Landkreis Aurich
300 Menschen richten Bitte an Stadt

Norddeich soll sicherer Hafen werden

Um die Forderungen zu unterstreichen, soll am Samstag in Norden ein zwölf Meter langes Originalfluchtboot ausgestellt werden.

Norden. Mehr als 300 Menschen haben den Rat der Stadt Norden aufgefordert, Norddeich zum sicheren Hafen für Fliehende auf dem Weg nach Europa zu erklären. Die Initiative Seebrücke hatte dazu die Städte und Kommunen Europas aufgerufen, teilte Walter Zuber für die Grünen mit. Das Anliegen werde von den Norder Grünen, der SPD Norden, der Ludgerikirchengemeinde, dem Biohof Agena sowie Einzelpersönlichkeiten getragen. „Die Fluchtwege nach Europa müssen sicherer werden, das Sterben auf dem Mittelmeer muss aufhören” so Zuber.

Um die Forderungen zu unterstreichen, soll morgen ab 10.30 Uhr neben dem Glockenturm der Ludgerikirche in Norden ein zwölf Meter langes Originalfluchtboot ausgestellt werden, mit dem sich bereits Geflüchtete auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer machten. „Der Kontinent darf sich nicht abschotten und tödlichste Grenze der Welt bleiben, bereits seit Jahresbeginn sind auf dem Mittelmeer über 300 Flüchtlinge ums Leben gekommen”, so Zuber.

Die Seebrücke-Initiative gibt es seit Sommer 2018. Zahlreiche Kommunen haben sich seither zu sogenannten Sicheren Häfen erklärt. „Jetzt müssen auch Taten in Norden folgen“, forderte Dorothea van Gerpen seitens der Norder Sozialdemokraten. Norden solle an die jahrhundertelange Geschichte Ostfrieslands festhalten und sich weiterhin aktiv um die Aufnahme von Flüchtlingen bemühen.

Neben den Grünen und der SPD hatte unter anderem die lutherische Ludgeri-Kirchengmeinde zur Teilnahme an der Aktion aufgerufen. Für Christen sei es an der Zeit, „ein Zeichen zu setzen, dass eine Politik der Angst nicht in unserem Sinne ist“, sagte die Kirchenvorsteherin der Gemeinde, Herma Heyken. Für sie ist das Retten aus Seenot ein Gebot der Menschlichkeit „und kein Verbrechen“. Als Zeichen der Verbundenheit wird morgen am Glockenturm eine leuchtend orangefarbene Rettungsweste befestigt werden.

Der Norder Rainer Willmer von Sea Eye bezeichnete die Seebrücke als „Bewegung gegen menschenfeindliche politische Strömungen in ganz Europa“. Das zu sehende Fluchtboot wurde 2017 von der Organisation Sea-Eye auf dem Mittelmeer entdeckt.

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