Landkreis Aurich
Lob und Kritik

Mit Oldtimern zum Moorbrand ausgerückt

Die Norder Feuerwehr ist für ihren Einsatz beim Moorbrand in Meppen geehrt worden. Im Rahmen der Auszeichnung gab es aber auch Kritik.

Norden/Meppen. Die Norder Feuerwehr ist für ihren Einsatz beim Moorbrand in Meppen vom Bund geehrt worden. Lob und Kritik gab es im Rahmen der Auszeichnung durch Bürgermeister Heiko Schmelzle von Nordens Stadtbrandmeister Thomas Kettler.

Beschämend fand der Stadtbrandmeister die Tatsache, dass der Bund als Verantwortlicher für den Zivilschutz die bereitgestellten Fahrzeuge nicht frühzeitig ersetzt hat und man so mit einem 28 Jahre alten Löschgruppenfahrzeug und einem 23 Jahre alten Schlauchwagen zu dem Moorbrand ausrücken musste, „das sind Oldtimer”. Ebenso wies er darauf hin, dass die Bundeswehr die Kosten für den Einsatz immer noch nicht erstattet hat. Die Kommunen seien in Vorleistung gegangen und das Geld fehlt nun in den Haushalten der Feuerwehren.

Im September 2018 geriet auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 bei Meppen bei einem Raketentest das Moor in Brand. Der Brand breitete sich auf einer Fläche von rund 1000 Hektar aus und schien zeitweise nicht bekämpfbar zu sein.

Mehrere tausend Einsatzkräfte von Bundeswehr, THW, Polizei, Feuerwehr und anderen Organisationen waren damals wochenlang im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Auch von der Freiwilligen Feuerwehr Norden rückten damals Fahrzeuge und Einsatzkräfte aus. Vom 19. bis zum 21. September waren insgesamt 25 Norder Feuerwehrleute in Meppen vor Ort.

Für diesen, teils lebensgefährlichen Einsatz, erhielten alle damals beteiligten Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus Niedersachsen eine Dankesurkunde vom niedersächsischen Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, würdigte die Hilfe der Einsatzkräfte mit einer Moorbrand-Medaille. Die Dankesurkunden und Medaillen gingen nun an Gemeinden und Städte.

Stadtbrandmeister Kettler blickte auf den besonderen Einsatz zurück und erinnerte sich an die Detonationen die auf dem Bundeswehrgelände zu hören waren. „Spätestens da war allen klar, dass wir uns nicht auf einem Spielplatz befinden”, so Kettler. Er nutzte die Gelegenheit, um nicht nur den Einsatzkräften zu danken, sondern auch den Arbeitgebern, die die Feuerwehrleute unkompliziert für diesen tagelangen Auftrag freigestellt haben. Auch dankte er dem Landkreis Aurich, dass dieser die Feuerwehren im Kreis Aurich 2017 mit einem hochmodernen Einsatzleitwagen (ELW 2) ausgestattet hat. In Meppen leistete das Fahrzeug sehr wertvolle Dienste.

Bürgermeister Schmelze selbst verfolgte die Geschehnisse in Meppen besorgt in den Nachrichten mit, erklärte er in seiner Rede an die Kameraden. Ihn habe der Moorbrand in Meppen mit seinen Gefahren durch extreme Rauchentwicklung, unterirdischen Bränden und Munitionsresten an eine ähnliche Situation erinnert, die dramatische Folgen nach sich zog. Schmelzle sprach die Heidebrandkatastrophe von 1975 an, die bis heute vielen im Gedächtnis blieb, stellte Feuerwehrsprecher Thomas Weege fest. „Damals starben mehrere Feuerwehrleute, weil das Feuer sie überrannte”.

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