Landkreis Aurich
Schaustellerfamilie vor Einstieg

Markthalle: Übergang gesichert – Zukunft offen

Eine Innen- und Außenreinigung ist geplant. Asia-Imbiss und Bäcker bleiben an Bord. Ein neuer Mitbewerber steht ebenfalls in den Startlöchern.

Von Udo Hippen

Aurich. „Wir stehen zu unserem Wort“, erklärte Schausteller Angelo Kanzler beim Treffen mit dem Sonntagsblatt auf dem Auricher Marktplatz. Fest im Blick hat er dabei die Markthalle und im Kopf ein ausgearbeitetes Konzept, wie der Betrieb darin aussehen könnte. Heißt konkret, dass sich die Familie Kanzler mit der Stadt in Verhandlungen darüber befindet, wie ein Engagement in der Markthalle für die Übergangsphase bis voraussichtlich Ende 2021 aussehen könnte. Stadtsprecher Johann Stromann bestätigte dies auf Nachfrage. „Wir stehen in Kontakt“, sagte er und sprach von einem Termin vor Ort, bei dem auch der städtische Gebäudemanager Gerhard Boekhoff teilgenommen hat. „Wir haben uns über den Sachstand in der Markthalle informiert“, beschrieb Kanzler die Begehung. Beiden Seiten war zu entnehmen, dass die Verhandlungen kurz vor dem Ende stehen.

Die Schaustellerfamilie steht in den Startlöchern. „Das geht nur als Familie“, betonte Angelo Kanzler und ergänzte, dass „alle an einem Strang ziehen“. Dem Konzept der Auricher ist zu entnehmen, dass es einmal zwei gastronomische Pläne für die Markthalle gibt. Während Bäcker und Asia-Imbiss im vorderen Bereich der Halle nach der Corona-Zwangspause den Betrieb wieder aufnehmen, haben die Kanzlers im Mittelschiff die „Lange Theke“ für einen frischen und modernen Mittagstisch mit mediterranem Einschlag im Blick und den Bereich der ehemaligen „Vitaminschüssel“ für eine innovative Salat- und Obst-Bar vorgesehen. „Wir kochen wie zuhause“, erklärte Madelyn Kanzler, die Tochter des Chefs. „Mit Geschmack und Liebe.“ Zum Konzept der Kanzlers gehört auch das Ladenlokal des ehemaligen „Döner-Imbiss“. Dafür hat die Familie ein Geschäft für Geschenk- und Dekoartikel im Blick. Unter dem Namen „Einzel-Stück/-Glück“ sollen dort hauptsächlich Unikate angeboten werden, die zur einen Hälfte aus der eigenen Fertigung stammen und zur anderen Hälfte eingekauft werden.

Der Großteil der Markthalle wäre mit den Bestandsmietern und den Kanzler-Konzepten mit Leben gefüllt. Für die verwaiste Fleisch-Theke und den ehemaligen Bereich des Asia-Imbiss ist die Stadt noch auf der Suche. „Wir sind noch mit verschiedenen Interessenten im Gespräch“, sagte Stromann auf Nachfrage und sprach von einem Hofladen als vielversprechenden Kandidaten.

Was den großen Wurf für die Zeit nach der Übergangsphase betrifft, steht die Stadt augenscheinlich noch mit leeren Händen dar. Der vor der Corona-Krise mit echtem Interesse gehandelte Kay Hoppe, ehemaliger Manager des Einkaufscenters CARO, hat erst einmal auf die Bremse getreten – zum einen krisenbedingt, zum anderen auch, weil es von Seiten der Stadt keinen Kontakt mehr gegeben habe (siehe unten stehendes Interview). Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) gestand auf Nachfrage ein, in den vergangenen Wochen keinen Kontakt zu Hoppe gehabt zu haben, machte aber unmissverständlich klar: „Wir sind natürlich daran interessiert, Kay Hoppe als Interessenten zu halten.“

 Aktuell läuft ein Bewerbungsverfahren (bis 16. Juni) für Mietinteressenten. Informationen dazu etwas versteckt unter www.aurich.de.

Kurz-Interview mit Kay Hoppe

Sonntagsblatt: Für die Markthalle läuft aktuell ein Bewerberverfahren. Wie sieht es mit ihrem Kontakt zur Stadtspitze aus?

Kay Hoppe: Herr Müller-Kehm und ich sind über die neuen Entwicklungen bezüglich der Markthalle nicht mehr informiert worden. Daher gehen wir auch nicht davon aus, dass man uns für eine weitere Zusammenarbeit benötigt.

Wie gehen Sie jetzt weiter vor?

Hoppe: Im Augenblick warten wir erst einmal die weitere Entwicklung im Einzelhandel und der Gastronomie ab. Zum einen war es erschreckend, wie viele Unternehmen nur Reserven für bis zu drei Monaten hatten und zum anderen muss man abwarten, wie sich die Mieten nach dem Ende der Beschränkungen entwickeln.

Soll heißen?

Hoppe: Sich jetzt für das Projekt Markthalle zu engagieren und gegenüber den Vertretern der Stadt Zusagen zu machen, wäre aus unserer Sicht unseriös, da niemand den weiteren Fortgang des Geschehens zum jetzigen Zeitpunkt einschätzen kann.

Wie bewerten Sie die aktuelle Marktlage?

Hoppe: Die Geschäfte laufen trotz Corona weiter. Aber auch die Immobilienbranche hat schon durch Insolvenzen im Handel und Zurückhaltung bei den Investoren erste Auswirkungen zu spüren bekommen. Ich kenne auch renommierte Maklerunternehmen und Immobiliengesellschaften, die Kurzarbeit angemeldet haben.

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