziehungsweise die daraus resultierenden Probleme für Betroffene waren 2005 der Anlass für die Gründung, erklärte Lüppen. Viele Mitglieder seien wie er selbst persönlich von der Thematik Erwerbslosigkeit oder Grundsicherung betroffen, führte er aus. Und lieferte aktuelle Zahlen: „Im Landkreis Aurich gibt es 6919 Bedarfsgemeinschaften. Anspruch haben 13 162 Personen. Es sind 9358 erwerbsfähig. Diese Statistik wird alle drei Monate erneuert.”

Zahlen, hinter denen sich die Menschen verbergen - und diesen wollen die Vereinsmitglieder helfen. Das fange schon beim Lesen von Bescheiden an und der Bedeutung der Formulierungen, die für viele unklar seien, führte Lüppen aus. Was wiederum auch dazu führe, dass Betroffene oft nicht wüssten, welche Rechte und Ansprüche sie hätten. „Wir wollen das Bestmögliche für die Hilfesuchenden herausholen.” Und da Bescheide schwer zu lesen seien und eben auch Fehler passieren könnten, lädt der Verein Betroffene am Dienstag, 12. November, von 11 bis 17 Uhr zu einem „Tag des Bescheids” ein, um hier Hilfestellung zu leisten. „Wir helfen beim Verstehen der Bescheide und wollen so auch ein bisschen die Angst vor ihnen nehmen”, erklärte der Vereinsvorsitzende. Mit dem Tag soll auch die Hemmschwelle gesenkt werden, Hilfe zu suchen. Die es hier auf Augenhöhe gebe, wie Köhler ausführte. „Leuten zu helfen”, sei das, was ihn und die anderen Vereinsmitglieder bewege, sagte Lüppen. „Solidarität ist alles, sie zu empfangen und zu geben. Wir lassen niemanden im Regen stehen.”

Willkommen sind bei der AIA übrigens nicht nur Hilfesuchende, sondern auch politisch interessierte Menschen, denen Themen wie Solidarität, Toleranz und Demokratie am Herz liegen. Das zeigt sich im entsprechenden Engagement, auch Aktivitäten und Aktionen zu initiieren oder zu unterstützen. So wurde zum Beispiel der „Auricher Untersuchungsausschuss” ins Leben gerufen. Eine offene Diskussionsrunde, in der an sogenannten „Verhandlungstagen” bestimmte Themen im Fokus stehen. Die erste Veranstaltung im Sommer stand unter dem Motto „Demokratie first”. AIA-Mitglied Jörg Köhler wiederum ist Initiator des Bündnisses „Auricher zeigen Gesicht”.

Kontakt AIA-Büro: s 0 49 41 / 69 76 525, E-Mail: arbeitsloseninitative-aurich@ web.de

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