Landkreis Aurich
Geschäftsbericht vorgestellt

Mit Abfall wird gut verdient

2019 schließt mit Millionenüberschuss ab. Die Politiker loben den Betrieb.

Von Klaus-Dieter Heimann

Landkreis Aurich. Betriebsleiter Hans-Hermann Dörnath hat am Donnerstag im zuständigen Betriebsausschuss das Geschäftsergebnis des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) des Landkreises Aurich erläutert. Das Wirtschaftsjahr 2019 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro ab. Die Bilanz weist auf Aktiv- und Passivseite knapp 35 Millionen Euro aus. Dörnath sprach von einem „sehr guten Ergebnis für 2019“ — eine Einschätzung, die die Kreispolitiker uneingeschränkt teilten.

Für das laufende Jahr muss der Betrieb mit einem negativen Ergebnis im mittleren sechsstelligen Bereich rechnen — die Corona-Pandemie führt zu einem geringeren Abfallaufkommen und damit zu Umsatzeinbußen. Gleichwohl ist der Betrieb für die Zukunft gewappnet.

Mehrkosten beim MKW

Aus den Erläuterungen zum Geschäftsbericht geht hervor, dass 2019 etwas mehr für die Leistungen des Landkreis-Tochterunternehmens MKW (Material- und Kompostwirtschaft) ausgegeben werden musste. Die Mehrkosten beliefen sich auf knapp 70 000 Euro. Insgesamt summieren sich die Aufwendungen hier auf etwa 15,4 Millionen Euro. Bemerkenswert sind die erzielten Einsparungen bei den Fahrzeugkosten: Statt der kalkulierten 1,2 Millionen Euro mussten nur gut 916 500 Euro ausgegeben werden. Für Wartungen, Reparaturen und Ersatzteile wurden rund 150 000 Euro weniger fällig. Außerdem sparte der Betrieb beim Sprit: Geplant waren 408 000 Liter (1,379 Euro/Liter), tatsächlich wurden aber nur 367 152 Liter verbraucht — und das zu einem günstigeren Literpreis (durchschnittlich 1,169 Euro).

Mehr Müll in 2019

Da die Einwohner 2019 mehr Müll als erwartet produziert haben, fielen die Erlöse bei allen Abfallarten höher aus. So zahlten zum Beispiel Selbstanlieferer Gebühren in Höhe von insgesamt 2,83 Millionen Euro, das sind fast 167 000 Euro mehr als erwartet. Aus der Vermarktung von Papier, Pappen und Kartonagen (kurz: PPK) erzielte der AWB gut 1,6 Millionen Euro und damit rund 384 000 Euro mehr als einkalkuliert.

Bio- und Restmüll schlugen 2019 mit gut 1,144 Millionen Leerungen zu Buche. Zum Vergleich: 2012 wurden Bio- und Restmüll knapp 1,026 Millionen Mal geleert. Insgesamt wurden laut Statistik des AWB 103 174 Tonnen Siedlungsabfälle im Hol- und Bringsystem erfasst. Die Verwertungsquote liegt bei 88 Prozent (68 Prozent stofflich, 20 Prozent thermisch). Elf Prozent wurden auf Deponien abgelagert.

Mehr Gewinn beim MWK

Deutliche Mehrerlöse verbuchte der AWB zudem unter den sonstigen betrieblichen Erträgen. Konservativ waren hier 85 000 Euro angesetzt worden — tatsächlich konnte mit 894 000 Euro mehr als zehnmal soviel verbucht werden. „Nicht planbare Sondereffekte oder auch Gewinne aus Drittgeschäften“ können zu Mehrerlösen führen, heißt es dazu in den schriftlichen Erläuterungen. So hat der Betrieb allein 503 000 Euro aus seiner Beteiligung an der MKW GmbH auf der Habenseite verbucht, da das Unternehmen Gewinne erzielen konnte.

72 Prozent der Kosten finanzieren Gebühren

Die Aufwendungen und Erträge der Abfallwirtschaft wurden zu 72 Prozent aus Gebühren finanziert. Einen großen Anteil haben darüber hinaus die Erlöse für Dienstleistungen für Dritte (14,8 Prozent) und aus der Rohstoffvermarktung (sechs Prozent). Schlüge dieses Eigengeschäft nicht zu Buche, so Dörnath, müsste jeder Gebührenzahler fast 52 Euro mehr im Jahr für die Entsorgung zahlen.

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