Landkreis Aurich
Energie an der Nordseeküste

Norder Strom wird weiter „vergrünt”

Die Wirtschaftsbetriebe ziehen Bilanz: Mitfahrerbänke und Norder E-Roller steigern umweltfreundlich die Mobilität und das Großprojekt „Wasserkante“ am Strand in Norddeich nimmt Gestalt an.

Von Elke Schoolmann

Norden. Das vergangene Jahr Revue passieren lassen und einen Ausblick aufs aktuelle Jahr haben die Wirtschaftsbetriebe (WBN) der Stadt Norden GmbH diese Woche in ihrem Jahrespressegespräch geboten. Wolfgang Sikken als Aufsichtsratsvorsitzender der WBN, Wolfgang Völz als Technischer Geschäftsführer, Thorsten Schlamann als Kaufmännischer Geschäftsführer und Armin Korok als Geschäftsführer Tourismus und Bäder informierten in den Räumlichkeiten der Stadtwerke Norden über den Bereich der Versorgung sowie auch über den Geschäftsbereich des Tourismus in Norden-Norddeich.

So wurde mit Jahresbeginn zum Beispiel die Stromzusammensetzung bei den Stadtwerken Norden durch Regionalstrom aus eigenen Anlagen „vergrünt“, wie Wolfgang Völz und Thorsten Schlamann erläutern. Mit der Produktion von 18 Millionen Kilowattstunden Strom durch die heimischen Windkraftanlagen im Marschweg würde so ein Anteil von 60 Prozent am gesamten Stromverbrauch aller von den Stadtwerken belieferten Haushaltskunden erreicht werden. Obgleich 60 Prozent regional und nachhaltig erzeugter Strom schon ein guter Wert sei, strebten die Stadtwerke die 100 Prozent-Marke an. Ohne, dass es den Kunden mehr koste.

Der darf sich darüber hinaus auch weiterhin über Trinkwasser in „hervorragender Qualität und Sicherheit“ freuen, welches die Zertifizierung des technischen Sicherheitsmanagements der Stadtwerke Norden in den Sparten Strom, Gas und Wasser im vergangenen Jahr ergab. Die Bereitstellung der Energie erreichte laut den WBN ebenfalls diese Bewertung.

Im Rahmen einer Optimierung der Wärmeversorgung werde die Trasse Süd des Heizwerks am Lehmweg außer Betrieb genommen. Hohe Wärmeverluste seien laut Völz ausschlaggebend für die Maßnahme. Betroffene Fernwärmekunden würden mittelfristig auf Gas umgestellt werden.

Durch die Verlängerung des Wasserkonzessionsvertrages mit der Stadt Norden sei zudem für die nächsten 20 Jahre die „Geschäftsgrundlage gesichert“, wie die Teilnehmer berichten. Darüber hinaus gebe es eine Option für weitere zehn Jahre. Eine bedeutende Investition im Versorgungsbereich stehe mit der Erneuerung des Reinwasserbehälters im Wasserwerk Hage an. Die voraussichtlich neun Monate betragenden Bauarbeiten sollen in diesem Jahr beginnen. Die Kosten werden auf rund 1 800 000 Euro geschätzt.

Die im April vergangenen Jahres von den Stadtwerken eingeführten und über eine App buchbaren Norder E-Roller „NERO“ seien von der Bevölkerung gut angenommen worden. Neben Gästen würden auch Einheimische die CO2-neutrale Fortbewegungsmöglichkeit nutzen, zum Beispiel, um vom Fähranleger aus in die Innenstadt zu gelangen.

Mit den sogenannten Mitfahrerbänken, wo Bürger an bestimmten Standorten Mitfahrgelegenheiten in Anspruch nehmen können, sponsorn die Stadtwerke Norden laut Thorsten Schlamann ein „Konzept, mit dem für viele auch individuelle Mobilität möglich wird“.

Im Rahmen der Schulkooperation mit dem Ulrichsgymnasium Norden hätten von April bis Juni insgesamt rund 170 Schüler der elften Jahrgänge Einblick in das Unternehmen Stadtwerke Norden und dessen Abläufe erhalten können. Das Projekt solle künftig noch ausgeweitet werden.

Bei den Gästezahlen ließe sich ein Zuwachs von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen, sagt Armin Korok und erklärt, dass dieser Wert angesichts der Großbaustelle am Strand als großer Erfolg zu bewerten sei. Bei den Übernachtungszahlen sei mit 1 962 251 Übernachtungen im Vorjahresvergleich ein Anstieg von 1,9 Prozent zu verzeichnen. „Die sich daraus ergebende steigende Übernachtungsdauer ist eine erfreuliche Entwicklung“, sagte Korok. Wenn die umfangreichen Baumaßnahmen am Strand abgeschlossen sind, rechnet der Geschäftsführer Tourismus und Bäder damit, die Zahl der zwei Millionen Übernachtungen zu überschreiten. Das Erlebnisbad Ocean Wave könne mit 204 289 Gästen einen Besucherrekord verbuchen und auch der Großparkplatz hätte hohe Nutzerzahlen gehabt. 21 687 Gäste seien zum Beispiel mit dem Wohnmobil gekommen. Ab 2021 solle das Ocean Wave umfassend erweitert werden, bereits in diesem Jahr entstehe eine Meerwasserwanne für therapeutische Badeanwendungen.

Nachdem die Bauarbeiten im Rahmen des „Masterplan Wasserkante“ laut Korok im östlichen Bereich größtenteils abgeschlossen seien, soll es im Frühjahr dieses Jahres mit der Modernisierung des westlichen Teils weitergehen. Dass sich das sogenannte „Wattfenster“, eine fast 90 Meter breite Treppenanlage von der Promenade ins Watt, zum neuen Wahrzeichen Norddeichs entwickeln könnte, zeige auch die Resonanz auf der eigenen Seite im sozialen Netzwerk Facebook, wo die Zahlen der Seitenabonnenten sich im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt hätten. Auch der Hundestrand soll laut Armin Korok eine deutliche Aufwertung erfahren. Zum Freilaufbereich abgegrenzt soll ein spezieller Bereich für angeleinte Hunde entstehen, wo es etwas ruhiger zugehen soll. Ergänzt um einen Agility-Bereich, soll die Baumaßnahme wie auch das Gesamtprojekt Nationalparkpromenade 2021 abgeschlossen sein.

Die Zukunft des Freibades, das 1974 eröffnet wurde und seit 2014 stillliegt, soll sich in diesem Jahr entscheiden. Laut Gutachten werde ein Neubau an gleicher Stelle empfohlen. „Kosten und Bedarf werden nun bis Frühjahr ermittelt“, sagte der Kurdirektor und führte aus, dass der Rat der Stadt Norden dann über die weitere Vorgehensweise entscheiden kann. Auch wenn die Entscheidung für einen Neubau getroffen werden würde und alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden könnten, sieht Wolfgang Sikken einen Baubeginn jedoch nicht vor 2023.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN