Landkreis Aurich
Nahverkehr

Neue Buslinien nehmen Gestalt an

Räumliche Bezugspunkte und Wirtschaftlichkeit sind ausschlaggebend.

Von Klaus-Dieter Heimann

Aurich. Auf manchen Strecken rechnet sich der Öffentliche Personennahverkehr im Landkreis Aurich, auf anderen nicht. Der Landkreis strebt daher an, räumlich zusammenhängende Linien zu bündeln und Verkehrsunternehmen damit quasi Streckenpakete zuzuschlagen. Gewünschte Wirkung: In Zukunft soll es nicht mehr vorkommen, dass die weniger rentablen Linien der öffentlichen Hand überlassen werden. Der „Rosinenpickerei“ wäre damit nach Einschätzung der Verwaltung ein Ende gesetzt.

Am Dienstagnachmittag stellten die beauftragten Planer das Linienbündelungskonzept im Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt im Auricher Seminarhotel vor. Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert betonte: „Diese Präsentation soll ein erstes Statement sein. Für uns war immer klar, dass wir so einen entscheidenden Schritt nicht machen werden, ohne zuvor mit den Busunternehmen gesprochen zu haben.“ Die Unruhe bei den betroffenen Unternehmen sei nachvollziehbar, es ginge um viele Interessen. Und es sei keineswegs Ziel des Landkreises, eine Konzentration am Markt herbeizuführen.

Zuvor hatte Stephan Hajak vom Planungsbüro BPV (Koblenz) erklärt, dass im Konzept die vorgeschlagene kleinteilige Bündelung der Linien der Zahl der Busunternehmen Rechnung trage. Erste Konzessionen laufen schon bald aus, sodass bis Oktober eine Entscheidung getroffen werden muss.

Das Bündelungskonzept sieht im Entwurf der Planer vor, dass nach Auslaufen der bestehenden Verträge folgende Linienbündel vergeben werden könnten: Ihlow, Aurich Stadt, Städteachse Nord-Ost, Hage und Großheide, Krummhörn, Städtedreieck und Norden, Norderney, Brookmerland sowie Großefehn und Wiesmoor. Bis die Harmonisierung auch für das letzte Bündel erfolgen kann, dürften wegen bestehender Verträge noch zehn Jahre vergehen.

Mit dem Votum des Fachausschusses soll nun umgehend der Dialog mit den Busunternehmen beginnen. Erst im Anschluss werde dann der Kreistag entscheiden, ob eine Bündelung als Ziel in den Nahverkehrsplan aufgenommen wird. Mit diesem Papier würde man dann ins Beteiligungsverfahren gehen und mögliche Änderungen im Herbst final beschließen.

Landrat Olaf Meinen (parteilos) versuchte in der Sitzung, die größten Bedenken zu beruhigen: „Natürlich wollen wir auch in Zukunft mit den hiesigen Busunternehmen zusammenarbeiten.“ Neu ist der eingeschlagene Weg des Landkreises Aurich übrigens nicht: Der Landkreis Wittmund hat Ende 2019 zwei Linienbündel beschlossen, die Mitte des Jahrzehnts greifen sollen. Dazu Meinen: „In Wittmund ist die Welt deswegen nicht untergegangen.“

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