Landkreis Aurich
Aktion für die Umwelt

Mit Gärten den Insekten helfen

Der Naturschutzbund sagt: Grüne Inseln im privaten Raum sorgen für Entlastung.

Von Lars Möller

Ostfriesland. Die Bienen haben den Anfang gemacht. Seit ein paar Jahren wird intensiv über ihr Sterben diskutiert. Die Honigproduzenten trafen damit einen Nerv. Inzwischen hat sich der Blickwinkel erweitert. Nicht nur Bienen, sondern alle Arten von Insekten stehen massiv unter Druck, warnen Umweltschützer. Das hat offenbar auch in Ostfriesland dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen Gedanken machen - und Konsequenzen ziehen. In vielen Gärten entstehen kleine und große Rückzugsorte für Insekten. Manche im Rekordsommer 2018 ausgetrocknete Rasenfläche oder verdurstete Thuja-Hecke wurde durch ein Beet oder zumindest durch einige Pflanzen ersetzt, in denen es in diesem Jahr brummte und summte.

Diese Beobachtung teilt auch der Naturschutzbund Deutschland. „Das sehen wir ganz deutlich. Seit vor zwei Jahren eine Studie zum Insektensterben veröffentlicht wurde, haben wir jede Woche Anfragen. Die Leute wollen wissen: Was kann ich in meinem Garten tun?”, sagte der Leiter der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland, Jan Schürings.

Und tatsächlich können insektenfreundlich bepflanzte Gärten und Blühwiesen für Entlastung in der Insektenwelt sorgen. „Das bringt etwas. Das sieht man auch daran, dass in so einem Garten richtig 'was los ist”, so Schürings. Alle Gärten Deutschlands zusammengenommen hätten eine größere Fläche, als die kombinierten Naturschutzgebiete der Republik. Allerdings schränkt der Diplom-Biologe ein: „Von den Gärten profitieren hauptsächlich häufig vorkommende Insekten, Spezialisten nicht so sehr. Eine Moorhummel braucht nun einmal ein Moor.”

Nichtsdestotrotz: Wer Insekten hilft, hilft der Natur. „Viele Vogelarten brauchen proteinreiche Insekten zur Aufzucht ihrer Küken”, sagt Schürings. Fledermäuse seien auf ein ausreichendes Angebot an Nachtfaltern angewiesen.

Einen umfassenden Artenschutz in der Fläche kann allerdings kein Privatgärtner ersetzen. Schürings: „Wichtig ist, dass die großen Probleme angepackt werden. Die Vielfalt der Wiesen und Gräser, Pestizide, Glyphosat, Neonicotinoide, der Flächenverbrauch.”

Wer dennoch einen Beitrag zum Artenschutz leisten möchte, dem rät Schürings zu heimischen Blumen, Sträuchern und Bäumen. „Denn darauf sind unsere Arten angepasst.” Soll heißen: lieber einen Apfel- als einen Orangenbaum pflanzen. Wenn es eine Hecke sein soll: Schneeball, Haselnuss und Weißdorn und kein Thuja. Werden Blumen gepflanzt: Klee, Schafsgarbe und nicht gleich alles, was als Unkraut bekannt ist, wegkratzen. Denn Disteln, Brennnesseln und Stauden sind Nahrungsquellen für Insekten. In trockenen Sommern rät Schürings zudem dazu, eine Schale mit Wasser und einem kleinen Stein darin aufzustellen. Sandige Stellen im Garten seien gut geeignet für den Nestbau.

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