Landkreis Aurich
Virtueller Rundgang

Museumsgang vom Sofa aus

Auf der Internetseite der Einrichtung soll bald ein virtueller Rundgang durch einzelne Räume möglich sein. Insgesamt 6000 Bilder wurden für die 3D-Ansicht aufgenommen.

Norden. Ganz neu kann sich das Ostfriesische Teemuseum in Norden bald im Internet präsentieren. In einem virtuellen Rundgang soll es Interessierten dann möglich sein, durch einen kleinen Teil der Ausstellung zu gehen und so „hoffentlich Lust auf mehr zu bekommen“, das sagte Dr. Matthias Stenger, Leiter des Teemuseums, jetzt, als der Rundgang zum ersten Mal vorgestellt wurde.

Dass der Einrichtung im Alten Rathaus im Zentrum der Norder Innenstadt diese Möglichkeit gegeben wird, war ein reiner „Glückstreffer“, wie Stenger erzählte. Jens Briese aus Großheide stand während des Norder Rosenmarktes am Teewagen des Heimatvereins Norderland, der Werbung für das Teemuseum machen soll. Er wollte der „für Norden wichtigen Einrichtung“ etwas Gutes tun, erzählte Briese. Daraufhin ist er zu Stenger gegangen, um ihm das Angebot zu unterbreiten, einen kostenfreien Rundgang vom gesamten Museum zu erstellen. „Ich war zunächst ein bisschen skeptisch, man sucht ja doch den Haken bei so einer Sache“, gab Stenger zu. Einen Haken habe es bislang aber nicht gegeben.

Lediglich eine Bedingung stellte Jens Briese dem Museumsleiter. 200 Euro sollen an einen gemeinnützigen Verein gespendet werden. „Somit ist die Dienstleistung zwar kostenlos, für uns aber nicht umsonst“, betonte der Museumsleiter. Stenger entschied sich, das Geld an den noch jungen Verein zur Förderung der Präventionsarbeit in Norden zu spenden. Über diese Entscheidung freute sich Dr. Martin Stötzel, der Vorsitzende des Vereins. „Das ist eine Win-Win-Win-Situation für alle“, sagte er. Ein symbolischer Scheck ist kürzlich übergeben worden. Wofür das Geld verwendet wird, wird der Vorstand noch gemeinsam mit dem Präventionsrat der Stadt Norden entscheiden.

Um einen dreidimensionalen Rundgang durch das gesamte Teemuseum zu ermöglichen, ist Jens Briese zehn Stunden von einem Raum zum anderen gelaufen und hat selbst die Treppen aufgenommen. Seine spezielle Kamera, die auf einem Stativ steht, hat er dafür extra an selbst gewählten Punkten im Raum aufgestellt, von wo aus sie jeweils 24 Fotos aus verschiedenen Richtungen – auch oben und unten – aufgenommen hat. Insgesamt sind mehr als 6000 Fotos von den Räumen des Teemuseums entstanden. Dadurch hat der Betrachter das Gefühl, sich wirklich im Raum zu befinden. „Ich bin echt begeistert davon“, sagte Stenger. „Die Räume sind wirklich als Räume wahrnehmbar.“ Selbst die Ausstellungsstücke in den Vitrinen können auf den Bildern angeschaut werden. Durch die spezielle Aufnahmetechnik ist es auch möglich, eine sogenannte „Dolly-House-Ansicht“ zu erstellen. Dort erscheint das Gebäude wie ein Puppenhaus, in dem die einzelnen Stockwerke sichtbar sind und die gesamte Dimension hervorgehoben wird. „Für uns ist das von Vorteil, weil Gäste dann auch sehen, wie groß das Museum eigentlich ist“, sagte Matthias Stenger.

Die Aufnahmen würden es den Interessierten ermöglichen, die komplette Ausstellung einmal anzusehen, ohne dabei ihr eigenes Haus zu verlassen. Doch das möchte Stenger nicht. „Wir wollen damit Appetit auf das Ganze machen“, erklärte er. Aus diesem Grund werden nur einzelne Teile der Ausstellung für eine Veröffentlichung auf der Internetseite oder den Social-Media-Plattformen ausgewählt. „Das ist für uns ein tolles Marketinginstrument“, sagte Matthias Stenger. Museen kämpfen immer mit dem Image, alt und verstaubt zu sein. Mit dem Angebot können wir diesem Eindruck entgegenwirken.“

Nun müssen Matthias Stenger und Jens Briese noch entscheiden, welcher Teil der Ausstellung als erstes online gezeigt werden soll. Dann kann das Projekt ins Netz gehen.

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